Hohenheimer Schlossradrennen
STUTTGART – Foto: Archiv – Es ist jetzt 8:30 Uhr. Eigentlich würde jetzt der geplante Zug fahren, Ich aber sitze hier und tippe. Wieder mal.
Ein Schloss am Stadtrand, darin eine Universität, drumherum ein Arboretum. Das sind die Rahmenbedingungen. Das Beitragsbild zeigt den in einiger Entfernung liegenden Stadtteil Plieningen, dessen zugehörige Stadtbahnhaltestelle eher in Hohenheim liegt. In der Sichtachse dahinter, auf den Fildern, liegen Flughafen und Messe. Der Anschluss in Möhringen Bahnhof, der Station ohne echten Bahnanschluss, beträgt nur drei Minuten, und in der Zeit sollst du über mehrere Bahnsteige wechseln. Ein Ding, das alleine von der Gutmütigkeit der Fahrer abhängt. Was gibt es da sonst noch?
Einiges! Einiges, das Kopfschmerzen bereitet. Da wären zum einen die an der Belastungsgrenze liegenden erwartbaren Temperaturen um oder über 30°C. Manche erwarten ja sogar Werte knapp unter 40°C, was medizinisch Fieber bedeutet, und da liegt auch die technische Grenze der Kameras. Koch die Wurst?
Ich habe lange nachgedacht. Über einen Besuch, wie man da hin kommt, was es sonst noch dazu zu beachten gibt. 2024 habe ich ein Video gedreht. Das scheidet heute voraussichtlich aus. Es ist zu heiss, und es macht keinen Sinn knapp 190 Kilometer weit zu fahren um dann dort erneut zu merken, dass die Geräte da einfach wegen Überhitzung abschalten. Warte auf Abkühlung! Ganz einfach? Wenn dir das genau vor dem Zieleinlauf passiert bist du für Nichts da hin gefahren, und das ist so schon mal passiert.
Wie kommt man da hin? Entweder man fährt mit der Bahn, oder mit dem Auto. Letzteres ist offiziell unerwünscht, ersteres ein Risiko. Der empfohlene Fahrplan ist auf dem Papier schon „zu gut“, um absehbar funktionieren zu können. Dazu kommt, dass im Fall eines Unwetters, und solche sind angekündigt, die Bahn oft und gerne einfach den Betrieb einstellt. Dann darfst du zusehen wie du wieder heim kommst! Morgen ist Montag, die Arbeit ruft. Noch bin ich nicht in Pension, dass mir das egal sein könnte, wann ich danach abends wieder zuhause eintreffe. Die vorgesehenen Übergangszeiten sind so knapp dass erwartbar Anschlüsse verloren gehen werden, und der jeweils nächste Zug fährt dann erst eine Stunde später. Wenn er fährt. Das ist ja keinesfalls sicher. Auch die Autobahnen sind durch Baustellen und damit verbundene Straßensperrungen verlegt. So ist das also nicht fahrbar. Die Politik hat schon zuvor wiederholt klar gestellt, dass man Autofahrer in der Autostadt Stuttgart nicht mehr wünscht, und die Universität Hohenheim bläst in dasselbe Horn. Es gibt kaum Parkplätze, und man macht keinen Hehl daraus, dass es vor allem ums Abkassieren und Abschleppen geht. Was also soll ich dort?
Wäre wenigstens erwartbar dass man mit guten Bildern heim fährt? Das dürfte von der Laune der Offiziellen abhängen, und wir hatten in der Vergangenheit bereits alles mögliche von Rausschmiss bis Beförderung. Ja, wenn der offizielle Fotograf nicht kommt ist man plötzlich recht. So aber läuft das nicht. Die Politik unterscheidet da ja recht genau, auch wenn das Grundgesetz allgemein von Pressefreiheit redet. Die wird so aber nicht praktiziert! Nach gängiger Meinung der Obrigkeit betrifft das nur und ausschließlich die gewerblich Interessierten. Der Presseverband selbst geht ja sogar soweit dass nicht mal alle bei den Blättern Angestellten uneingeschränkt „dürfen“. Da gibt es ja auch etliche freie Mitarbeiter, die nach den Darstellungen dort auch keinen Presseausweis bekommen. Der sei ja nur für Hauptberufliche. Der Plebs habe da nichts zu suchen! Presse gleich Zeitung gleich 1980? Überkommenes Elitendenken, fast so wie im Sport. Wie der sich zum Teil benimmt kann bekannt sein. Zugelassen wird nicht aufgrund von Befähigung, sondern nach Stand und Herkunft. Das dürfte heute doch etwas anders sein! Fotograf ist schon lange kein meisterpflichtiger Beruf mehr. Pressefreiheit hat diesbezüglich nicht Gelddruckfreiheit zu sein, sondern Berichterstattungsfreiheit. Dem Medium ist gleich ob da wer Geld mit verdient oder altruistisch denkt. Damals gab es auch noch keine Gratiswochenzeitungen wie heute, die sich aus Werbung finanzieren. Aber heute meint wer aus eigenem Gusto entscheiden zu dürfen wer darf und wer nicht? Es wird immer schlimmer! Der Willkür ist Tür und Tor geöffnet. Entweder ich kann davon ausgehen dort willkommen zu sein, was schon lange nicht mehr unbegrenzt der Fall ist, oder jeder Kilometer ist einer zu viel. Kann ich das? Nein! Seit Wiesbaden ist es damit leider vorbei. Einige sind mehr wert als andere? Dann brauche ich auch nicht kommen. Die Stuttgarter Verhältnisse sind seit den RaceDays bekannt. Man kann wissen wen man da will. Andere dann eben nicht.
Was auch noch dazukommt waren Aussagen eines Streckenpostens vor zwei Jahren, als es von da her hiess, es sei gefährlich! Was war da gefährlich? Die ANWESENHEIT von Zuschauern! Genauer, dass die auf dem Gehweg standen, den die Rennfahrer gerne als Erweiterung ihrer Rennstrecke in Anspruch nehmen wollten. Wenn das so ist bleibt der Schluss, dass Zuschauer, und damit auch Fotografen, dort garnicht wirklich vonnöten sind und besser wegbleiben können. Dann stehen die auch garantiert nicht im Weg! Egal wo. Wozu also soll ich so weit fahren, wenn dem dann so ist? Die haben ja nicht auf der Straße gestanden, sondern da wo das erlaubt war. Solche Aussagen entfalten deutlich mehr Wirkweite als nur die puren Worte! Es sind Schuldzuweisungen, und machen klar wer da erwünscht ist und wer nicht!
Was einmal da war ist auch jetzt erneut zu erwarten, zumal in der Ausschreibung ein Verein als Veranstalter benannt ist, auf dessen Webseite es gar keine entsprechende Abteilung gibt, und damit auch keinen eigentlichen Ansprechpartner, den man fragen könnte. Das Rennen selbst wird dort nur als Randnotiz erwähnt. Es findet statt. Das war’s? Mehr muss man dazu nicht wissen? Schön wär’s! Da ist durchaus einiges mehr. Es gibt auch keine auffindbare Meldeliste, und damit weiss man weder wer fährt, noch wen man davor gemäß der Forderungen der Datenschutzgrundverordnung hätte um Zustimmung zu Bildern fragen müssen. Das Rennen vor zwei Jahren war sehr gut. Das heisst aber heute gar nichts mehr und kann keinesfalls nach allem was da schon war ein Fundament sein auf dem man bauen kann.
All das macht klar, wie die Dinge liegen. Der Sport ist es, der das seit langem leider nicht begreift, und damit für Verhältnisse sorgt wie bekannt. Es wird sich kaum wer freiwillig den Tag lang in die Bratröhre stellen, um dann gesagt zu bekommen, er sei eine Gefahr für die Rennfahrer!
Da kann ich ebenso gut zuhause bleiben, mich im Schatten aufhalten, viel Geld sparen, und wissen was es zu Mittag gibt.

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