Canon EOS R7
Das Pfund mit dem sich wuchern lässt. Da ist Potential, auch wenn sie schon ein paar Jahre am Markt ist. 32 Megapixel auf einem APS-C-Sensor sind für die einen weder Fisch noch Fleisch, für andere aber total richtig.
Warum habe ich mir eine gekauft? Das hat mehrere Gründe. Nicht dass ich noch nichts in der Garage hätte 😉 aber mitunter überlegt man hin und her und kommt zu dem Schluss, dass es Anwendungsfälle gibt, wo so etwas als Option gut tun könnte.
Nimmt man eine R6 Mark III, die hat ebenfalls 32 Megapixel auf dem Chip, und kombiniert das mit einem 200-800mm Telezoom bekommt man bei Bedarf durch Wahl des 1,6-fachen Ausschnitts eine lange Tüte von mehr als 1200mm Brennweite. Manches ist eben zu Fuss nicht ereichbar, wie ein Vogel auf dem Baum oder etwas im Teich. Man kann da schlecht hin gehen, zumal das Motiv dann vermutlich weg wäre. Geht man nach der Liste bleiben so aber von den 32 Megapixeln nur rund 12 übrig. Das ist heute etwas wenig.
Alternativ einen 2fachen Telekonverter zu nehmen führt zu einem Lichtverlust von 2 Blendenstufen, was bei der ohnehin nicht gigantischen Lichtstärke des Objektivs zu Werten führt, bei denen unter Umständen die Zeit lang und der AF träge wird. Alles also keine optimale Lösung. Aber da gibt es eben die R7. APS-C von Haus aus mit 32 MPx entspricht in der Auflösung theoretisch in etwa einem Boliden mit rund 80 MPx im Vollformat.
Der beschleunigende Faktor war aber: Sie ist aktuell stark rabattiert im Angebot. Man bekommt sie derzeit statt für 1499 Euro eben 300 Euro günstiger. Im Zweifel ist auch das ein Argument, das jetzt zu machen statt zuzuwarten.
Sucht man eine Kamera für die Reise merkt man da ebenso, dass das Gerät recht leicht ist. Vielleicht liegt es an einem doch recht hohen Kunststoffanteil. So sind auch die wenigen derzeit für RF-S erhältlichen Objektive in Kunststoff gefasst, was einen bedachten Umgang damit erforderlich macht. Üblicherweise bestehen Objektivbajonette aus Stahl.
Ich bin daher gestern spontan für rund 60 Euro nach Stuttgart gefahren und habe das Teil einen Tag lang ausprobiert. In gut 2 Stunden bist du dort. Hinzus auch mit der Bahn. Heimwärts hat es wegen Chaos auf den Schienen leider eine Stunde länger gedauert. Mit dem Auto nach Stuttgart zu fahren entspricht einer Verzweiflungstat und wird nur infrage kommen wenn es unbedingt sein muss. Du bist als Autofahrer dort nicht erwünscht! Aber auch der Tunnel der S-Bahn ist gesperrt und die Ersatzverkehre wurden umgeleitet. Es war warmer Umzug an einem heißen Tag. Hübsche motivträchtige Kombination? Die Stadt ist auch so voll mit Fotomotiven, auch wenn man sie regelmäßig suchen muss, weil etwas verwinkelt. Man muss da fast alles zu Fuss erledigen, und die Wege sind auch in der Innenstadt weit. Herausgekommen sind Bilder wie oben im Beitrag zu sehen. Das Foto zeigt den Stuttgarter Feuersee. Der brennt nicht, wird aber als Löschwasserreservoir gebraucht wenn es brennt. Die Kirche darin steht auf einer Halbinsel und wird gerade renoviert, und vor dem Baden im See wird wegen Algenwuchs gewarnt. Wohl auch deshalb schaut das alles etwas zu grün aus, auch wenn es biologisch Blaualgen sind.
Die Kamera hat ein paar Features, die zunächst mal zumindest äußerlich nicht weiter auffallen. Die meisten spiegellosen Modelle haben eine digitale einblendbare Wasserwaage, die sehr nützlich ist. Hier ist das anders geregelt. Statt einer Überlagerung im Display hat sie eine zuschaltbare Automatik, die den Horizont in Grenzen ganz von alleine gerade richtet. Soweit ich das gestern feststellen konnte funktioniert das in der Praxis recht gut.
Natürlich gibt es andere „professionellere“ Geräte. Für den Preis sind die Möglichkeiten aber praxistauglich und sehr gut, zumal wenn man das Gewicht bedenkt das man da den Tag lang mit sich herumträgt. Mit einem kleinen Täschchen bist du im Prinzip fertig. Für einen Städetrip reicht grundsätzlich ein 18-150mm fast immer aus. Wer will stellt noch ein 10-18mm davor und ein 55-210mm dahinter. Viel mehr hat das Portfolio derzeit auch nicht zu bieten. Canon sollte hier noch was tun.
Die Optiken sind im APS-Bereich allesamt keine Lichtriesen, aber für den Zweck ausreichend, zumal im Bedarfsfall auch die Vollformatversionen an den Anschluss passen. Dann fragt man sich nur, was wozu das Zubehör ist, und man muss den Cropfaktor von 1,6 bedenken. Ein 100mm-Makro ist da eben scheinbar 160mm lang. Das kann auch ein Vorteil sein, denn die bei anderen Marken erhältlichen 180mm sind bei Canon eben nicht für RF da. Vollformatobjektive sind erheblich größer und schwerer (und auch teurer) als das, was derzeit für APS-C angeboten wird.
Mal sehen was da noch kommt. Ich werde aber auch in Zukunft im Zweifel eher meine R5 mit 24-105mm oder das 24-240mm nehmen. Die Verzeichnung des 18-150 ist doch erheblich und danach in Lightroom kaum zu korrigieren. Man sieht auf dem Bild wie die Ränder kippen, auch wenn die Kamera eigentlich gerade gehalten wurde.



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