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Hohenheimer Schlossradrennen, Nachlese

Hohenheimer Schlossradrennen, Nachlese

Hohenheim – Foto: Archiv – Zur Erläuterung: Bei meinem Originalbeitrag oben bin ich in mancherlei Hinsicht nicht sonderlich konkret geworden. Warum habe ich mich gegen den Besuch in Stuttgart entschieden? Nun, ich werde gern deutlicher …

Da sind einige Dinge, die in ihrer Summe dazu geführt haben. Zum einen: die Hitze. Ich bin derweil 61 Jahre alt und körperlich nicht mehr unbedingt gesund. Man muss die Natur nicht herausfordern! Entscheidender als das waren aber die Verkehrsbeziehungen, und das besonders vor dem Hintergrund, dass manche Vereine inzwischen meinen, per Hausrecht bestimmen zu können wer in aller Öffentlichkeit was darf, und wer nicht. So gewesen in Wiesbaden beim Biebricher Crosslauf, der ja im Schlosspark stattfindet, und wo mir ein Vertreter des Veranstalters ohne Grund abgesprochen hat, da sein zu dürfen. Man habe das so festgelegt! Diesem Rechtsmissbrauch wird offiziell nicht Einhalt geboten. Ganz im Gegenteil. Okay. Warum soll ich da noch glauben das könne in Stuttgart anders sein? Wozu soll ich da wie gesagt 190 Km weit fahren? Um mich dort heimschicken zu lassen? Das glaubt doch keiner!

Ich muss und darf annehmen, dass dort dasselbe Verhalten zu erwarten ist, das woanders schon da gewesen ist! Da behauptet wer was, da wird verleumdet, Märchen erzählt, gemutmaßt. Was stimmt weiss doch keiner. Aber jeder mit einer Kamera ist erstmal verdächtig? Dann macht es alleine!

Was den Verkehr betrifft: 190 Km mit dem Auto kosten Benzin, und das ist teuer. Aus politischen Gründen teuer. Man spart da nichts, wenn die Bahnfahrt dadurch sinnlos gemacht wird, dass man nicht absehen kann, wann das Rennen zu Ende sein wird. Das Hauptrennen startete um 14:30 Uhr, wenn es wie angekündigt gelaufen ist. Dauer 53 Runden zu jeweils 1,7 Km macht insgesamt rund 90 Km Renndistanz? Bei einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h dauert das Rennen also ungefähr zwei Stunden irgendwas. Da wären wir am Ende bei etwa 16:30-17:00 Uhr. Man kann absehen wann das dann durch sein wird. Da tickt dann aber bereits eine virtuelle „Zeitbombe“. Danach kommen ja noch die Zeit der Auswertung, der Bekanntgabe des Ergebnisses, eine 30minütige Protestfrist, die Siegerehrung, die frommen Reden, etc. pp. Das wird dann rasch etwas später, und ich hätte die U-Bahn spätestens um 17:40 Uhr nehmen müssen, um eine Chance auf zeitgerechte Heimkehr zu haben. Das wäre schon ein Abenteuer geworden, wegen der knappen Anschlüsse. Das hatte ich erwähnt. Ob das real funktioniert hätte lasse ich mal dahingestellt.

In dieser Hinsicht bin ich ein gebranntes Kind. Damals bei der Transschwarzwald in Offenburg musste ich abbrechen, weil die Siegerehrung später stattfand als mein Zug fuhr. Den Fahrplan hatte ich nach der zu erwartenden Schlusszeit berechnet, und verloren als es dann doch immer später wurde. Ich habe mir damals geschworen, dass mir das nicht erneut passieren soll.

Es war dabei mehr Wagnis als Zuversicht! Der Sport selbst hat zusammen mit der Politik dafür gesorgt, dass wir Besucher, Zuschauer, Fotografen, Filmer, etc. uns regelmäßig nicht mehr sonderlich erwünscht vorkommen. Die Downhiller waren dabei am deutlichsten. Was willst du hier? Du störst! Man stört also weil man einfach da ist? Okay. Die Sportler haben das so gesagt. Sie wollen also gar keinen Besuch haben! Das war deutlich und unterfällt auch nicht jugendlicher Leichtfertigkeit. Das war nicht gedankenlos dahergeredet, das war ausgelebte Arroganz! Wir sind wir und uns kann keiner? Man erlebt desgleichen auch von Seiten vieler Profiteams. Schau nicht zu genau hin, stelle keine Fragen! Genau davon lebt aber Interesse. Kein Interesse mehr ist gleichbedeutend mit ausbleibendem Besuch. Noch gehe ich nicht so weit diese Aussage zu verallgemeinern, aber die Brücke wird zunehmend morsch. Es wäre eventuell zielführend, wenn sich die Funktionäre mal öffentlich dazu äußern, wie sie dazu stehen. Nicht sonderlich glaubwürdig wirkt es, wenn es immerzu heisst, wie wichtig doch Besuch sei, dann aber Bedingungen geschaffen werden, die klar machen dass solcher nicht wirklich erwünscht ist! Nach solchen Dingen wird geplant! Einmal festgelegte Züge sind dann unflexibel, Zugbindung sei Dank. Wie gesagt dürfte der anhaltende Zuschauermangel Gründe haben. Deren gibt es viele, einige wurde schon benannt. Ihnen zu begegnen geht nur, wenn man es unterlässt, die Gäste als störend darzustellen. Das aber tun da manche, und die Folge bleibt nicht aus! So bin auch ich daheim geblieben, habe einiges an Geld gespart, meine Zeit sinnvoll anderweitig verbracht, Brot gebacken und mich im Schatten aufgehalten, keinen Sonnenstich bekommen, und jetzt auch keine Arbeit mit den sonst womöglich entstandenen vielen Bildern oder Filmschnipseln.

Wenn ich was nicht hören will, dann sind das scheinfromme Reden. Wer anders redet als er dann handelt, oder handeln lässt wie erlebt, braucht sich nicht wundern, wenn er dann alleine bleibt! Sich Besuch erbitten, aber die Anreise nur für jene zulassen, die zufällig am Ort wohnen, gehört hier dazu. Dann bleibt halt einfach unter euch. Es gab da nur recht wenige kostenfreie Parkplätze, und das dürften auch jene sein, die als erstes belegt werden. Alle anderen sind mit Gebühren belegt. Man will also auch Sonntags daran verdienen, oder die Leute abschrecken. Die Anreise mit Öffis scheitert absehbar an zu knappen Anschlüssen, die absehbar verlustig gehen dürften. Da steht man dann in der Hitze. Ob es auf den Bahnhöfen Schatten und Bänke gibt kann ich nicht wissen, es ist aber unwahrscheinlich. Trinkwasser ist absehbar ausserhalb der Großstädte auch nicht verfügbar. Dass dieses Risiko zu groß wird kann klar sein. Das Auto hat eine Kühlung, und einen Kofferraum, aber es ist für unerwünscht erklärt worden, und Parkplätze sind nicht absehbar genug vorhanden. Ist es dieses Risiko wert?

Ich weiss es nicht! Entsprechende Erfahrungen habe ich bereits aus Waldrems und anderen Orten mit Rennen dieses Jahr im Gepäck. Sie zerstören Vertrauen! Wer Besuch will muss diesen auch unterbringen. Ich kann nicht erkennen wie das da gehen soll, wenn man hört was manche da sagen. Aus Sicht der Ortsansässigen ist das natürlich einfach. Es wohnt aber nicht jeder in Stuttgart! Dieses Problem hatten wir bereits bei den Race Days, und das Ergebnis war auch da, dass ich vom Besuch abgesehen habe. Das eine sollte nicht gehen, das andere konnte nicht gehen. Also lassen wir’s halt bleiben.

Das Interesse ist noch da, Möglichkeiten werden aber zunehmend seltener. Irgendwie ist das schade, aber erkennbar so gewollt.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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