RaceDays Nachlese
REGION STUTTGART – Foto: Archiv – Die Race Days sind eine viertägige Radsportveranstaltung für Hobby- und Lizenzsportler (m/w/d) und werden gewöhnlich am Fronleichnam-Wochenende an vier unterschiedlichen Orten in und um Stuttgart ausgetragen.
Diesmal fanden die Rennen am Schloss Solitude, in Stuttgart-Vaihingen, in Magstadt und in Filderstadt-Plattenhardt statt, jedes für sich eine Strecke mit sehr unterschiedlichen Anforderungen. Eigentlich ist da für jede/n was dabei. Die Reihenfolge der Orte wechselt, der Charme bleibt!
Es handelt sich hier um eins der wenigen verbliebenen Radrennen, denen ich ohne lange nachzudenken das Attribut „jederzeit besuchenswert“ zuschreibe. Natürlich gibt es auch da Sachen, die man noch verbessern könnte. Die stehen aber nicht unbedingt im Einfluss der Veranstalter. Das sind hier eben vier Vereine aus der Region, real die an den jeweiligen Orten tätigen Sportvereine, die das zusammen mit den Städten und mehreren Sponsoren auf die Räder stellen. Ohne Unterstützung geht es nicht, und so sind im Hintergrund hunderte ehrenamtliche Helfer tätig, um für ein gelungenes Wochenende zu sorgen.
Es kommt auch nicht überall vor, dass es jeweils eine (kostenlose) Übertragung des ganzen Tages im Internet gibt. Zu erwähnen sei hier Sporteurope.tv, ein Sender, der sich augenscheinlich in verschiedene Regionalangebote aufteilt, findet man doch oft einen Link zu Sportdeutschland.tv, der dann zum selben Angebot führt. Dass da nicht immer alles optimal gelaufen ist dürfte auf Mängel in der örtlichen Mobilfunkversorgung zurückzuführen sein, die eben auch sonst oft nicht hält, was die Anbieter versprechen. So setzte da schon mal das Bild aus, oder es kamen keine Daten. Was man da tun könnte würde auch mich durchaus mal interessieren.
Das waren da also vier Tage Radsport zum Anfassen. Nicht so wie bei inzwischen vielen Profiveranstaltungen, wo man sicht- und fühlbar das Geld raushängen lässt und sich aufführt, als seien manche etwas besseres. Gerade so erlebt bei Eschborn-Frankfurt, was früher auch mal ein schönes Rennen war. Heute benimmt man sich da so als seien Besucher das Feindbild. Das ist in Stuttgart (noch?) anders. Leider blieb auch da die Wirkung nicht ganz aus, die Leute kamen nicht so zahlreich wie früher, auch wenn das Wetter und die Bedingungen überwiegend sehr schön waren.
Überwiegend deshalb weil an der Solitude und in Vaihingen eben doch Schauer das Bild störten, und niemand möchte nassgeregnet den Tag über an der Rennstrecke stehen.
Dass es wirkt zeigte sich auch an einem Erlebnis gleich am ersten Tag, als ein Hobbyfahrer ziemlich umgehend gleich an einen Verein vermittelt werden konnte und sein Interesse an einer Lizenz bekundete. Nicht alle Tage gab es ein solches Hobby- oder Einsteigerrennen, aber dass es eine gute Sache ist zeigte sich eben hier.
Um an der Rennstrecke sein zu können muss man erstmal da hin kommen. Da liegt eins der Probleme für Besucher wie für Teilnehmer, wobei letztere ohnehin regelmäßig mit dem Auto anreisen. Das muss aber auch tun, wer der Forderung der Politik folgen möchte, die sich da eben hinstellt und die alternative Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verlangt. Das ist schlecht möglich, wenn jene von der Veranstaltung weggeleitet werden und dort nichts hinfährt. Ausser dem eigenen Auto, versteht sich, und da scheitert es oft am Parkplatzmangel. Wer zu spät kommt fährt dann eben unverrichteter Dinge wieder nach Hause, was dazu führt dass viele eben trotz Interesses nicht gekommen sein dürften. Wer nicht in der Region wohnt hat da dann eben ein Problem, und das ist alles andere als unwesentlich!
Warten wir auf eine Neuauflage im nächsten Jahr. Wenn es sich irgendwie einrichten lässt werde ich da sein, auch weil es dieses Mal eben leider nicht geklappt hat. Aus Gründen nicht geklappt hat, die ich nicht zu beeinflussen vermag, die aber jene beeinflussen könnten, die sich in Amt und Würden befinden und gerne tagein tagaus scheinfromme Reden halten. Wer zum Autofahren zwingt, aber zu dessen Verhinderung durch überteuerten Treibstoff aufruft, handelt vertrauensunwürdig und muss sich gefallen lassen, entsprechend zu seinen Reden und Handlungen beurteilt zu werden. Andernfalls haben brauchbare alternative öffentliche Verbindungen zu den Veranstaltungen bereitgestellt zu werden, wozu grundsätzlich ein Bus vor und nach den Rennen ausreichen könnte. Auch von auswärts erreichbar sollte es schon sein, wenn man sich Besuch wünscht. Ich stelle da keine Luxusanforderungen, es geht um ein Prinzip. Man kann aber nicht einfach die Linien abstellen, während man zu deren Nutzung aufruft. Das ist wie, Wasser für trocken zu erklären.
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