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Eurobike

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FRANKFURT AM MAIN – Foto: Archiv – Die Eurobike steckt in der Krise? So schreibt jedenfalls heute die Hessenschau wie folgt: „Die Frankfurter Eurobike steht auf der Kippe. Seit Mittwoch läuft in Frankfurt die Fahrrad-Fachmesse Eurobike. Doch der einstige Branchenriese ist schwer angeschlagen, die Fahrradindustrie zieht künftig weiter nach Köln. Ein neues Konzept soll die Eurobike retten.“ (Zitat)

Kommt das wem irgendwie bekannt vor? In Köln gab es mal die Photokina. Gab es mal … das Riesending der Fotobranche. Alles vorbei! Ich kann nicht versprechen und halten auch? Es wurde viel präsentiert, das man danach im Fachhandel nie bekam. Die Kundschaft goutiert das nicht. Fährt man etwas rheinaufwärts und geht in der Zeit leicht zurück kommt man nach Freiburg im Breisgau. Dort gab es bis vor wenigen Jahren eine ebensolche Messe mit dem schönen Namen „Bike Aktiv“, und auch da kann man genau das gleiche verfolgen. Erst das halbe Gelände, später geschrumpft auf eine Halle, dabei kam eine Caravanausstellung dazu, dann auch mal eine Campingmesse, dann war der Ofen aus! Die Gründe kommen bekannt vor. Die Besucher wussten nicht mehr was sie erwarten sollten, und verloren das Interesse.

Auch die Abhilfe hat hier wie da nicht funktioniert. Wer nach eigener Aussage die Leitmesse der Branche sein will muss auch so am Markt auftreten. Wer bestimmt denn diesen Fahrradmarkt? Man kann bei näherem Hinsehen zu dem Schluss kommen, dass das die Nachfrage- und nicht die Angebotsseite ist! Die Kunden haben das Geld und bestimmen ob und wofür sie es ausgeben. Wer nicht anbietet was nachgefragt wird, und es auch nicht kurzfristig liefern kann, schaut in die Röhre.

Das war auch von der Entwicklung her stets dasselbe. Als die Bike-Aktiv anfing traf man dort auf alle namhaften Hersteller, von Shimano bis zu fast allen Fahrradmarken. Das Interesse liess nach, Corona trieb die Kunden in den Versandhandel. Die ortsansässigen Läden hatten geschlossen, die Leute aber wollten Fahrrad fahren, weil sonst wenig möglich war. Nach der Pandemie war die Messe zum Ramschtisch der Radhändler verkommen und diente fast nur noch dem Abverkauf der Lagerware. Die wollte aber kaum wer haben!

Jetzt in Frankfurt wiederholt sich das? Die Hallen sollen weniger werden, man will sich auf die Fachhändler konzentrieren. Damit aber verspielt man, meiner Meinung nach, die letzte Chance.

Warum?

Der Fachhandel ordert früh, und fragt da nicht nach Messezeiten. Die Neuheiten der Messe werden da kaum Beachtung finden, weil die Lager der Händler im Sommer voll sind. Wer sich da verkalkuliert hat sitzt auf Altware, wer nicht liefern kann was die Kundschaft nachfragt hat ebenso das Nachsehen. Geht mal zu den größeren Händlern, und schaut was ihr da findet. Vordergründig eine schöne Kulisse. Aber die gefragten Größen fehlen. Du findest entweder ganz groß oder ganz klein. Wer größere vierstellige bis kleinere fünfstellige Beträge für ein Fahrrad ausgibt verlangt das genau Passende, und keine Kompromisse. Die Leute wissen zumeist recht genau was sie wollen, und wenn sie das im ortsansässigen Fachhandel nicht bekommen fahren sie. Zu Händlern wie Canyon nach Koblenz oder Rose nach Bocholt, wo es Ausstellungsräume gibt und man die Wünsche auch Probefahren kann. Passt alles ist der Deal gemacht. Keiner wartet da wochenlang. Eher wird weit gefahren.

Da macht die Drohung der Händler, man werde solche Bikes nicht warten oder instandsetzen, bestenfalls deren Lage noch schlimmer. Wer mit solchen Dingen droht erweckt eben genau das nicht, was da gefragt wäre: Vertrauen! Wo Kunden Zahlvieh und Manövriermasse sind bleibt kein Geld hängen. Man bekommt alles online, das hat man selbst so haben wollen.

Das gilt jetzt auch für die Messe. Was die Leute wissen wollen wird gegoogelt. Früher brauchte man die Messen, um das Angebot zu kennen. Heute tun die Webseiten der Anbieter diesen Zweck. Ich will nicht sagen dass sie damit überflüssig werden, aber sie sollten aufpassen dass beim Volk, von dem sie leben,. nicht der Eindruck entsteht, man bekomme die Info, um die es hier geht, anderweitig besser. Die Leute wollen teure Wünsche ausprobieren. Das ist das Pfund mit dem sich wuchern lässt! Wer das bietet und damit Kunden einfängt macht das Geschäft. Wer nur heiße Luft verspricht verbrennt sich langfristig die Finger, und die Ernte.

In diese Kategorie des Umgangs gehört auch, wie man die Zuschauer dort behandelt hat. Wie gesagt, seid nicht zu neugierig, komme mir nicht zu nahe, stellt keine Fragen! Gebt lieber Geld aus. Da findet ja auch so ein Radrennen statt, das Bembelkrit. Wie der Name schon vermuten lässt ein Kriterium auf dem Messegelände. Die Idee ist gut, wie ich mich dort zuletzt behandelt gefühlt habe weniger. Wir brauchen dich nicht, wir haben unsere eigenen Leute! Das war eben so dass man freiwillig nicht für Geld und gute Worte wiederkommt. Ich muss nicht. Und ja, so reagieren auch andere, nicht nur beim Rennen.

Ich werde am Wochenende nicht dort sein. Die wirtschaftliche Lage lässt keinen Gedanken an ein neues Rad zu, und ob ich im Fachhandel bekäme was mir dort den Mund wässrig macht ist spätestens seit einigen diesbezüglich deutlichen Erlebnisse kaum noch glaubwürdig. Die Aussteller verwiesen da auf die Hersteller, auf den Fachhandel, die alle nichts liefern konnten oder wollten. An manchen Ständen hatte die Putzfrau mehr Ahnung als das Fachpersonal. In der Summe gab es da ein genau passendes Rad, das man nicht kaufen konnte, und damit war es für mich wertlos. Was nützt mir als zahlungswilliger Kunde die Aussage, das Gesuchte habe man nicht da, könne es auch nicht besorgen, aber man werde aus dem Bestand schon was passendes finden? Das ist was Kunden unzufrieden macht! Wer so viel Geld in die Hand nimmt will vor allem keine faulen Kompromisse! So etwas erlebt man in dieser Branche inzwischen andauernd, und ich als möglicher Kunde bin zu dem Schluss gekommen, warten zu können bis das Passende verfügbar ist. Das kann dauern? Wenn auch nur 10-20% der Deutschen ähnlich denken kann klar sein warum es Messe und Fachhandel schlecht geht.

Man bekommt da deutlich nahegebracht um was es vordergründig geht. Um Geschäfte. Solange aber keiner fragt welche Bedingungen diese Geschäfte brauchen wird es eben keine geben. Das ist wie in der Gärtnerei. Ohne Mistbeet keine Aussaat. Man beachte die Reihenfolge. Jeder Gärtner lernt schnell, dass er für Wohlergehen seiner Pflanzen sorgen muss, so wie die Messe, die Händler, etc. pp. gut daran täten den Kunden nicht einfach viel zu versprechen, sondern dafür zu sorgen dass ihnen die Leute auch vertrauen. Wer davon ausgeht das Gesuchte eh nicht zu bekommen spart sich das Geld.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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