Wünsche
Foto: Symbolbild – Es kann gut sein dass dies einer der letzten Beiträge auf diesem Blog wird. Ich habe dieser Tage Nachrichten erhalten, die geeignet sind, die Freude an diesem Projekt zu trüben.
Dabei geht es mir nicht um Gesellschaftsschelte, wenn ich das Nachstehende schreibe. So, wie sich manche das vorstellen, geht es aber nicht. Ich bin Amateurfotograf, und nicht die Deutsche Presseagentur. Worin liegt der Unterschied? Während ich alleine bin hat eine Agentur einen Stab an Mitarbeitern, die den ganzen Tag Zeit haben, „gewisse Arbeiten“ zu erledigen, die Voraussetzung dafür sind, nach Jahren und Jahrzehnten bestimmte Aufnahmen wieder zu finden.
Man muss die Bilder, jedes einzeln, dafür verschlagworten, denn nur nach diesen Schlagworten kann man später suchen. Man müsste also jedem einzelnen Bild von Anfang an die Namen und Teams zuordnen. Dazu muss man aber jeden einzelnen kennen. Das ist nicht der Fall, was auch daher rührt dass die Listen eben oft genug nicht zugänglich sind. Man kann da nicht nur nicht nach der berüchtigten Erlaubnis fragen, man kann auch keine Bilder verschlagworten. Jedenfalls nicht in dieser Tiefe. Das betrifft zehntausende Bilder. Bei der DPA dürften das so viele jeden Tag sein. Das muss wer erstmal leisten! Auch mein Archiv ist im Lauf von fast 40 Jahren auf ansehnliche Größen angewachsen, sodass es heute absolut unmöglich ist, darin irgendwas über bestimmte Rennen hinaus wiederfinden zu wollen, zumal wenn man nicht weiss, wonach man sucht. Für den Computer sind Bilder eine Matrize an Pixeln. Verschieden bunt, verschieden hell, aber inhaltlich ist das völlig egal. Der Rechner weiss nicht was da drauf ist.
Hier geht es um einen Sportfreund, der nach einem halben Leben nach den Bildern seiner Karriere sucht. Ich habe versucht ihm zu erklären, wo da nun das Problem liegt, und er sei enttäuscht den Wunsch nicht erfüllt zu bekommen. Es macht aber einen gewaltigen Unterschied, ob man unmittelbar nach einem Rennen direkt weiss wer das war, für welche Mannschaft der da gefahren ist, welche Startnummer er hatte, oder ob da wer nach Jahrzehnten kommt und meint man habe das alles jederzeit parat. Wie gesagt, das ist Wunschdenken.
Woran liegt das? Eben an vorgenanntem. Ich habe anfangs ebenso wie ihr mit bescheidenen Mitteln angefangen. Mit einer Minolta XD-7 zur Konfirmation, geladen war die mit Diafilm. Nein, die sind nicht alle gescannt worden, und nach analogen Bildern suchen ist aus sich selbst heraus Sisyphusarbeit. Später kamen dann Stück für Stück Ausbau zu Ausbau, bis das da stand was ich heute habe. Das Interesse war nie, eine Bildagentur aufzubauen! Mir ging es vorrangig um schöne Bilder. Das ist bis heute so, und man kann heute nicht nachholen, was damals mangels Masse nicht machbar war. Informiert euch mal was das alles kostet. Ich könnte mir vorstellen dass ein Radladen dagegen günstig ist. Man kauft das alles auch nicht auf einmal, das tut hier aber nichts zur Sache. Ich habe erst seit rund 24 Monaten Software, die den Aufbau einer Bilddatenbank überhaupt erlauben würde. Was damals da war kann heute oft nicht mehr genutzt werden. Warum? Die Hersteller gibt es nicht mehr, die Formate wurden geändert, das Produkt wurde eingestellt, etc. Das ist Software! Da passiert dasselbe wie bei Office oder anderen Programmen. Die Hersteller fragen zuallerletzt nach den Anwendern. Eine mit dem Programm A erstellte Datei ist oft genug im Programm B nicht zu öffnen und damit verloren, wenn man die Plattform wechselt und es die alten Programme da eben nicht gibt. Die Industrie hat kein Interesse daran, universelle Formate zu schaffen. Ganz im Gegenteil. Je spezieller desto größer die potentielle Kundenbindung, und wenn dann irgendwann das Produkt abgekündigt wird stehst du da und guckst dumm aus der Wäsche. Das ist mir im Lauf der Jahre mehrfach passiert. Da fragt auch keiner wie es dann weitergeht.
Wie habe ich das Archiv aufgebaut? Die Bilder liegen in Ordnern, die jeweils mit Datum und der Veranstaltung benannt sind. Die Rennen finde ich wieder, aber nicht wer damals mitgefahren ist, noch wer das auf den Bildern jeweils ist. Wie gesagt, es ist heute eine Zumutung zu meinen, man könne das nacharbeiten. Das muss wer machen! Ich habe zuallererst meine Arbeit, meinen Haushalt, auch andere Hobbys, und erst dann Foto und Video. Der Aufwand, den ich dafür treiben kann und will, hat Grenzen. Es gibt also kein Werkzeug, mit denen ich jetzt so wie gewünscht nach Bildern suchen könnte. Bitte versteht das.
„Haben wollen“ ist so eine Sache. Es ist selbstverständlich erlaubt nach Bildern zu fragen, und wenn möglich gebe ich sie euch gerne. Da gibt es nun allerdings auch wieder Hürden, da Dienste weggefallen sind, die früher verfügbar waren. Dropbox ist so ein Beispiel. Alles wird auf Abo umgestellt, die Anbieter wollen heute Geld sehen für etwas, das in ausreichendem Umfang seinerzeit gratis war. Nun kann ich aber nicht unbegrenzt Geld für ein Hobby ausgeben, zumal wenn es dafür keinen Anlass gibt wenn einmal im Jahr wer nach Bildern fragt.
Ähnlich benimmt es sich mit Treue und Glauben. Wie war das mit Instagram? Es gab da vor gar nicht allzu langer Zeit ein Rennen. Der Ausrichter hat gefragt, ob ich ihm ein Bild geben könne. Hab ich gemacht. Was passierte dann? Nun, es dauerte nicht lange und ich hatte eine Löschaufforderung im Briefkasten! Soviel dazu. Der wollte eigentlich nur wissen was ich mache wenn er fragt! Um das Bild ging es anscheinend überhaupt nicht. Es passierte aber mehr, denn Instagram hat mir bald darauf wegen angeblichem Verstoß gegen die Gemeinschaftsrichtlinien das Konto geschlossen. Keine Angabe worüber man sich aufregt, keine Antwort auf Rückfragen. Ich sei schuld und damit basta. Für euch heisst das, dass dieser „Lieferweg“ wegfällt. Es gibt keine Möglichkeit des Protests oder des Rechtswegs, Instagram entscheidet nach belieben und dabei bleibt es. Gut, ich kann damit leben. Damit aber haben sie die Gesamtheit der sozialen Medien diskreditiert, denn wer nach Gutsherrenart vorgeht zwingt Anwender zu der Vermutung einer jederzeitigen Wiederholung. Mir scheint da arbeitet eine wild gewordene KI, die niemand kontrolliert. Offenbar prüft da auch niemand, auch wenn es etwas anderes heisst. Sonst könnte man ja Roß und Reiter nennen.
Wie steht der deutsche Sport zu meiner Arbeit? Leichtathletik und Triathlon haben sich davor schon abfällig geäußert. Braucht man nicht. Macht man alles selbst. So reden auch die meisten Teams im Radsport. Okay. Nun erlebe ich seit einigen Jahren bei Meisterschaften zunehmend, dass man nur noch Presseausweisinhaber akkreditiert. Die Karte bekommt aber nicht jeder, der Medienarbeit macht. Sie belegt Hauptberuflichkeit, aber nicht unbedingt Können. Es ist ja kein Ausbildungs- oder Befähigungsnachweis, also geht da vermutlich ums Geldverdienen. Was im Grundgesetz dazu steht interessiert die Herren sowieso nicht. Thema durch. Ich muss nicht so weit fahren wenn die Annahme gerechtfertigt ist, dort gar nicht erwünscht zu sein. Es hat sich ferner gezeigt, dass Rennen gerne da stattfinden, wo man ohne Auto nicht zeitgerecht, oder grundsätzlich nicht, hinkommt. Öffis werden eingestellt oder umgeleitet, Parkplätze gibt es ebenso willentlich keine, was die Aussage enthält, keinen Besuch zu wünschen. Man soll nicht mit Auto kommen, anders kommt man aber garnicht da hin? Wer soll die aktuellen Benzinpreise denn ohne Sponsoren bezahlen? Das enthält eine politische Botschaft! Die Logik muss man nicht verstehen. Macht nur schön euren eigenen Ruf kaputt.
Es sind also Entscheidungen gefallen. Was nicht geht, geht eben nicht. Aus datenschutzrechtlichen wie administrativen Gründen ist es auch nicht möglich, die NAS, auf der die Bilder liegen, einfach freizuschalten, damit ihr euch die Bilder selbst heraussuchen könntet. Da ist ja noch ein bisschen mehr drauf, was Fremde nichts angeht. Zudem verbietet es die DSGVO. Wieder mal. Die Vorschrift macht Sinn, wenn man eine lautere Absicht unterstellt. Man kann sie aber einfach missbrauchen, weil sie schlecht auf die Praxis angepasst ist, und ich vermute Absicht dabei. So wie bei Drohnen. Nach dem Gesetz darfst du die fliegen, ausser da, wo es verboten ist. Nun schau mal in die Karte. Es ist fast überall genau da verboten, wo es was zu filmen gibt, und nur da erlaubt wo keiner interessiert wäre!
Ist das noch Zufall? Etwas zu viele Zufälle weisen auf eine Absicht. Das Inkrafttreten der DSGVO hat übrigens auch dazu geführt, dass ich viele meiner Bilder, die bis dahin im Netz zu sehen waren, offline genommen habe, und es nun darauf keinen Zugriff mehr gibt. Ich erinnere an die Folgen, die sich bei dem Versuch mit der kleinen NAS vor einiger Zeit zeigten. Es traten zahlreiche Einbruchsversuche auf, nicht wenige im Minutentakt. Keiner davon war erfolgreich, das nur nebenbei. Aber die Botschaft lautet, dass da zu viele im Land herumlaufen, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind, und das schamlos ausnutzen. Das Bildarchiv hat ein Volumen von derzeit zweistelligen Terabyte. Ja, das Kind ist etwas dicker. So ist das also auch keine Lösung, das alles in eine Cloud zu schieben. Das Risiko, das sich daraus ergeben kann, ist mir zu groß geworden! Ich kann und will nicht gegen das ganze Ausland Krieg führen. Die Protokolle waren eindeutig. Staaten und ihre Hacker gegen einen kleinen Fotoamateur, weil die meinen, es gäbe bei mir was zu entdecken? Toll, nicht wahr?



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