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Cinema-Kameras

Cinema-Kameras

Foto: Symbolbild – Houston, wir haben ein Problem! Allerdings verstehen die Hersteller nicht, woran das liegt. Es kommen seit einiger Zeit von allen namhaften Herstellern sogenannte Cinema-Kameras auf den Markt. Kameramodelle also, die irgendwie als eierlegende Wollmilchschweine gedacht sind, aber real aus Sicht der Anwender nicht Fisch noch Fleisch sind. Was ist da nun das Problem?

Nehmen wir den Automobilbau als Blaupause. Hersteller wie VW bauen verschiedenste Modelle auf derselben Plattform auf, will heissen das Auto schaut äusserlich verschieden aus, ist technisch aber „alles dasselbe“. Das gilt inzwischen für Kameras in der gleichen Weise. Canon z.B. baut basierend auf der EOS R6 Mark III ebenso die C50 oder die R6V, sowie daran angelehnt die R50V. Da steckt überall weitgehend dieselbe Technik drin, derselbe Sensor, etc.

Gedacht sind sie jeweils für unterschiedliche Anwendergruppen. Die R6-III für Fotografen, die C50 für Filmprofis. Der Rest konnte sich nicht recht entscheiden? Nein, in Wahrheit ist es eher so dass die sogenannten Profimodelle seit eh und je überwiegend in der Hand von Amateuren sind! Das war schon zu DSLR-Zeiten so und wird sich nie wirklich ändern. Es gibt da weder die Nur-Fotografen noch die Nur-Filmer. Eigentlich bräuchte es ein Modell, das alle Teile eines großen Puzzles mitbringen würde, und das gibt es nicht. Jedes Modell aus dieser Familie hat irgendwo ein Problem. Die Fotokameras können nicht richtig filmen, und überhitzen im Sommer weil ihnen die Kühlung fehlt. Die Filmkameras können nur bedingt fotografieren, und beim Filmen denkt man an ein Erdbeben, weil die Bildstabilisierung als überflüssig betrachtet wurde und der IBIS fehlt. Ich halte dabei die Aussage eines Experten, Bildstabilisierung brauche es nur für lange Belichtungszeiten, für großen Unfug, denn gerade bei langen Belichtungszeiten brauche ich keine Stabilisierung in der Kamera, sondern ein stabiles Stativ, das ich auch dabei habe wenn ich weiss dass ich es brauche. Aber ich trage sowas nicht als Ballast auf Verdacht mit mir herum! Darum braucht es eine taugliche Bildstabilisierung neben dem Lüfter für Filmaufnahmen aus der Hand. Ist das so kompliziert?

Weder Nikon noch Canon noch Sony noch irgendwer sonst könnte von einem Markt leben, der sich nur und ausschließlich auf gewerbliche Interessenten beschränkt, auch wenn manche da gerne was anderes behaupten. Ein solcher Markt wäre null Komma nichts gesättigt. Ab da verkauft man dann nur noch Ersatzbeschaffungen, was den Produktionsaufwand kaum einspielen dürfte, geschweige denn für Gewinn sorgt. Im MFT-Bereich erlebt man eben genau das, wo man seit Jahren technisch auf der Stelle tritt, auch wenn eine GH7 als Beispiel den Amateurfilmermarkt immer noch dominiert. Es gibt bis heute technisch nicht viel Besseres! Was die kann darf als Massstab gelten. Es genügt den Anforderungen mehr als deutlich.

Zwar werben die Hersteller gerne mit Auflösungen von 8k, real aber stellt sich die Frage: Wer braucht das denn? Das Wiedergabemedium ist der Fernseher! Wenn der 4k kann ist das viel, und selbst wenn sowas bei euch zuhause steht muss der Film dazu in dieser Auflösung und damit in dieser Datenmenge über die Leitung, sei es vom Streamingdienst oder vom Medienplayer. Selbst ein Heimnetzwerk schafft das nicht unbedingt, WLAN gleich mal garnicht. Das ist beim Film der Faktor. Du musst nicht höhere Auflösungen produzieren, die du dann nicht wiedergeben kannst. Dieses Verkaufsargument entfällt also.

Was ist der große Mangel an diesen neuartigen Cinema-Kameras? Das wäre meiner Meinung nach die Denkweise der dortigen Marketingabteilungen! Kameras ohne IBIS – ohne taugliche Bildstabilisierung – mögen für professionelle Produktionen gut tauglich sein, nur was nimmt ein Hobbyfilmer gewiss zuletzt mit in den Urlaub? Stativ, Gimbal, oder Rig! Alles unnötige Gepäck ist da nur Ballast und bleibt zuhause, wenn das Ziel ist, sich Erinnerungen mitzunehmen. Da braucht es eine kleine handliche Kamera, und nicht den Möbelwagen mit dem großen Aufriss. Der nutzt dir nicht mal was beim Museumsbesuch, oder im Palmengarten, weil die dortigen Hausordnungen solches Zubehör wie Stative untersagen. Wie soll man da also zu ruhigen Aufnahmen kommen? Um beim Beispiel zu bleiben, die R6-Reihe hat im Gegensatz zu den C-Modellen den IBIS, dafür fehlt denen die aktive Kühlung, was den Gebrauch an heißen Tagen, eben im Sommerurlaub, kritisch macht. Ohne die erforderliche Wärmeabfuhr läuft man absehbar in einen „thermischen Shutdown“, die Kamera stellt sich wegen Überhitzung zwangsweise ab. Du kannst also wählen, ob du alle Modelle nach Bedarf kaufst und mit dir herumträgst, was real kaum wer machen wird, oder ob du wählst zwischen Ausfall wegen Fieber oder Erdbeben auf dem Bild. Alles nicht wirklich brauchbar! Dabei beweist die Konkurrenz z.B. von Panasonic mit den Lumix-Kameras durchaus, dass das in Grenzen auch besser geht. Die GH7 hat sowohl Lüfter als auch IBIS. Nur taugt der 20MPixel-Sensor weniger für Fotos. Du hättest mit der GH7 also eine Videokamera in der Gestalt eines Fotoapparats.

Das ist hier das wesentliche Problem. Diese Kameras mögen technisch so gut sein wie sie wollen, das alles hilft dir nichts wenn du es nicht nutzen kannst weil das Entscheidende jeweils fehlt. Bilder, die aussehen wie beim Erdbeben, schaut sich keiner mehr an. Ein fehlender Sucher kann bedeuten, dass der Bildschirm bei hellem Sonnenschein nichts mehr anzeigt. Dann hast du keine Bildkontrolle mehr!

In meinen Augen ideal wäre ein Modell, das die Eigenschaften verbindet. Ein Handgriff mit Auslöser wie bei der C50 mit dem IBIS der GH7 und den Objektiven von Canon oder Sony. Damit könnte man was anfangen. Dabei genügt 4k60 dem Bedarf völlig. Beim Sport wäre 4k120 besser geeignet als 8k30! Du brauchst eher mal eine Zeitlupe als einen Crop. Warum baut das keiner?

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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