Redebedarf
Was ich hier anspreche gehört eigentlich auf die Seite mit der Hausordnung, war es mir aber bislang nicht wert, so direkt angesprochen zu werden. Auch möchte ich damit niemanden angreifen. Aber ich habe den Eindruck gewonnen, mal darüber reden zu müssen.
Es gibt verschiedene Dinge, die nicht allen in dieser Art und Weise bewusst sind! Dinge, deren Wirkung weiter reicht als auf den ersten Blick ersichtlich. Dinge, die man vielleicht gar nicht so gewollt hat.
Aber man hat es getan!
Von was rede ich? Fangen wir vorne an.
Demnächst sind wieder Deutsche Radsportmeisterschaften. Die finden dann in Thüringen statt, es spielt aber keine entscheidende Rolle wo die sind, sondern eher welche Botschaft man da verbreitet. Ich habe den Eindruck, dass den Radsportverbänden Besuch unerwünscht ist! Man will unter sich bleiben? Warum?
Man ist bereits vergangenes Jahr in der Pfalz so vorgegangen. Ihr könnt mir nicht erzählen das seien Zufälle. Das riecht (stinkt) nach Absicht! Unter der Devise „Der Höhepunkt des Deutschen Straßenradsports!“ wird da beworben, und dann etwas später wird ausgeschlossen! Hinten rum, aber nicht minder wirksam. Wer soll dafür Interesse haben, und wen will man da wohl eher nicht? Nun, die Pressefreiheit ist in Deutschland verfassungsmäßiges Grundrecht. Google fasst dazu wie folgt zusammen: „Die Pressefreiheit ist in Artikel 5 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) verankert. Sie garantiert Medien die ungehinderte Ausübung ihrer Tätigkeit, schützt vor staatlicher Zensur und sichert so den Bürgern einen freien Zugang zu Informationen, die für eine demokratische Meinungsbildung unerlässlich sind“ Da heisst es ausdrücklich nicht, dass eben nur bestimmte Medien darunter fallen. Es sollen sich aber nur Bestimmte beteiligen dürfen. Wer macht das denn hauptberuflich? Das sind nur Mitarbeiter großer alteingesessener Pressehäuser. Große kommerzielle Medien, um es genau zu sagen. Da denkt niemand altruistisch. Kleine Blogs ohne Profitgedanken will man da nicht! Liegt es so fern zu argwöhnen, die könnten etwas ausplaudern, was der offizielle deutsche Sport lieber unter der Decke halten würde? Etwas das die Spatzen von den Dächern pfeifen, wozu uns die Offiziellen aber nach wie vor erzählen wollen, das seien alles Trugschlüsse und Täuschungen?
Euer Verhalten ist deutlich. Die Menschen im Land sind nicht dumm! Alles andere kann mit etwas Nachdenken äußerst klar werden.
Der Akkreditierungsantrag zur DM wird da nun erneut extrem deutlich. Da steht fett in Rot: „Bitte beachten Sie: Anträge ohne einen gültigen Presseausweis können nicht berücksichtigt werden!“ Was heisst denn das? Ich habe bereits mehrfach erwähnt, dass nach dem Willen der Presseverbände ein Presseausweis nicht mal an alle Pressemitarbeiter ausgegeben wird, sondern nur an Hauptberufliche! Das kann man nachlesen. Hier findet also eine Auswahl nach der Brieftasche statt, oder darf man daraus schließen dass man nur jene Medienvertreter da wünscht, die absehbar keine Kritik üben? Wenn die Berichterstattung über ein bedeutendes Ereignis auf eine Agenturmeldung reduziert wird, sich aus einer Ergebnisliste ergibt oder gar auf das Niveau von Mundpropaganda über soziale Medien sinkt ist etwas überaus deutlich geworden. Wir kennen das so ähnlich schon von anderswo. Hat stattgefunden, hat gewonnen, Feierabend! Ist das Medienarbeit? Ausdrücklich nein! Das wiederum wäre eine Art von Zensur, wenn der Öffentlichkeit verschwiegen werden soll was es Verbesserungswürdiges gegeben hat. Ich übe keine Kritik um der Kritik Willen, sondern um aufzuzeigen was man besser machen kann, weil sonst nichts verbessert wird. Die Behauptung einer perfekten Veranstaltung ist eine Illusion, und das ganze Land weiss es. Ich mache meinen Blog aber eben nicht hauptberuflich, zum einen weil mein Beruf das aus rechtlichen Gründen nicht zulässt, zum anderen weil man davon eben nicht leben kann. Zur DM soll unsereins also ebenso wenig kommen wie zu anderen großen Rennen, und alleine darin steckt eine Aussage, wie es in unserem Land wirklich mit der viel beschworenen Pressefreiheit bestellt ist, wenn sich diese nur auf kommerziell Interessierte begrenzt.
Aus einer ähnlichen Ecke kommt das Verhalten mancher Rennveranstalter. Ihr wundert Euch warum die Bevölkerung die Rennen nicht mehr besucht? Der Umgang wäre ein mutmasslich zutreffender Grund. Die Erreichbarkeit wäre ein anderer. In einer Zeit, in der man immer wieder ungebeten darüber belehrt wird, doch tunlichst nicht mit dem Auto zu fahren und lieber Bus und Bahn zu nutzen – was ich wenn möglich sowieso gern tue – wirkt es doch ziemlich deutlich, wenn die Rennen dann überwiegend so anberaumt werden, dass man sie zeitlich wie örtlich ohne Auto gar nicht erreichen kann! Ich habe erlebt dass das sogar auf Großstädte wie Stuttgart zutrifft, und augenscheinlich mehrfach direkt so gewollt war, wenn man aus Anlass des Rennens Buslinien gezielt wegleitet oder einstellt. Was nicht fährt kann keiner nutzen. Das sind keine „dummen Zufälle“. Daraus ergeben sich Botschaften!
Nimmt man die Datenschutzgrundverordnung wörtlich haben alle „Nichtakkreditierten“ – siehe vor, es sollen sich nicht alle Interessierten akkreditieren dürfen – alles und jeden ausdrücklich um Erlaubnis zu befragen, um Fotos machen zu können, was man zum Berichten nun mal braucht. Ihr sprecht den interessierten Menschen ab, dazu berechtigt zu sein, wenn deren Triebfeder nicht das Geld ist! Geht’s noch?
In einem solchen Zusammenhang bin ich dieser Tage nach alten Bildern gefragt worden, und musste mitteilen dass ich den Wunsch technisch bedingt nicht erfüllen kann. Ja, das Archiv gibt es. Es ist Jahrzehnte alt und umfasst zehntausende Fotos. Die sind nach den damaligen technischen Umständen nach Datum sortiert und mit den Namen der Veranstaltungen beschriftet. Das einmal begonnene System kann heute nicht mehr mit vertretbarem Aufwand geändert werden. Man findet also einzelne Rennen wieder, aber nicht bestimmte Fahrer! Manche meinen es sollte kein Problem sein, da bestimmte Aufnahmen wieder zu finden? Leider ist die Wahrheit eben doch, dass das kaum möglich ist. Wer so denkt erwartet im Prinzip Folgendes: Nach jedem Rennen wurden schon immer alle Bilder ausgearbeitet. Ich habe aber erst seit wenigen Monaten auch Software, um die Bilder in eine Art Datenbank schreiben zu können, die eine Zuordnung mit Schlagworten erlaubt. Ich habe nach Installation versucht, die alten Bilddaten zu importieren, und musste rasch merken dass das dafür nicht ansatzweise ausgelegt ist. Zu deutsch, der Rechner hat gek…tzt! Die für Amateure bezahlbaren und erhältlichen Programme können Datenumfänge für ebensolchen Bedarf verwalten, nicht aber solche für Bildagenturen, und zehntausende Bilder sind für die Hersteller „Agenturbedarf“. Um Leute nach Namen wiederfinden zu können müssen alle Bilder verschlagwortet sein, von alleine weiss kein Programm was auf dem Bild zu finden ist, und das muss einer erstmal machen. Weder kenne ich alle Fahrer mit Namen noch habe ich die dazu nötige Zeit! Bei nicht wenigen Rennen gibt es weder eine Meldeliste, noch danach ein offizielles vollständiges Ergebnis.
Zur Einordnung: Dieses Archiv belegt auf der NAS mehr als 45 TB (Terabyte!) Plattenplatz. Das kann man kaum zu einer KI hochladen und hoffen, die werde die Zuordnung erledigen. Von allfällig damit einhergehenden Datenschutzbedenken fange ich besser nicht an; diese Rechenzentren, die das anbieten wollen, befinden sich überwiegend im Ausland. Das müsste ich zu Fuss machen, und sehe keine Möglichkeit dazu.
Ich wiederhole: Diesen Aufwand muss jemand leisten! Das machen nicht die Heinzelmännchen bei der Nacht. Die Bilder bei den Rennen zu machen ist das eine, sie danach schnellstmöglich auszuarbeiten und euch zugänglich zu machen oft genug schon eine Herausforderung, nun aber zu meinen einer alleine könne in seiner Freizeit 30 Jahre Archiv nacharbeiten ist unmöglich, zumal es heute aufgrund dagewesenen Verhaltens dazu kaum noch einen Grund gibt. Zu viele wollen garnicht. Man will haben, fragt aber nicht von Anfang an woher es kommt. Sonst könnte vor allem auffallen dass ein offizieller Fotograf alleine nie in der Lage sein wird, eine vollständige Fotodokumentation zu liefern. Der Titel des offiziellen Fotografen wirkt als Erlaubnis zum Gelddrucken und ist ein Ausschluss an alle anderen. So ist es gedacht, so wird es empfunden, und so wirkt es schlussendlich auch.
Zu meiner Konfirmation habe ich damals zu fotografieren begonnen, mit einer Minolta XD7 als erster Kameras, noch ganz klassisch auf Diafilm. Die Dias müsste es noch geben, aber mit der Digitalisierung der Fotografie trat da eben der Medienbruch ein, der eine Suche unmöglich macht. Später hätte ich alle Bilder eben auch verschlagworten müssen, wozu es lange keine geeignete Software gab, oder der Platz zum Speichern nie reichte. Es gibt also die hier insgeheim erwartete Beziehung zwischen Bildern und Personen nicht, was heute aus Datenschutzgründen ohnehin heikel wäre. Bevor ich mich da in die Nesseln setze sage ich lieber, den Wunsch nicht erfüllen zu können. Aus diesem Anlass erinnere ich daran, was nach dem letzten Königshammercross gewesen ist. Ich wurde nach einer damals frischen Aufnahme gefragt, habe den Wunsch erfüllt, und wurde „als Dank“ mit einer Löschaufforderung bedacht!
Es gibt Dinge, die passieren jedem nur einmal!
Ihr versteht was ich meine?



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