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Schweigen

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SCHWEIGEN-RECHTENBACH – Foto: Archiv 2023 – Der „Große Preis der südlichen Weinstraße“, wie er sich offiziell nennt, scheint größenwahnsinnig geworden zu sein! Unter den Verkehrsinformationen kann man nachlesen, was man sich dort neuerdings dazu so vorstellt:

  • Fahre nach und parke in Frankreich!
    Augenscheinlich wird die ganze Gegend für die Bevölkerung abgeriegelt! Wissembourg braucht auch Besuch? Selbstverständlich, nur ist das ein anderes Thema. Wir reden hier über das Radrennen mit Start am Weintor in Schweigen-Rechtenbach! Es genügt nicht dass der Zug dort endet, ein planmäßiger Umstieg auf den Bus, mit dem man sonst nach Schweigen fahren kann, wird wohl ebenso ausfallen. Es ist ja Rennen. Andernfalls ist die Umleitung des gesamten Verkehrs über Frankreich nicht nachvollziehbar. Da kommt der Bus auch nicht durch. Also kann man Öffis nicht zur Anreise nutzen.
  • Wandere 2,5 Km je Richtung zu Start und Ziel.
    Es ist ja jeder Anfang 20 und bestens zu Fuss? Alle anderen brauchen eh nicht kommen?
  • Fahre nicht mit dem Auto oder zahle eine Parkgebühr von 8 Euro.
  • Die Fahrplanauskunft ergibt recht deutlich, dass es auch unter normalen Umständen zu den benötigten Uhrzeiten keinen Busanschluss gibt (Ausser jemand schafft es in drei Minuten umzusteigen. Real kaum machbar!). Heimwärts fährt zur erforderlichen Zeit gar nichts und du stehst bis 19:30 Uhr. Oder haust um 17:30 Uhr schon vor der Siegerehrung ab. Was bleibt? Das Auto, und du zahlst!

Sonst geht’s wem noch ganz gut? So sorgt man bestens für Verständnis und macht sich Freunde! Es ist nicht akzeptabel, von allen unterschiedlos zu erwarten dass sie mit womöglich schwerem Gepäck kilometerweit wandern! Was meint ihr wer oder was ihr seid? Diese offene Respektlosigkeit vor allem gegenüber älteren oder gehbeeinträchtigten Mitmenschen ist beispiellos. Dabei ist am Ort ausreichend Parkraum vorhanden. Es gibt da mehrere große Parkplätze. Es sei denn man unterstellt dass die jemand „Besseres“ für sich alleine braucht. Für das Rennen alleine brauchte es die all die Jahre jedenfalls nicht.

Man sollte benennen warum das jetzt plötzlich anders sein soll, andernfalls kommt ein unvermeidbarer Eindruck auf. Sind Besucher bei Euch jetzt nicht mehr erwünscht? Sind wir Mitmenschen anderen lästig?

Das Rennen besteht aus einem 50 Kilometer langen Rundkurs, der so gelegen ist, dass das Renngeschehen ausserhalb der Sichtweite des Publikums stattfindet. Dieses steht also abgesehen von der jeweils kurzen Durchfahrt da und wartet, womöglich im Regen.

Diese Methoden scheinen im deutschen Radsport zunehmend in Mode zu kommen. Man hat ja auch keinerlei Hemmungen, die deutsche Bundesliga in Gippingen in der Schweiz auszutragen, wohl damit das hiesige Publikum ja schön außen vor bleibt. Es gab auch schon Radrennen auf verschiedenen Motorsport-Rennstrecken wie Nürburg- oder Hockenheimring, wo naturgemäß fremde Interessierte nur unter Schwierigkeiten Zutritt hatten.

Es kann auffallen dass Rennen fast schon grundsätzlich an Orten stattfinden, die man ohne Auto schlecht oder garnicht erreichen kann! Aber man wünscht die Nutzung der Öffis – die es nicht gibt? Ob nur dann oder grundsätzlich nicht macht da keinen Unterschied. Zufall kann ich das nicht nennen, wo man doch zu erheblichen Teilen die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln willentlich unterbindet! Man kommt damit ja nicht mal in die Nähe der Veranstaltungen. Wie gesagt, im Beispiel Schweigen endet die Bahn in Wissembourg. Von da aus kommt man unter diesen Umständen nur zu Fuss weiter, in meinem Fall mit einem Rucksack, in dem zwei Kameras und mehrere Objektive stecken und der zwischen 10 und 20 Kg wiegen dürfte. Das ist für Fotografen völlig normal. Normal war bislang aber auch dass man in der Umgebung hat parken können, und die Umgebung von Frankfurt ist nicht Mannheim!

Sagt mir nicht, du kannst ja zahlen! Das ist beleidigend. Das entspricht der Aussage, dass man da unerwünscht ist. Vom Tenor her ist das dasselbe wie jene Reden von vor 80 Jahren. Ihr wisst schon, wer damals warum wo unerwünscht war!

Rechtlich sind solche Rennstrecken „Privatgelände“, ihr erhebt da ja euer Hausrecht, und ob du dort überhaupt fotografieren darfst ist ein anderes Thema. Soll ich ab jetzt grundsätzlich davon ausgehen müssen, dort eher nichts zu dürfen als denn willkommen zu sein? Wer nichts darf braucht auch nicht kommen! Wenn ich das nicht sicher vorher wissen kann und es von der Gnade irgendwelcher dort Beauftragter abhängt braucht es die großteils weite Anreise nicht, die ebenso wieder nicht mit Öffentlichen Verkehrsmitteln stattfinden können dürfte. Kottenheim und Boos haben gezeigt, wie weit man z.B. in der Eifel ohne Auto kommt. Ich habe den Eindruck gewonnen dass das so gewünscht ist!

Es geht da längst um weitaus mehr als nur um Sport. Es geht hier um ein Gesellschaftsbild.

Zuletzt gab es das so auf dem Sachsenring, den Bildern zufolge eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bei Eschborn-Frankfurt sperrt man die Bevölkerung faktisch aus dem Taunus aus, hier nun dasselbe in Grün. Mit den Leuten kann man’s ja machen, es kommt sowieso kaum noch einer, der oder die nicht mittelbar einem Team angehört oder Angehöriger von Sportlern ist. Jetzt wird man durch derartige Wünsche offen für unerwünscht erklärt! Wenn man meint die Leute durch Hürden vom Kommen abhalten zu müssen sagt man halt auch, die seien dort im Weg! Weitere sich daraus aufdrängende Schlussfolgerungen inklusive. Ihr braucht mir dann nächstes Mal auch nicht mehr kommen, wenn es so offen nur noch darum geht die Leute auszunehmen! Ich bin wütend. Da sind ja noch einige mehr als eben nur die Sportler. Die können mit dem Fahrrad relativ leicht 2,5 Km zurücklegen. Aber: Schon deren Betreuer können das nicht, aus Gepäckgründen wie Wasserflaschen oder Materialwagen, die im Rennen gebraucht werden und dann nicht erst aus der Ferne herbeigeholt werden können. Für die gibt es Extrawürste? Wer nicht mehr weit laufen kann soll zahlen? Wer schweres Gepäck hat kann nicht wandern! Das gilt auch für Fotografen. Die brauchen ihr Material am Mann, zumindest in Reichweite, oder ihr Kommen ist sinnlos. Das wisst ihr! Ich erlaube mir zu schlussfolgern: Das wollt ihr! Die Busse fallen aufgrund der Straßensperrung wohl aus. Wer nicht anders da hin kommen kann braucht einen Parkplatz, und muss schon für den Treibstoff viel Geld ausgeben. Wo ist die Grenze, ab der es die Sache nicht mehr wert ist? Was bekomme ich für den Aufwand? Schöne Bilder oder einen Rausschmiss erster Klasse? Wir hatten das woanders schon öfter, dass nur ein genau Bestimmter was durfte, und alle anderen eben erst vor Ort davon erfuhren. Da braucht es die Anreise nicht! Die Vermutung solcher Umstände gilt grundsätzlich. Ist der Ruf erst ruiniert … Sollen nur Wohlbetuchte da erscheinen? Will man gerne unter sich bleiben? Der Aufbau von Hürden lässt das vermuten!

Ich war bislang oft und gerne dort, aber: Da kann ich mit meiner Zeit doch wirklich was sinnvolleres anfangen! Inzwischen habe ich den Eindruck gewonnen, es wird Zeit dass wem jemand mal gründlich den Marsch bläst!

Nachtrag: Ich muss offenbar doch konkreter werden. Die Fahrt nach Frankreich ist an sich nicht das Problem, hätte man freiwillig angegeben dass dort naturgemäß von Deutschland abweichende Verkehrsregeln gelten können, und wie die aussehen. Das wäre fair gewesen! Die nicht zu kennen kann teuer werden. Wer nicht freiwillig ins Ausland fährt muss sich nicht darum kümmern. So aber lässt man Ahnungslose offenbar willens ins Messer laufen. Wer nicht dauernd dort verkehrt muss die so nicht kennen, und kann aus Deutschland heraus auch nicht alle Details wissen. Die Bewohner grenznaher Gebiete wissen das natürlich. Das ist hier aber nicht der Maßstab.
Wir kennen Umweltzonen in unseren Städten, dazu die grüne Plakette. Vergleichbares gibt es dort auch, nennt sich – Google ist dein Freund – Crit’Air, und kostet natürlich extra. Wer nicht dauernd in der Region herumfährt kennt die nicht und hat auch keinen Anlass, sich sowas – rechtzeitig vorab – zu bestellen! Nach dieser Auskunft gibt es in Wissembourg noch keine solche Zone, wohl aber in Strasbourg, und es braucht nun nur noch witterungsbedingt „schlechte Luft“ und somit „Luftalarm“, dann schnappt die Falle zu. Ich könnte mir gut vorstellen dass da wer auf diese Spezialitäten abstellt, oder abstellen könnte. Unsere Behörden machen das ja gut vor. Denkt dabei an allfällige Grenzkontrollen infolge der aktuellen Anordnungen, und damit verbundenem Zeitbedarf! Auch gelten dort andere Höchstgeschwindigkeiten und Promillegrenzen. Bitte beachten! Von wegen Weinausschank.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.