Mobilitätstag Darmstadt

DARMSTADT – Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis tanzen!

So sagt der Volksmund, und im übertragenen Sinn geht das auch ohne Eis.
Aus Anlass des Darmstädter Weinfests, das an diesem Wochenende am Luisenplatz und in den umliegenden Straßen stattfand, dachte sich wohl jemand, man könne doch wenn die Leute schon in der Stadt sind „nebenan“ auf dem Marktplatz einen „Mobilitätstag“ veranstalten und dort über die Nutzung des Fahrrads als alternatives Verkehrsmittel informieren.

Gute Idee – nur was kam dabei heraus? Ein Flohmarkt!

Der „Geburtsfehler“ der Idee liegt in den räumlichen Verhältnissen im Zentrum der ehemaligen Residenzstadt, denn obwohl gleich um die Ecke kommt sonntags niemand ohne Grund vom Weinfest zum Marktplatz. Es sind zwar nur rund zweihundert Meter Weg, aber in der Sache zwei grundverschiedene Dinge.
Wenn man dann noch wie gesehen dort einen besseren Ramschladen einrichtet und dafür den großen Platz zur Hälfte abgittert, dort dann aber kaum Angebot zeigt, ist auch für die (wenigen) Informationsstände der Markt verlaufen!

Am besten besucht war, aus welchen Gründen auch immer, die mobile Fahrradwaschanlage. Für 6 Euro konnte man sich dort seinen Drahtesel säubern lassen. Da war eben eine große Blechbüchse, die sich halbwegs aufklappen liess, sodass das Rad reingeschoben werden konnte. Der Rest funktionierte wie ein überdimensionierter Geschirrspüler.

Nebenan präsentierte Citybike ein wenig Wäsche von Cube, daneben eBikes. Das war’s dann aber auch. Etliche der wenigen anderen Stände machten reine Werbung in eigener Sache, und am meisten Lärm war gleich am Eingang bei der Hüpfburg.

Man könnte eine solche Gelegenheit wunderbar nutzen, die Bevölkerung wirklich zu informieren. Dazu bedürfte es aber der ganzen Palette an Möglichkeiten, und nicht nur ein halbes Dutzend Räder derselben Bauart, wo selbst der Laie auf den ersten Blick sieht dass es hier um Abverkauf zum Saisonende geht.

Plötzlich pfiff es!
Nicht etwa dass jemand die Wasserorgel angeworfen hätte, nein. Wenn das Rote Kreuz die Leute gegen eine Spende auf den Langen Lui steigen lässt (das Denkmal auf dem Luisenplatz) und so auf die eigene Arbeit aufmerksam macht kann das Trambahnmuseum in Kranichstein das auch. So fuhr denn heute mal wieder der Feurige Elias durch die Stadt.

Der Feurige Elias? Ja, das gibt’s nur in Darmstadt und noch ganz wenigen anderen Städten Europas, dass es gelungen ist eine alte Dampfstraßenbahn wieder zum Leben zu erwecken. Ein Zug, bestehend aus einer kleinen Dampflok in Meterspur und daran angehängt ein paar alte Wagen – fertig ist DIE Attraktion par Excellence!