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Race Days Stuttgart 2026

Race Days Stuttgart 2026

STUTTGART – Foto: Archiv – Heute starten sie wieder, die Stuttgarter Race Days. Ein Etappenrennen aus vier Etappen in und um Stuttgart, gemacht und ausgerichtet von vier Vereinen aus der Region. Heute ist die erste Etappe an der Solitude, dem Schlößchen im Grünen. Dann folgen in den Tagen über das verlängerte Wochenende weitere Rennen für U17, Junioren und Elite, jeweils Männer und Frauen, in Magstadt, Vaihingen und Filderstadt-Plattenhardt.

Alles schön gemachte und durchaus besuchenswerte Veranstaltungen. Aber … man muss erstmal da hin kommen! Ohne Auto geht da wenig. Das ist ein Problem, wenn sich die Politik hinstellt und das ganze Jahr lang predigt, man solle doch besser das Auto verkaufen und Bus und Bahn nutzen, wenn dann bei solchen Gelegenheiten eine ausgesprochen deutliche andere Botschaft verbreitet wird, die nämlich, die sich daraus ergibt wenn man dann Busse und Bahnen aussetzt oder von der Veranstaltung weg umleitet, sodass diese nicht mehr erreichbar sind. Daraus ergibt sich für die Bevölkerung eine Ausladung! Niemand wandert kilometerweit da hin, mit schwerem Gepäck schon garnicht. Auch ich werde dieses Jahr aufgrund der Umstände, die sich da akkumulieren, auf einen Besuch verzichten.

Aus den Presselinks auf der Veranstaltungsseite kann man folgendes entnehmen – ich zitiere auszugsweise aus dem Bericht des Böblinger Boten zur letztjährigen Ausgabe: „Leere Straßen: Wer bei den großen Radsport-Events einschaltet, sieht jedes Mal verrückte Fans, die ein schrilles Outfit tragen oder neben den Fahrern den Berg hochlaufen. Eine solche Kulisse in Magstadt zu erwarten, wäre überzogen, dennoch herrschte gähnende Leere an der Strecke. Einzig am Berg und im Zielberich waren ein paar Fans anzutreffen. „Vielleicht war es bei der Hitze manchem zu heiß, um rauszukommen“, mutmaßte Severin. Möglicherweise könnte es auch ein Art Protest sein, denn nicht jeder ist damit einverstanden, dass für das Rennen Straßen gesperrt werden. „Ich habe das Gefühl, dass die Akzeptanz besser wird, aber es gibt es noch eine große Verargumentierung, warum es jetzt vor der eigenen Haustür sein muss“, berichtete Tobias Schäf, dritter Vorsitzender des RV Pfeil Magstadt. „Die Leute haben wenig Verständnis dafür“, ergänzte Sportfachwart Florian Huttenlocher.“

Ich war letztes Jahr da, und erlaube mir dazu eine Meinung, die sich auch aus anderen Erlebnissen speist und die übertragbar ist auf andere Rennen. So wie hier dargestellt kann ich das nicht nachvollziehen, auch wenn es durchaus zutrifft dass in diesem Einzelfall die Hitze in Magstadt ein ausschlaggebender Faktor gewesen sein dürfte. Aus meiner Erfahrung aus über 30 Jahren Besuch bei Radrennen ergibt sich ein etwas anderes Bild, nämlich eine zunehmende Kommerzialisierung und Arroganz aus den Verbänden heraus. Das Publikum, das früher gerne zu den Rennen gekommen ist, musste spätestens mit Corona lernen, was es heisst, dort nicht länger erwünscht zu sein, und auch bei den RaceDays bekommt man einen vergleichbaren Eindruck! Wie schaut der aus?

Wir haben seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung 2018 einen Zustand, der Fotografen die Arbeit faktisch unmöglich macht. Es soll über das Rennen berichtet werden, was du nicht kannst wenn du keinen Presseausweis hast. Den bekommst du nicht wenn du nicht hauptberuflich arbeitest, was die wenigsten tun dürften. Von Radsportberichten kann niemand leben, und wer das mal gemacht hat kann darauf kommen, dass die Aufwendungen fast immer höher sind als die Erträge, weil die eben aus schönen Erlebnissen und Bildern bestehen und sich nicht in Geld niederschlagen. Die Masse, darunter Blogger und Amateure, werden hier willentlich ausgeschlossen und verlieren das Interesse! Da wird verlangt alle einzeln um Erlaubnis zu fragen, ein von vornherein auf Unmöglichkeit angelegtes Ansinnen, denn du weisst nicht, wen du fragen sollst. Wer am Start steht erfährst du ja erst, wenn es soweit ist, und dann verbietet dir die Sportordnung die Fragestunde, die das Gesetz von dir verlangt. Zudem hat real niemand dazu eine praktikable Möglichkeit. Die Starterlisten werden oft genug selbst geheimgehalten, und sie enthalten zudem auch keine Adressen, an die man sich wenden könnte. Vom zeitlich nötigen Vorlauf von rund drei Wochen werde ich garnicht erst reden, das Verlangen an sich ist weltfremd. Die Listen unterfallen ja selbst dem Datenschutz. Somit ist die Botschaft klar. Wer da nun auf gewerbliche Medien angewiesen ist konkurriert mit Großveranstaltungen wie Bundesligafussball, und kann wissen wie groß die Chance auf Erwähnung da sein dürfte. Annähernd Null!

Die herkömmlichen Printmedien spielen aus eigenem Verhalten heraus keine wesentliche Rolle mehr dabei, zum einen weil sie sich überwiegend hinter Bezahlschranken verstecken, und niemand alle Zeitungen der Republik abonnieren kann weil einmal im Jahr ein interessanter Beitrag drin steht, zum anderen weil es sich überwiegend um „Kriegsberichterstattung“ handelt, was dem Schlagwort nach einen (Nach-)Bericht über gewesene Veranstaltungen bezeichnet, und nicht um Vorberichterstattung, die darauf aufmerksam machen und zu einem Besuch animieren könnte. Wer gewonnen hat ist für die Allgemeinheit im Nachhinein eher weniger interessant, wenn es darum geht festzustellen, wo es etwas Besuchenswertes zu sehen gibt.

Für Blogger, Amateurfotografen und Normalbevölkerung wird der Sport somit uninteressant gemacht, weil die schlecht getarnte Aussage da mitschwingt, man wolle nur gewerbliche Berichterstatter. Das reicht wesentlich weiter als wenn die Aussage wäre, man wünsche nur Sachkundige, die wissen was sie tun. Ich habe bei großen Rennen schon Zeitungsreporter gesehen, deren Ausstattung nur aus einem Handy bestand. Das ist fotografisch gesehen wenig seriös, reicht aber aus weil es für einen Artikel nur eines einzigen Bildes bedarf, und da kann eben auch die Startaufstellung an der Startlinie völlig ausreichen. Wessen Berichterstattung nur darauf abzielt mitzuteilen „Das Rennen hat stattgefunden, wer hat gewonnen?“ kommt damit zurande. Die Ergebnisliste steht da aber vorher schon im Internet, dafür braucht heute keiner mehr die Zeitung. Wer es für die Zulassung auf Hauptberufliche abstellt stellt es auf Geld ab, und nicht auf Engagement und Willen. Da geht es ums Geldverdienen statt ums viel bemühte Ehrenamt.

German Cycling aka BDR hätte die Möglichkeit gehabt, die sich aus dieser Situation ergebende Gefahr für den Sport abzuwenden. Es besteht da ja ein nicht zu leugnender Zusammenhang zwischen Zuschauerzuspruch und Sponsoring. Man hätte eben nur in die Sportordnung schreiben müssen, dass wer teilnimmt der Berichterstattung in jeder Weise zustimmt. Dann wäre die Forderung nach einer Einzelfallerlaubnis überflüssig, weil mit der Lizenzlösung abgegolten. Man hat es nicht getan. Jetzt liegt die Sache förmlich im Brunnen, denn es kommt kaum noch wer. Das hängt unmittelbar zusammen, und alles Werben ist zwecklos wenn im Volk die Botschaft klar ist. Ihr seid die Gefahr für die Sportler, und sollt wegbleiben! Kommen soll nur noch wer damit sein Geld verdient, oder dem Ausrichter dabei hilft. Wieso sonst werden bei den großen Rennen wie Eschborn-Frankfurt, Rund um Köln, etc. sogar die Parkplätze entlang der Strecke wie z.B. im Taunus gesperrt, damit dort niemand am Streckenrand steht? Da wird förmlich unterstellt, die Leute tun das nur um dann im ungeeignetsten Moment auf die Straße zu treten. Klar, wer nicht da ist kann keine Fehler machen. Der kommt dann aber auch sonst nicht mehr. Da gab es ja ebenso die absolut klare Aussage „Wir brauchen allen Platz für uns alleine!“. Noch Fragen? Wie man die Zuschauer und Fotografen seitens der Offiziellen oft genug behandelt kann jeder bei solchen Gelegenheiten beobachten, und niemand lässt sich das gefallen, der es einmal hat erleben müssen! Wer alles auf Geld abstellt ist dem Geld verfallen. Bis zum eigenen Untergang.

Zuschauer am Streckenrand gab es früher reichlich. Früher! Dann hat man sie förmlich zum Sicherheitsrisiko erklärt. Das wirkte. Heute kommen bestenfalls noch die unmittelbaren Angehörigen, oder Sportler, die selbst nicht mitfahren oder in anderen Klassen starten als der gerade aktiven. „Fremde“ haben ob der dagewesenen Tatsachen kaum noch einen Anlass, sich den ganzen Tag an eine Rennstrecke zu stellen, wenn von vornherein klar ist wer bei geringstem Anlass zum Sündenbock gemacht werden wird. Stürzt jemand in der Nähe waren zuallererst die Fotografen schuld, sie hätten die Fahrer abgelenkt. „Nützliche Idioten“ nennt man das woanders, und es veranlasst Betroffene zum unmittelbaren Rückzug. Ähnlich wirkt es wenn man bestimmte Fotografen zu offiziellen Fotografen der Veranstaltung erklärt. Alle anderen ziehen umgehend ihre Schlüsse daraus. Man braucht sie nicht, oder sie werden gar als Störung betrachtet, die alleine durch ihre Anwesenheit den Umsatz des Offiziellen einschränken. Das wurde zumindest schon behauptet. Ich erinnere da an den Kellerwald-Bikemarathon vor Jahren, als man den Start die ganze Straße runter mit Bauzäunen und Leintüchern zugehangen hat, auf dass niemand sonst mehr Bilder machen konnte. Nur einer sollte dürfen, nun habt ihr den Salat! Es wird immer wieder erneut erwartet, nicht nur da, und die Leute verhalten sich danach. Niemand hat es nötig, sich solche Botschaften anzuhören. Das muss nicht mal wörtlich so gesagt werden, es ergibt sich aus Dagewesenem von vorhergehenden Rennen, wo solche Aussagen gefallen sind.

Bei den RaceDays gab es im vergangenen Jahr einen den Umständen nach sehr guten Livestream, in dem die Rennen für jene übertragen wurden, die nicht haben dabei sein können. Wer googlet kann finden, das es das aktuell auch wieder hätte geben sollen. Allerdings kann ich weniger als zwei Stunden vor dem ersten Start dazu weder einen offiziellen Link noch einen Hinweis auf der Veranstaltungsseite finden. Das ist schade, denn es zeigt auch, dass man sich auf solchen Service lieber nicht verlassen sollte.


NACHTRAG: Google findet jetzt, 12 Minuten vor dem ersten Start, einen Link zu Sportdeutschland.tv. Ich füge den mal hier ein.

https://sporteurope.tv/racedays/race-days-stuttgart-solitude

Eine direkte Verlinkung funktionierte leider nicht.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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