Waldrems
WALDREMS – Foto: Symbolbild – Waldrems ist ein Teil von Backnang in der Nähe von Stuttgart, und demnächst Ort der Stuttgarter Bezirksmeisterschaft. Die Radsportsaison auf der Straße geht allmählich wieder los. Sie nennen es den Schwäbischen Frühjahrsklassiker. Ich nenne es einen Ausflug mit ungewissem Ausgang.
Wenn man sich dort am 29.3. trifft muss vorher eine Frage geklärt werden. Wie kommt man da hin? Und, an einem Sonntag viel wichtiger, wie lange dauert das Rennen wirklich, und wie kommt man danach abends wieder heim? Am darauffolgenden Montag soll man wieder fit sein für die Arbeit im Büro, und dazwischen liegt viel. Viel Nacht, viel Weg, viele Pixel. Alleine die Ungewissheit der Dauer, bis das letzte Rennen fertig und die Siegerehrung gelaufen ist, verhindert eigentlich eine seriöse Reiseplanung.
Backnang hat zwar einen Bahnhof, man kann aber wissen dass der aktuell eigentlich eine Baugrube ist. Ort des Geschehens ist drei Dörfer weiter. Der Bahnhof alleine hilft also nicht. Entsprechend sieht die Fahrplanauskunft dazu dann auch aus. Wie woanders schon lange erlebt trifft man auf Umleitungen, und so hat man auch hier die Wahl zwischen 161 Km Autobahn oder einem Abenteuer mit Bus und Bahn. Wer die Details studiert merkt schnell: das wird so kaum funktionieren!
Wo ist der Haken? Der hat Räder und heisst Bus! Genauer ist der Fünf-Minuten-Umstieg gemeint, den man da vor der letzten Etappe durchführen soll. Von Riedstadt nach Mannheim nach Stuttgart nach … – soweit erstmal kein Problem. Aber binnen fünf Minuten an unbekanntem Ort eine Bushaltestelle finden? Das wird kompliziert, zumal es da eine Karte gibt die nahelegt dass die Bushaltestelle keineswegs am Bahnhiof ist, sondern ein paar Straßen weiter. Wir sind also beim wiederkehrenden Kernproblem des deutschen Nahverkehrs angelangt. Umstiege sind möglich wenn man sich auskennt. Welcher Ortsfremde tut das aber?
Solche unabweisbaren Tatsachen machen deutlich, wo da das Problem liegt. Es ist keine Frage des Willens, es ist eine der Möglichkeiten, so wie ich das zuletzt schon mit der Reise nach Düsseldorf zur Cyclingworld erlebt habe. Das sind also systematische Fragen und keine der Einzelfälle. Wenn sich die Politik da hinstellt und erwartet dass man die Umwelt schont dann möge sie anfangen und solche Probleme angehen. Das geht nämlich!
Hinzu kommt die Örtlichkeit von Start und Ziel. Die Rennstrecke besteht dem ersten Eindruck nach eher aus Feldwegen als aus ausgebauten Landstraßen und soll rund 2,5 Kilometer lang sein. Das Ganze im Kreisverkehr bis zu 40 Runden lang. Herzlich Willkommen auf einer schiefen Ebene? Da ist nicht viel ausser Wiese, Acker, Wald und einem Aussiedlerhof. Aber es geht auf der einen Seite den Berg rauf und auf der anderen wieder runter. Viel Vergnügen wenn es regnet!
Es kommt also noch was dazu wenn man von einer Bushaltestelle mitten im Ort, dem Vernehmen nach dem Rathaus, da hin finden will ohne zuvor jemals dort gewesen zu sein. Lohnt es sich den Aufwand zu betreiben? Ich werde das entscheiden wenn ich den Wetterbericht kenne, und die dann gültigen Treibstoffpreise.



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