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Faktencheck

Faktencheck

Foto: Archiv/Symbolbild – Es zählt nicht was wer sich wünscht, es zählt was da ist! Das gilt auch, was die Anreise zu Sportveranstaltungen betrifft. Auf dem Papier gibt es Busverbindungen, in der Realität sind die aber nicht so nutzbar wie man sich das vorstellt. Warum?

Was zählt ist weniger die einzelne Verbindung als die komplette Reisekette. Die Frage ist ja nicht „Was fährt vor Ort?“, sondern „Wie komme ich von A nach B?“. Eine Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Reisst das geht das ganze Vorhaben in die Brüche. Man kennt das auch als Perlschnureffekt. Wenn der Faden, der die Perlschnur zusammenhält, reisst, fallen nicht nur die nächstgelegenen Perlen, sondern auf kurz oder lang alle. Das ist hier auch so. Verliert man den Anschluss an einer Stelle erreicht man das Ziel nicht.

Mit dem Wunsch, das Auto stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, hält es sich ähnlich. Mich interessieren keine Doktrinen, Ideologien, Parteibücher, oder Wünsche von Lokalfürsten! Mich interessiert nur was real möglich ist.

Wir haben in der jüngeren Vergangenheit gesehen wie die Realität ist. Hören wir auf uns etwas vorzumachen und sehen die Dinge wie sie sind. Ja, vor Ort gibt es Verbindungen. Real wird man die so aber aus der Ferne nicht erreichen, und das aus Gründen, die man systemimmanent nennen kann.

Die Verkehrsträger betrachten stets nur ihre eigenen Verbindungen, selten aber die ganze Reisekette. Aus Sicht des Reisenden benimmt sich das aber so, dass von der Nutzbarkeit her eben nicht die einzelnen Abschnitte zählen, sondern das Gesamtergebnis. Die einzig gültige Frage hierbei ist, ob man das Ziel so zeitgerecht und problemlos erreicht, oder ob man unterwegs Schiffbruch macht. Alles andere ist „nice to have“!

Ob die einzelne Verbindung statistisch pünktlich ist hilft dir wenig, wenn der Anschluss vor der Nase davonfährt, oder aufgrund des Rennbetriebs gestrichen wird. Was nicht fährt kann niemand nutzen. Das war in Waldrems so, das war in Schönaich so, das war in Zusmarshausen so, und das wird absehbar in Schweigen-Rechtenbach oder in Trier ebenso sein. Stets fahren nach dem Liniennetzplan dort jeweils Busse, die aber absehbar durch rennbedingte Straßensperrungen eben erwartbar real nicht fahren werden. Somit bleibt als einziges verlässliches Verkehrsmittel für den Besuch des Rennens das Auto!

Das sind die Fakten, alles andere zählt nicht. Wie wirkt es da wenn die Regierung sagt, wir machen das Benzin teuer damit ihr Öffis nutzen müsst? Linien, die man dann bei der Gelegenheit ausfallen lässt! Linien, mit denen man absehbar das Ziel dann nicht erreicht! Das ist dann eine Ausschlusserklärung für Menschen, die nicht vor Ort wohnen, die sich dort nicht auskennen und daher nicht wissen können wo die Ersatzhaltestellen sind, sofern es solche überhaupt gibt. Oft genug fallen Busse ganz aus und werden nicht ersetzt. Da fährt dann eben nichts. „Braucht ja eh keiner!“. Die Auskünfte sind verlogen, und das muss man fast erwarten! So ein Konstrukt ist praktisch nicht nutzbar. Nichts anderes heisst das! Ich würde ja gern tun was da gewünscht wird, würde man mir nicht immer wieder die Sinnlosigkeit eines solchen Unterfangens aufzeigen! Da ist wenig bis gar nichts aufeinander abgestimmt, jeder wurschtelt vor sich hin.

Zu was führt es wenn man davon ausgehen muss, diese Orte – so schön sie sonst auch sein mögen – auf dem gewünschten oder gar vorgeschriebenen Weg gar nicht erreichen zu können? Niemand startet freiwillig einen Abenteuertrip! Die Durchschlageübung ist was für’s Militär. Wer davon ausgehen muss dort nie anzukommen wird die Reise gar nicht erst beginnen! Er wird sich ausgeschlossen fühlen, weil er das ist. Aus Gründen ausgeschlossen, die er nicht zu vertreten hat!

Diskriminiert, ausgegrenzt, verhindert! Das ist das Ergebnis Eurer Politik!

War ich zunächst davon ausgegangen, dass der „Große Preis der Stadt Trier“ wie in den Vorjahren auch wieder im Zentrum um die Porta Nigra stattfinden wird ergab ein näherer Blick in die Ausschreibung, dass man sich jetzt in die Vororte zurückgezogen hat. Nach Tarforst, zur Uni, wo Sonntag Morgens um 9 Uhr gewiss sehr viel hin fährt. Wie gesagt, mich interessiert da wenig ob ich um die Uhrzeit vom Hauptbahnhof hin komme, sondern ob ich von zuhause über den Hauptbahnhof da hin fahren kann.

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Wie das ausschaut zeigt dieser Screenshot der gültigen Fahrplanauskunft dazu.

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Diese Auskunft ist ungewollt redselig, ist da doch zu lesen dass man die Fahrt kurz vor Abfahrt erneut prüfen solle. Es ist also gut möglich dass der IC überhaupt nicht fährt! Wie soll man dann mitten in der Nacht weiterkommen? Offene Frage! Umleitungen bedeuten zumindest eine hohe Wahrscheinlichkeit für Verspätungen. Zudem steht man oft lange Zeit an Bahnhöfen herum. Ferner ist nicht mal völlig klar ob der Bus in Trier überhaupt fährt. Gibt man in die Auskunft „Tarforst Kohlenstraße“ ein wird als Haltestelle die in Kürenz genommen, wobei ich nicht wissen kann ob das dasselbe ist. Es könnte sich damit auch benehmen wie mit der Haltestelle in Stuttgart, die zwar so heisst wie der Veranstaltungsort, aber am anderen Ende des Stadtteils gelegen und damit für die Reise unbrauchbar ist. Die Straße selbst ist so lang, das hilft hier aber wenig. Wenn wegen des Rennens die Kohlenstraße gesperrt ist weil da eben Start und Ziel aufgebaut werden, dann fährt da eben kein Bus. Die Auskunft sagt mir auch wenige Tage vorher nicht wie sich das real benimmt. Also zählt die Erfahrung, die ich woanders damit habe machen müssen: Gehe lieber davon aus dass da nichts fährt. Das war bis letztes Jahr auch in Schweigen so. Offiziell wurde die Buslinie angekündigt, darauf warten konnte man auch – wie auf Godot. Auch der kommt nicht! Die Politik geht eh davon aus dass alle mit Autos kommen. Genau das eben was man durch schlüssiges Verhalten gezielt verbietet! Wie sich jetzt zeigt meint man in Schweigen-Rechtenbach nun auch noch, die Leute abstrafen zu können mit einer Parkgebühr, die sich praktisch nicht umgehen lässt, wenn man nicht mehr gut zu Fuss oder bepackt ist!

Das ist heuchlerisch und redselig zugleich!

Es bleibt genau ein Schluss zu ziehen: Ihr wollt da gar keinen Besuch haben!

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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