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Politik?

Politik?

Foto: Symbolbild – Der Klimawandel ist ein erhebliches Problem. Können wir etwas dagegen tun? Ja! Aber wir müssen begreifen was wir da tun, was Klimawandel wirklich ist. Ideologie hilft hier nicht weiter.

Beginnen wir vorne! Es gibt einen natürlichen, immer währenden Klimawandel. Den hat es schon immer gegeben und wird es auch geben solange es diesen Planeten gibt. Es gab schon Eiszeiten, es sah hier auch schon tropisch aus, sonst hätten wir heute keine Kohle, kein Öl und kein Gas. Dabei gibt es Einflüsse, die von Menschen erheblich beschleunigt wurden. Ich denke da an die seinerzeitige Politik der hohen Schornsteine während der vergangenen hundertfünfzig Jahre. Je mehr es rauchte desto besser für die prosperierende Wirtschaft! Seit der Erfindung der Dampfmaschine standen sie überall, die Schlote, und sorgten nicht nur für Wohlstand. Was da auch raus kam sorgte eben auch für Treibhausgase und damit Erwärmung der Umwelt. Das ist so, sehr stark vereinfacht gesagt.

Die hiermit einhergehenden Effekte lassen sich nicht wie ein Lichtschalter an- oder ausschalten. Das kommt nicht von heute auf morgen und geht nicht von heute auf morgen, selbst dann nicht wenn wir Menschen sofort von der Bildfläche verschwänden. Nun gibt es da aber Komponenten, die man sehen muss, und die manchen Politikern nicht in ihr Konzept passen. Da sind Abhängigkeiten! Es ist stets einfach, mit Fingern auf andere zu zeigen und herum zu plärren. Damit aber löst man keine Probleme.

Auf der einen Seite wird von Arbeitnehmern, allgemein Beschäftigten, Mobilität verlangt. Dienstreisen, Pendeln zur Arbeit, und das oft genug zu Uhrzeiten, wo das mit anderen Verkehrsmitteln als mit Automobilen schlecht möglich ist. Auch Fahrräder helfen da nicht unbedingt weiter, weil der Mensch darauf auch atmet, und damit Atemgase produziert. Auch die zählen im weiten Sinn zu den Treibhausgasen. Also höre auf zu atmen? Ernsthaft? Automobile haben regelmäßig einen Auspuff. Das gilt selbst für Elektroautos, da steht der eben da wo das stromerzeugende Kraftwerk ist. Auch da kommt Strom nicht aus der Steckdose, sondern muss erzeugt werden, und das geschieht nach wie vor zu erheblichen Teilen mit Gas, Kohle, Öl.

Strom braucht man auch für öffentliche Verkehrsmittel wie die Bahn, Tram oder den Trolleybus, auch Obus genannt. Andere fahren mit Diesel, wo keine Oberleitung hängt oder eine Stromschiene den Saft liefert. Diesel und Heizöl sind chemisch dasselbe. Auf Heizung kann man aber vor allem im Winter schlecht verzichten. Die Klimafrage ist demnach etwas komplexer als es manche darstellen. Die Wärmepumpe ist da kurzfristig auch nur bedingt hilfreich, die muss man sich leisten können. Einkommen passen nicht zu Kosten. Wer hat da nun wieder Interessen? Die damaligen Fabriken gehörten denen, die damit Millionen gemacht und vererbt haben. Zahlen sollen heute die, die eh nichts haben! Arbeit muss sich wieder lohnen? Das sehen nicht alle so.

Abschalten? Kann man machen. Dann aber möchte ich nicht hören wer als erstes schreit, weil die Bude kalt wird! Die Fussbodenheizung, von den Römern vor 2000 Jahren erfunden, ist heute sogar in vielen Neubauten immer noch ein Luxus. Schreien werden regelmäßig jene, die stets von anderen verlangen. Das ist einfach! Mächtige wollen haben, andere sollen machen? Siehe Heizung, siehe Mobilität. Alle sollen jederzeit überall verfügbar sein, aber niemand fragt wie das gehen soll. Manna gibt es nur in der Bibel, da fällt nichts einfach so vom Himmel!

Das sehen wir jetzt gerade wieder, wenn es um die Frage geht, wie anders als mit Autos man zum Sport kommen soll. Nicht viel davon findet unmittelbar bei euch um die Ecke statt. In nicht wenigen Fällen kommt man mit dem Nahverkehr nicht mal jederzeit von Dorf zu Dorf. Da wird ungeniert ein Verhalten gefordert, das sich in der Praxis gehörig an den gegebenen Möglichkeiten stößt. Jeder hat ein Auto in der Garage? Darum geht es ja! Jeder hat zu haben, nur woher nehmen? Nutze mal einen Bus, wenn der nicht fährt weil die Straße gesperrt wird. Ich rede noch nicht mal davon dass ein Bus bei erwarteten hunderten Teilnehmern größenmäßig schnell an seine Grenzen kommt. Ein Bus am Wochenende alle zwei Stunden, wenn’s hoch kommt? Gruppenkuscheln? Die kommen ja alle ziemlich zeitgleich da an.

Wenn die Politik den Leuten sagt, man erhöhe die Energiesteuern, und das Volk solle alternativ öffentliche Verkehrsmittel nutzen, dann erwarte ich dass diese auch bedarfsgerecht verfügbar sind! Das eine bedingt das andere. Man kann nicht seriös erwarten dass wer etwas tut das zum verlangten Zeitpunkt nicht möglich ist. Verlangt man es dennoch belässt man Betroffenen nur die Möglichkeit, die Teuerung zu schlucken und zu zahlen, weil das geforderte Ausweichen so nicht möglich ist. Ist das seriös? Nein!

Wer an verantwortlicher Stelle sitzt und von Abhängigen verlangt der hat auch bereitzustellen! Es ist nicht Sache der Bevölkerung, für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr zu sorgen, der zeit- wie auch bedarfsgerecht arbeitet. Wenn man mit dem Zug in sechs Stunden nicht den Weg zurücklegen kann den man mit dem Auto ohne Autobahn in zwei schafft nenne ich das nicht bedarfsgerecht. Wir reden hier nicht von Lustreisen, wir reden vom Alltag. Wie zuletzt gesehen braucht die Bahn von hier nach Trier sechseinhalb Stunden. Da fährt bestenfalls der Teppichexpress, aber nichts wirklich Schnelles! Die Mängel im System sind bekannt. Die Notwendigkeit zu handeln auch. Das ist kein Unglück, das wurde so gewollt. Wer hat da nun Einfluss?

Das hängt davon ab wer wie wohlhabend ist, wer bestellen darf, und wer es bezahlt. Wenn ein Immobilienspekulant sich hinstellt und von der Oma verlangt drei Kilometer vom empfohlenen Parkplatz zu laufen dann nenne ich das unverschämt! Der kann sich sinnbildlich den Sänftenträger leisten, und sagt damit alten Leuten dass deren Gegenwart nicht erforderlich sei! Sowas hat da aber gar niemand zu bestimmen. In der Art gleich gar nicht. Das läuft auf Diskriminierung nach Alter oder Reichtum hinaus, und das ist aus guten Gründen verboten. Es wird nur nicht durchgesetzt, weshalb manche anscheinend meinen sich das leisten zu können so mit anderen umzugehen! Wer meint jeder könne sich ein eAuto für 50.000 Euros leisten der stellt auf diese Dinge ab. Daneben sollst du für ähnliche Beträge das Haus renovieren, eine neue Heizung einbauen, Dämmen, dann will die Stadt die Straße sanieren, oder einen neuen Glaspalast für die Verwaltung bauen, was auch die Bürger bezahlen sollen? Habt ihr im Lotto gewonnen? Wer mit 2.500 Euro netto kann sich das denn erlauben an sowas auch nur zu denken? Wer hat denn da den Verstand verloren?

Es ist sehr viel aus nachvollziehbaren Gründen wünschenswert, aber eben real nicht zu bezahlen. Das ist für alle Normalverbraucher das Maß der Dinge. Das und sonst gar nichts! Aber auch jene haben das gleiche Recht auf gesellschaftliche Teilhabe wie Rockefeller oder andere Millionäre. Auch wenn das manche nach ihrem Verhalten anders sehen, ein Radrennen oder ein Volkslauf sind nicht das Pferderennen von Ascott! Auch nicht eins der Bundesliga. Es ist schon fragwürdig genug wenn von den jeweiligen Teilnehmern erwartet wird einem Wanderzirkus beizutreten, finden die Rennen doch an fast jeden Wochenende woanders in der Republik statt. Ohne finanzkräftige Sponsoren ist das gar nicht zu leisten.

Die Botschaft, wie sie jetzt bei verschiedenen Rennen wieder unterschwellig verbreitet wird, steht nicht so in Worten auf dem Papier. Liest man aber die Ausschreibung, erforscht die Realitäten und bewertet das ganze Drumherum, und setzt das dann in Beziehung zueinander, dann bleibt da eine penetrante Botschaft stehen!

Ich hätte da noch ein gewisses Verständnis wenn es Garantien gäbe. Garantien dass der Bus auch fahrplanmäßig fährt. Dem steht die Erfahrung gegenüber dass eben das nicht der Fall sein könnte, die Straße ist ja den halben Tag lang für das Rennen gesperrt. Ähnliches steht demnächst mit den RaceDays wieder ins Haus, wenn in Plattenhardt das Zentrum gesperrt und Schoß Solitude von der Außenwelt abgeschnitten werden wird. Wo soll der Bus da fahren? Viele Möglichkeiten gibt es da nicht. Man könnte den Bus – einer alle zwei Stunden – sicher „schleusen“, aber das muss auch wer wollen. Niemand von auswärts kann das wissen. Verlässliche Angaben dazu gibt es nicht. Weder überhaupt noch so detailliert dass man damit planen könnte, wenn man den Besuch beabsichtigt. Also liegt der Verdacht nahe, eben jener könne gar nicht wirklich erwünscht sein! Sonst würde man ihn nicht behindern, sondern sollte ihn fördern. Mit einem Pendelbus zum Beispiel, der Teilnehmer und Gäste am Bahnhof abholt.

Es kann da weiter auffallen, dass gerade im heutigen Radsport Rennen gerne so gelegt werden, dass sie ohne Autos nicht wirklich erreichbar sind. Allfällig vorhandene Buslinien fallen aus oder werden umgeleitet. Natürlich weg von der Veranstaltung, auf dass die ja keiner besuchen könnte! Man kann da einiges mehr beobachten, und es hilft keinem die Fakten zu leugnen, nur weil sie nicht zu den politischen Forderungen passen.

Mir hat auf Nachfrage zuletzt ein anderer Veranstalter – Namen spielen keine Rolle – schriftlich bestätigt, dass es egal sei wie Teilnehmer, Betreuer und Zuschauer da hin kommen sollen. Auf die Bahn könne man keine Rücksicht nehmen! Man hat da die Startzeit so gelegt dass sie vor der Ankunft der frühesten möglichen Verbindung gelegen hat. Damit ist festgestellt dass den Betroffenen beim besten Willen nur das Auto als Transportmittel bleibt! Redet nicht um den heißen Brei herum! Ihr selbst schafft zu erheblichen Teilen die Fakten.

Es ist da ja nicht so, dass es nie anders gegangen wäre. Das mag Zufall gewesen sein, aber ich erinnere an die seinerzeitige Etappe der Bayernrundfahrt in Hassfurt, wo das Mannschaftsquartier ziemlich direkt links vom Bahnhof lag, und der RE aus Frankfurt gut genutzt wurde. Werden konnte! Fast alles war fussläufig erreichbar. Das hängt zusammen. Am Sonntag in Trier ginge das auch. Vom Hauptbahnhof zur Porta Nigra sind es 500 Meter zu Fuss. Warum liegt da der Start draussen in der Vorstadt, wo man fussläufig nicht hin kommt? Ob der Bus fährt weiss hier keiner. Ditto in Schweigen-Rechtenbach. Den zielnahe gelegenen Parkplatz hat man mit der Parkgebührenregelung unter Hinweis auf weit entfernte im Ausland befindliche kostenlose Parkmöglichkeiten gesperrt, ob der Linienbus fahren wird ist unbekannt. Bislang fuhr der während des Rennens nicht. Wie also soll da wer hinkommen? Zahle und schweige?

So geht das nicht! Ich wiederhole mich wenn ich darauf hinweise dass es auch ältere oder gebrechliche Personen gibt, die das Rennen sehen wollen, und die können ebenso wenig wie wir Fotografen kilometerweit wandern.

Auch wenn wandern etwas Schönes ist, alles zu seiner Zeit. Wenn Zeit oder Geld über Gedeih oder Verderb eines solchen Besuchs entscheiden ist das kein unerheblicher Faktor.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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