1923?
Hier noch kurz ein kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag „Speicherpool“. Es ist Wahnsinn! Wie bereits gesagt läuft in der digitalen Fotografie wenig ohne Speicherplatz. Hier heisst Speicherplatz eben Festplatten, und deren Preise gehen derzeit so durch die Decke wie Anno 1923 der Brotpreis während der Inflation.
Für eine 12-Terabyte-Platte von Synology gemäß der gültigen Kompatibilitätsliste habe ich bei Alternate letzte Woche rund 370 Euro bezahlt. Rechnung liegt vor. Heute, knapp eine Woche später, kostet dasselbe Teil schon rund 450 Euro! Und ein Ende der Verhältnisse ist nicht abzusehen. Bei anderen Läden schaut das kaum anders aus. Amazon kann heute nicht mal mehr liefern.
Das ist kein ungewöhnliches Gerät. Nur eine recht gängige normale Festplatte für 24/7-Betrieb. Nichts mit Golddraht oder so. Eine andere Platte nehmen führt zu nichts. Der logische Teil im RAID-Verbund kann technisch nicht größer werden als die kleinste darin enthaltene einzelne Platte. Wenn du also mit 10-TB-Platten begonnen hast kannst du nicht mit 12 oder 16 TB erweitern, ausser du verzichtest auf den Rest und lässt den leer stehen. Verwaltet werden dann auch die großen Platten, als wären es 10TB. Solche bekommst du heute schon gar nicht mehr zu kaufen, auch wenn die NAS noch nicht allzu alt ist! Was bleibt? Aus den fünf „neuen“ Platten wird ein zweites Volume, und das Bilddatenarchiv zieht um. Rein logisch, es bleibt real auf der gleichen NAS, wird nur dem anderen Volume zugeordnet. Aber auch das dauert. Wie gehabt halbe Tage. Die Technik ist alles andere als schnell.
Wenn man mal kurz nachdenkt hat man da die Wahl zwischen Pest und Cholera. Oder soll ich gleich von Marktversagen sprechen? Es soll doch alles digital werden? Da muss man es auch so einrichten dass auch Normalverdiener da mithalten können, nicht nur große und finanzstarke Konzerne! Die Firma hat ihre Liste ja so gemacht dass nur und ausschließlich die eigenen Produkte da drauf stehen. Offiziell hat man keine Wahl, auch wenn technisch die Platten von Seagate oder Western Digital genauso gut funktionieren.
Verhalten sich die Preise in diesem Sektor weiter so kann absehbar sein wann es für die Bilder keinen Plattenplatz mehr gibt. Mein Gehalt steigt nicht ansatzweise in diesem Verhältnis.
Ich habe deswegen davon abgesehen das „Umbauprojekt“ fortzusetzen. Eine Platte müsste noch getauscht werden, das ist derzeit aber wirtschaftlich nicht darstellbar, lautet die Frage am Monatsende doch dann Brot oder Bilder. Also Brot!
Hinzu kommt noch etwas anderes. Ich habe zu der anderen NAS ja ein Erweiterungsmodul gekauft, und dieses nun per Austausch bestückt. Bei der Integration war der Betriebssoftware das Volumen der Erweiterung dann zu groß, das könne sie so nicht verwalten. Insgesamt darf demnach das Volume nicht größer als 106TB werden! Ja, das sind Zahlen. Die sind in diesem Bereich aber völlig normal.
Was bitte soll das? Es gibt längst Festplatten, die erheblich größer sind als eben 12 TB das Stück. Das Doppelte geht schon lange, und ist nur eine Geldfrage ob man das auch bezahlen kann. Siehe vor. Wie sich aktuell Preise gestalten habe ich da ja erläutert, und das wird nicht nur da so sein.
Neue Computer? Auch da geht ohne Speicher nichts, und wenn die Ursache wie behauptet beim Bedarf der Rechenzentren liegt kann man absehen was da noch kommt. Ein PC wird dann absehbar kosten was man bisher für ein neues Auto gezahlt hat!
Dr. Freud, haben Sie noch Termine? Für die Couch?


