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Hummelflug

Hummelflug

Drohnen sind im fotografischen Sinn unbemannte Flugkörper, oder ein ziemlich langer virtueller Arm. Auf jeden Fall nutzen Fotografen solche Geräte, um ungewöhnliche Bilder aufzunehmen. Ungewöhnlich deshalb, weil Menschen üblicherweise nicht fliegen können. Sie haben gewöhnlich auch keine 120 Meter lange Arme.

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Man kann sie in fast jedem Elektronikmarkt und den meisten Fotogeschäften frei und ohne jeglichen Nachweis kaufen. Nüchtern und ohne Hintergedanken genutzt liefern sie dir mit etwas Übung schöne Bilder. Deutschland wäre nicht Deutschland, kämen Politiker dabei nicht auf dumme Gedanken. Wer will kann alles tot reglementieren. So auch hier. Dabei ist da alleine von sich aus gar nichts verwerfliches dran. Nicht mehr als bei einem Werkzeugkoffer, oder Küchenutensilien.

Damit wären wir dann bei der hier vorherrschenden Verbieteritis schon wieder beim Küchenmessergleichnis. Ihr wisst schon. Man kann mit einem Küchenmesser Kartoffeln schälen, dazu wurde es erdacht. Man könnte so man denn wollte auch anderen damit den Hals durchschneiden. So wie man mit einem Hammer anderen die Köpfe einschlagen könnte. Nur wer macht das schon? Dafür wurden sie nicht gemacht. Das ist nicht der Daseinszweck. So könnte, wer denn wollte, mit einer Drohne natürlich auch der Nachbarin über den Zaun spähen und ihr weggucken was nicht da ist. Das könnte der auch bedarfsweise mit einer langen Leiter. Sowas haben viele zu Hause. Ihr wisst schon was ich meine. Das kann man aber in jedem FKK-Bereich genauso. Kommt da jemand auf Ideen wie, den Zutritt nur mit besonderer Erlaubnis zu gestatten? Wer sich sorgt, jemand könnte abends bei Beleuchtung sehen was sich in fremden Schlafzimmern abspielt sollte nicht in Hamburg Hochbahn fahren. Die kommt auf so manchem Abschnitt nämlich genau vor dem Fensterbrett vorbei, und jeder weiss das, und das zu allem Überfluss auch noch in einem gewissen Stadtgebiet, das für das horizontale Gewerbe bekannt ist. Glaubt da wer an Zufälle?

Warum muss man alles verbieten oder so weit einschränken dass eine sinnvolle Nutzung nicht mehr möglich ist? Irgendwann kümmern sich die Menschen nicht mehr um solche Vorschriften, und wie wir gerade im Osten gesehen haben und in der nahen Zukunft vermutlich weiter sehen werden beginnen sie früher oder später „passend“ zu wählen!

Niemand käme auf die Idee, Leitern, Küchenmesser oder Hämmer zu verbieten, oder deren Besitz und Nutzung von einer Erlaubnis abhängig zu machen. Warum also Drohnen? Macht euch sachkundig und redet nicht von Dingen, von denen ihr keine Ahnung habt! Vielmehr besorgt euch leihweise von einem Bekannten mal so ein Teil und probiert es aus. Vorsicht, Suchtgefahr. Mit Fahrrädern benimmt sich das nicht viel anders. Die einen befürchten Knochenbrüche, die anderen wollen nach Eingewöhnung nicht mehr absteigen.

Bei Drohnen ist es aber fast genau so. Die Liste der Vorbehalte, wenn nicht gar der Verbote, ist fast länger als das, was du noch darfst, und wenn man genauer hinhört sind da einige Politiker, denen die Fantasie durchgeht. Nicht wissen von was man redet, aber reden! Und noch schlimmer – Leute gängeln. Das ist so wie jemand, der von Fernverkehr redet, aber bislang noch keinen LKW von innen gesehen oder einen Zug betreten hat. Man weiss dass es das gibt. Wie man damit umgeht und was man damit alles machen kann wissen sie nicht. So soll es in England bis heute ein Gesetz aus den Anfangstagen des Automobils geben, das vorschreibt, ein Diener müsse mit einer roten Fahne vorweg gehen, um Passanten zu warnen! Damals fuhr man langsamer als heute jedes durchschnittliche Fahrrad. Rennt da wer mit einer Flagge vorne weg? Gesetze müssen vernünftig sein, wenn man Einhaltung wünscht.

Eins darf man an dieser Stelle eindeutig feststellen: Der Anwendungszweck einer üblichen Drohne ist nicht Modell- oder Kunstflug! Natürlich gibt es auch dafür Geräte, davon rede ich hier aber nicht. Nebenher, was würde wohl passieren wenn ein Modellflugzeug abstürzt und dabei Menschen schädigt? Fragt ihr danach? Dafür werden Versicherungen aufkommen, das erscheint ganz natürlich. Die Wahrscheinlichkeit dafür halte ich für erheblich höher. Auch Drohnenbesitzer brauchen eine Haftpflichtversicherung für alle Fälle. Es gibt ja auch Lastenaufzüge, die nicht für den Personentransport gedacht sind, und trotzdem fahren da Menschen mit. So gibt es natürlich auch Drohnen für Warentransport. Von denen rede ich hier ebenso wenig. Das sind Anwendungen für Fachleute, und bei denen darf man Sachkunde erwarten.

Was man nun im Laden völlig frei kaufen kann kann eben auch von jedermann ab einem Alter, das Verstand zu erwarten erlaubt, genutzt werden. Nochmal: Wer es darauf anlegt, damit Unsinn anzustellen, wird sich von Gesetzen nicht aufhalten lassen. Man kann aber kaum hergehen und damit ein gutes Geschäft machen – billig ist das zumeist nicht – wenn man gar nicht die Absicht hat die Anwendung sinnvoll zu gestatten. So darf in einem Naturpark keine Drohne fliegen, weil es die Tiere störe. Aber der Harvester im Wald schadet nicht? Oder die Landstraßen, die mitten durch diese Schutzgebiete hindurchführen. Das ist doppelte Moral! Dasselbe gilt für Mountainbiker. Die machen angeblich die Wege kaputt? Leute, ihr macht euch lächerlich! Ja, auch die gibt es, wie es überall Menschen gibt, die die Regeln übertreten, sonst wären die Gefängnisse leer. Das ist aber weder die Regel noch vorauszusetzen. Im weiteren wird es merkwürdig. Wer meint man könne damit Dinge sehen, die man nicht sehen sollte, sei darauf hingewiesen dass eine 360°-Kamera an einem 12 Meter langen Selfiestick das gleich sieht und locker über jeden Zaun gehalten werden kann. Es gibt online Empfehlungen, bei Bedarf drei oder vier lange Sticks aneinander zu schrauben, die Stativgewinde dafür sind eingebaut. Die Dinger gibt es für Actioncams in unterschiedlichsten Längen von einem Meter bis schier unendlich. Soviel zu Privatsphäre und Datenschutz. Wer es darauf anlegt … Es wirkt wie vorgeschobene Vorwände. Genauso wie jene Mini-Naturschutzgebiete im Teppichformat 50 x 50 Meter, die nur dazu gut sein können die Leute zu gängeln, weil sich die Tierwelt nicht an politischen Grenzen orientiert. Wirksamkeit diesbezüglich besteht weitgehend nur darin, verbieten zu können. Das ist nicht der Zweck!

Zur Aufklärung: Das Beitragsbild wurde mit einer DJI Mini 5 aufgenommen. Das Gerät wiegt offiziell 249 Gramm, und man muss aufpassen dass es bei starkem Wind nicht von diesem verweht wird. Das darf offiziell ohne „Drohnenführerschein“ geflogen werden. Den braucht es für die schwereren Modelle. Das Kriterium dabei soll sein, was passiert wenn die jemandem auf den Kopf fallen. Nun, bitte denkt mal nach. Jedes Päckchen Haushaltszucker wiegt viermal so viel, nämlich 1 Kilo. Oder ein Tetrapack Milch. 1 Liter gleich ungefähr ein Kilo. Da dürfte auch niemand mehr einen Blumentopf auf das Fensterbrett im dritten Stock stellen. Er könnte runterfallen. Ja, theoretisch besteht die Gefahr. Aber praktisch? Dann geht bitte auch nicht mehr unter Hausdächern entlang, im Winter drohen Dachlawinen. Da entschuldigt aber ein Blechschild die unterlassene Schneeräumung? So wie man auf der Hornisgrinde einen Wanderweg unter einem Windrad lang geführt hat, an dessen Rand Schilder vor Eisschlag warnen. Wozu dann der Wanderweg an dieser Stelle, wenn dort Lebensgefahr zu erwarten ist? Die Eiszapfen von dem Windrad wiegen gewiss mehr als ein halbes Pfund der Minidrohne, wenn sie durch die Rotation herabfallen können. Da besteht Gefahr, die man nicht mühsam herbei konstruieren muss. Das ist aber zulässig?

Es gibt selbstredend auch Drohnenmodelle mit einem Gewicht eines Lastwagens. Für so ziemlich alle Anwendungen gibt es auch eine Lösung. Nur lasst damit bitte die Hobbyisten in Ruhe. Keiner wird sich normalerweise ein Gerät in den Kofferraum stellen, für dessen weiteren Transport und Aufbau er drei Mann Unterstützung braucht. So sollte man auch die Regeln ausgestalten. Lasst bitte die Radfahrer sich begleiten, oder die Urlauber sich Erinnerungsbilder der besuchten Landschaft machen. Davon bricht keinem was ab! Auch „Lärm“ geht als Argument an der Realität vorbei. Der Geräuschpegel einer solchen Minidrohne ist in 100 Meter Abstand kaum noch wahrnehmbar. Da wirkt eine große Drohne eher wie ein Schwarm Hummeln. Wen das stört wird sich auch daran stören wenn der Nachbar bei offenem Fenster das „falsche“ Radioprogramm hört.

Zum Schluss: Wer Eigenheimbesitzer ist muss gelegentlich sein Dach kontrollieren. Auch dafür eignet sich so eine Drohne ganz hervorragend. Man muss kein teures Gerüst stellen, um zu sehen ob die Bieberschwänze noch alle an ihrem Platz sind.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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