Tag des Drehwurms
OFFENBACH – Ich hatte euch kürzlich von meinem Einkauf berichtet. Hier ist nun das Ergebnis der Aktion. Der Rundkurs von Rad,Wein und Gesang in Offenbach am Samstag erlaubte einige gute Schüsse.
Ja, die Bilder sehen so aus als habe der Fotograf vor dem Feld herumgestanden. Hat er das? Nein. Es ist weder meine Absicht mich noch euch zu gefährden, noch bin ich verrückt. Man kann mit einem kleinen Kniff aber zu Bildern kommen, die genau so aussehen.

Mit Autos ist das noch ein klein wenig spektakulärer. Ja, der fuhr! Es ist das Vorausfahrzeug, das die Rennen begleitete. So sieht man oben das Feld der Damen bei der Radbundesliga. Man steht dann eben kurz hinter der nächsten Kurve in Verlängerung der optischen Achse hinter der Absperrung oder auf dem Gehsteig und damit ausserhalb der Rennstrecke. Es sieht aber erst mal so aus als habe man mitten drauf gestanden. Beim Marathon schaut das vermutlich auch gut aus.
Wie geht das? Canon hat ein 200-800mm-Zoom im Angebot. Das ist schon ziemlich lang. Man kann das aber noch weiter steigern, wenn man das auf den Vollformat-Bildkreis gerechnete Objektiv mit einer APS-C-Kamera wie der EOS R7 kombiniert und sich damit eine 1,6fache Verlängerung beschafft. Dann hat man eine Optik mit einem Bildwinkel, der einem rund 1200mm langen Tele entspricht. 800 x 1,6 = 1280, und das eben bei 32 Megapixel auf dem Sensor der R7, den man dabei ja voll ausnutzt. Ja, man kann dazu auch einen handelsüblichen Telekonverter an einer Vollformatkamera benutzen. Da verliert man aber erheblich an Auflösung, da, folgt man den Angaben des Datenblatts, von den vorhandenen 32 Megapixeln von z.B. einer EOS R6 Mark III infolge der Ausschnittvergrößerung kaum mehr als deren 12 übrig bleiben, und hat dann auch noch zusätzliche Linsenelemente im Stahlengang, die der Bildqualität nicht immer guttun.
Problem: Die Masseverteilung mit einer R7 ist etwas ungünstig. Die Kamera ist im Verhältnis zum Objektiv recht leicht und besteht eben weitgehend aus Kunststoff, sodass man darauf achten sollte dass das Bajonett keinen Schaden durch mechanische Überlastung nimmt. Man sollte das also tunlichst nicht nur an der Kamera durch die Gegend tragen, sondern es am Griff des Objektivs nehmen! Dazu ist der da.
Eine solche optische Kombination eignet sich auch, wenn man sein Motiv nicht zu Fuss erreichen kann. Sei es weil z.B. ein Vogel auf dem Baum sitzt, oder der Reiher im Teich herumsteht. Man kann da eben nicht hin gehen. Die Optik hilft dem Problem ab.
Eins muss man dazu naturgemäß auch zugeben. Die Kamera erscheint dabei wie das Zubehör zum Objektiv. Mechanisch stabil geht auch anders, und es gibt sicher andere Kombinationen mit ähnlichem Bildergebnis, die besser zu handhaben sind. Dafür zahlt man aber einen erheblich höheren Preis, und braucht einen Möbelwagen zum Transport!



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