vergorene Äpfel?
Cupertino – Foto: Symbolbild – Quo vadis? Wohin gehst du? War eins von den Bierchen nicht mehr gut? Man kann zu dem Eindruck kommen. Apple hat sein MacOS ja inzwischen auf Arm-Chips angepasst, bislang aber eine Unterstützung für die älteren Intel-Prozessoren belassen, damit auch solche Anwendungen weiterhin laufen.
Nun bekommt man nicht nur gelegentlich den Hinweis eingeblendet, dass diese Unterstützung ausläuft, bald entfernt werden wird, und die Apps dann eben nicht mehr laufen. Man soll Updates besorgen.
Das hört sich einfacher an als es ist. Um beim Beispiel zu bleiben, Fotografen müssen ihr Bildmaterial irgendwo lagern, und nutzen dazu bevorzugt eine oder mehrere NAS. Netzwerkspeicher. Anbieter sind hierzulande überwiegend Synology und QNAP. Wir reden hier von Datenumfängen, die sich im Lauf der Jahre angesammelt haben und nicht selten wie in meinem Fall auf zweistellige Terabyte summieren. Das passt schon lange nicht mehr auf irgendeine Festplatte.
Als Nutzer solcher Geräte ist mir bekannt wie Synology mit der besagten Ankündigung umgegangen ist. Die Programme wurden nicht umcompiliert. Man hat die Apps einfach für überflüssig erklärt und ausgesondert. DS Photo als Katalog? DS Video als Kino? Vergangenheit. Und nun soll auch der Synology Assistent den Weg alles Alten gehen. Nicht direkt, man kann derzeit die Software zumindest noch aus dem Altarchiv laden, auch wenn sie aus dem offiziellen Appsstore schon verschwunden sind, aber was nützt das wenn das Betriebssystem die Nutzung demnächst verhindert? Nachfolger gibt es nicht mehr, also auch kein Update. Mit der nächsten großen Betriebsystemversion dürfte alles vorbei sein!
So ein NAS ist nun nicht eben billig, die Teile kosten oft mehr als der ganze Computer. Auch bei Apple. Technisch sind die alle gleich, sie nutzen weitgehend alle dieselbe Software darauf und dahinter. Die Anzahl der Platten wächst, aber die Art bleibt. Das sind Computer mit verdammt großer Lagerhalle. Man kann dem Problem also nicht so einfach ausweichen. Auch wer ein anderes Modell nimmt bleibt bei der Software, die jetzt ein Problem ist. Schlimmer aber ist, dass mit den Apps die Wartungszugänge verloren gehen. Hat man keinen Zugriff mehr auf die Konfiguration kann man das Ding praktisch entsorgen. Ein Server ohne Client ist nutzlos. Ja, die Einstellung geht auch über eine Webseite, aber wenn der DHCP-Server eine andere IP vergibt als bislang findest du die ohne das Tool eben nicht so einfach heraus.
Kurz gesagt, mit der Umstellung bei der Software schneidet Apple indirekt den Speicher ab, auf dem die Daten aus Jahrzehnten liegen! Das ist nicht nett! Zur Konkurrenz wie QNAP wechseln hilft dem Problem nicht ab, da wird es kaum anders laufen, vom Geld ganz abgesehen. Das sind keine Zubehöre, die man mal eben so kauft. Da hängt ein Konzept von ab, oder um bei der Fotografie zu bleiben die komplette Zukunft. Keine Ablage, kein weiter so. Die Daten sprich Bilder oder Filme müssen ja wo bleiben. Nein, für Amateure ohne Riesenbudget gibt es da kaum Alternativen, die in der Praxis auch taugen.
Was bleibt? Kurzfristig bin ich froh mehrgleisig gefahren zu sein und nebenher auch noch einen Windowsrechner zu besitzen. Da laufen die Programme ja noch. Aber auch bei Microsoft hat es solche Possen schon gegeben. Es ist kein Verlass mehr auf garnichts. Ja, in diesem Fall hier sagt Apple eben ganz einfach, die Hersteller mögen Updaten. Dann liefe es ja wieder. Was sollen aber die Kunden tun wenn es den Herstellern besser gefällt, ihre Produkte einfach einzustellen? Die in Betrieb befindlichen Teile sind damit Altwaren, sprich „Schrott auf Abruf“! Ersatz ist hier am Markt nicht vorhanden, oder unwirtschaftlich.
Da fallen nicht nur irgendwelche alten nutzlos gewordenen Apps weg, da bricht ein Kartenhaus zusammen. Ein Kartenhaus, das auf Vertrauen gebaut war! Wenn ich jetzt gezwungen bin zu M$ zu gehen war`s das mit den Macs. Lightroom & Co. laufen nicht auf Linux. Bliebe nur ein Fensterbrett.
Nein, zufrieden geht anders.
Nebenbei, wenn man vergleicht kann auffallen dass ein Mac Studio vom Gehäuse her fast so daherkommt wie ein Mini-PC von Geekom. Letzterer kostet aber nur 500 Euro. Soll ich den Versuch wagen? Die Hardware würde reichen, die Daten liegen eh im LAN. Auf den NASsen eben, auf die kommt es eher an als auf den PC mit Rechenleistung.



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