Transportprobleme
SCHWEIGEN-RECHTENBACH – Foto: Archiv – Das Plakat auf dem Beitragsbild steht auf der deutschen Seite der Grenze. So irgendwie kommt man sich da vor als sei man schon halb unter französischer Verwaltung. Wohl auch deshalb werden in der Ausschreibung Parkplätze im französischen Wissembourg anempfohlen, geht man doch offenbar schon heute davon aus dass eh nur die Sportler kommen werden, und die haben demnach alle ein Fahrrad dabei. Was machen die mit ihrem Mechaniker, und der mit dem Werkzeugkoffer und den Ersatzrädern? Der Materialwagen ist kilometerweit entfernt sinnlos.
Für Fussgänger ist eine kilometerweite Wanderung definitiv keine Lösung!
Wer da für einen näher gelegenen Parkplatz nicht unerhebliche Gebühren verlangt, dabei betont dass eben der Parkplatz das restliche Jahr gratis ist, und weiss dass es da wenig Alternativen gibt, der teilt eben mit dass er Besuch eigentlich nicht wünscht! Dieses Strafgeld für’s Kommen ist geeignet, Besuch abzuhalten, und offenbar ist genau das auch der Zweck! Das ist eine politisch angehauchte Botschaft aus dem Nähkästchen der Grünen, die offenbar immer davon ausgehen, dass alle in der Großstadt wohnen, Anfang 20 sind, stets gut zu Fuss und ohne Gepäck unterwegs. Was daran nicht passt kann klar sein. Solche Vorstellungen sind weltfremd. Wir sind da eben nicht in der Stadt, wo alle zehn Minuten ein Stadtbus in alle Himmelsrichtungen fährt, von der Infrastruktur her gleich mal garnicht, und von realen Alternativen zum Auto meilenweit entfernt.
Dass so etwas keine Ausnahme, sondern in Deutschland eher die Regel ist, haben die Erfahrungen mit Zusmarshausen, Schönaich oder Waldrems hinreichend gezeigt! Ja, ausnahmsweise geht das hier und da auch anders. Damals konnte man die Bayernrundfahrt – Frieden ihrer Asche – in Hassfurt mit dem Zug gut erreichen. Aber das sind eben Ausnahmen zur Regel, dass das üblicherweise in der weit überwiegenden Mehrzahl der Fälle so leider nicht geht und man fast schon zwingend ein Auto dazu braucht, will man nicht von vornherein einsehen dass es besser ist, zuhause zu bleiben. Man kommt mit Gepäck in Öffis kaum zum Radcross in Vaihingen, ausser man kennt sich da aus, eben weil die gleichnamige Bushaltestelle real ganz woanders ist als der Name vermuten liesse. Du wanderst, und das eben kaum mit dem Stadtplan in der Hand.
Mit der Vorbereitung eines Besuchs bei der Rad-Bundesliga am kommenden Samstag am deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach bin ich derweil einen Schritt vorwärts gekommen – auch wenn ich den Eindruck gewonnen habe dass dieses Resultat nicht ganz im Sinn des Erfinders sein dürfte.

Die in diesem Screenshot zu sehende Fahrplanauskunft zeigt die Möglichkeiten zur Rückfahrt am 25.4.2026. Selbst wenn man unterstellt dass bis dahin die Straßensperrungen wieder aufgehoben sind, weil die Rennen vorbei sind, ist fraglich ob der Bus überhaupt so fahren wird, oder ob der Verkehr nicht von irgendeiner weit entfernten Ersatzhaltestelle abgeht, von der da keiner was weiss. Der Bus fährt wie hier zu sehen ist nur alle zwei Stunden, und da wird es rasch spät am Abend. Mit dem Auto bist du in der Zeit hin und wieder zurück gefahren!
Es ist also mal wieder eher eine Frage des Könnens als eine des Wollens. Ich fahre gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber es muss eben auch zielführend möglich sein! Dieser Fahrplan enthält eine ganze Reihe äußerst knapper Anschlüsse, die bei geringsten Verspätungen – die man aus Prinzip eher voraussetzen muss – verloren gehen dürften. Es wird also wieder mal eine Frage werden, ob man so abends verlässlich wieder heim kommt. Morgens hin zu kommen ist eher nicht das Problem, es gibt eine Verbindung die um 9:19 Uhr da sein soll, was in jedem Fall ausreichend vor Beginn der Sperrungen sein dürfte. Darauf verlassen sollte man sich trotzdem nicht, da in der Vergangenheit solche Auskünfte, auch andernorts, auch mal verlogen waren und der Verkehr dort ganztags einfach ausfiel. Das bekommen manche da fertig! Die Verbindungen führen hin wie zurück via Landau, es liegen also auch keine Überraschungen durch allfällige Grenzkontrollen nahe. Dafür aber solche im Hinblick auf die Verlässlichkeit des Betriebs an sich.
Was da vor allem wäre ist in jedem Fall das Gepäck. Fotografen reisen selten mit Handtäschchen! Der Rucksack wiegt normal gepackt zwischen zehn und zwanzig Kilogramm, ein Gewicht dass man erst mal den Tag lang mit sich herumtragen wollen muss. Video als Medium sehe ich kritisch, weil der Ablauf Stand jetzt nicht hinreichend vorhersehbar ist.
Was ist da also erneut das Resultat? Ich werde mit dem Auto fahren, oder es sein lassen. Das wird noch entschieden.



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