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Absichtsbekundungen

Absichtsbekundungen

BIBLIS – Foto: Screenshot – Zu Zwecken des Umweltschutzes ist es sinnvoll, mit der Bahn zu fahren. Die Politik wünscht, dass die Leute ihre Autos stehen lassen und den Zug nutzen. Dazu gibt es etwas zu sagen.

Biblis ist ein Städtchen an der Riedbahn und Umsteigestation Richtung Worms. Wer also auf direktem Weg in die Pfalz will und nicht den Umweg über Mannheim nimmt kommt dort vorbei. Der Bahnhof besteht aus fünf Bahnsteiggleisen sowie einigem drumherum. Der Nahverkehr zwischen Frankfurt und Mannheim besteht derzeit vorwiegend aus dem stündlichen RE70, und wird ergänzt durch die S9 zwischen Groß-Rohrheim, Mannheim und Karlsruhe. Daneben gibt es den stündlichen RB62 nach Worms. Die S9 fährt dem Fahrplan nach auch nur alle zwei Stunden, für eine S-Bahn etwas wenig. Praktische Relevanz fällt dem also nur insoweit zu als dass der RE70 nicht mehr in Mannheim-Waldhof hält und auch die Halte an der Mannheimer Westumgehung auslässt.

Diese Beziehung ist so gut oder schlecht wie deren praktische Durchführung. Auf dem Papier besteht da Direktanschluss. Nur wie schaut die Praxis aus?

Das habe ich gestern erleben müssen. Da funzt nämlich wenig, und das wohl gewollt. Es ginge nämlich auch anders. Wie das Beitragsbild zeigt gibt es jede Stunde eine Begegnung in Biblis mit nur wenigen Minuten Umsteigezeit. Die RB62 aus Worms kommt planmäßig um x.53 Uhr in Biblis an und fährt jeweils um x.06 Uhr wieder zurück. Die 3 oder 4 Minuten von und zu den RE70 von oder nach Frankfurt, bzw. ähnlich von und nach Mannheim reichen in der Praxis aber nur dazu aus, dem jeweiligen Anschluss hinterher winken zu können. Da wartet nichts! Dabei gelten im Bahnjargon Züge mit bis zu 5:59 Minuten Verzug noch immer als pünktlich. Und man kann wissen dass verspätete ICE da gerne zu einigen Minuten Verzug bei den anbringenden RE70 führen. Real kommen die eben erst um x:06 Uhr in Biblis an, genau dann also wenn einen Bahnsteig weiter die Türen geschlossen werden und die RB62 den Umsteigern vor der Nase davonfährt!

Spekuliert man mit dieser Verspätung? Oder ist etwa schon eingeplant dass man folgenlos so mit den Kunden umgehen kann, fährt da doch die Mehrheit heute mit Deutschlandticket? Altkanzler Scholz hat bei der Einführung des D-Ticket, einer „stark rabattierten“ Zeitkarte für den Nahverkehr in Deutschland, die Fahrgastrechte gestrichen, was eben dazu führt dass Betroffene keine wirklichen Ansprüche bei solchen Anschlussverlusten mehr stellen können. Man meint da ja der Nahverkehr sei gratis, auch wenn man für die Fahrkarte 63 Euro im Monat zahlt.

Die eigentliche Folge solcher Tatsachen ist jedoch keine monetäre, sondern eine politische. Muss man davon ausgehen dass man da faktisch nicht drauf vertrauen kann, weil es wahrscheinlicher ist dass man eine Stunde auf Anschluss warten muss statt wie im Fahrplan vorgesehen sofort weiter zu kommen, ist es eben mit der Nutzbarkeit real so eine Sache. Man ist dann trotz überteuertem Treibstoff mit dem Auto sinnvoller unterwegs!

Die politische Botschaft wird hier auf den Kopf gestellt. Pendler werden sich dreimal überlegen, ob sie sich darauf einlassen!

Da kommt nämlich noch etwas hinzu. Alle Strecken in diesem Bereich verlaufen unter Fahrdraht, haben also Bahnstromversorgung und können elektrisch befahren werden. Strom gilt als sauber. Dieselbetrieb aber nicht, man kann riechen warum. Die Gegenwart eines Dieselmotors muss man nicht sehen, man kann ihn riechen wenn er läuft, und wer hinschaut kann sehen dass der kleine Triebwagen, der da zwischen Biblis und Worms pendelt und dabei nur in Hofheim hält, eben keinen Stromabnehmer auf dem Dach hat. Der fährt mit Diesel. Man fragt sich warum. Was man den Autofahrern also vorwirft – Umweltverschmutzung – praktiziert man hier selbst, und das real ohne Grund.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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