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unbequeme Wahrheiten

unbequeme Wahrheiten

Foto: Symbolbild – 2023 hat man mit der Glasfaser bei uns begonnen, uns Honig ums Maul geschmiert, das Blaue vom Himmel versprochen. Inzwischen ist 2026, und es funktioniert immer noch nicht! Die Bautrupps sind verschwunden, das Ganze unvollendet. Hier und da liegen die Kabelrollen vor den Häusern, aber zu Ende gebracht wird nichts. Ein anschauliches Beispiel für das, was begonnen, aber nie vollendet wurde.

In diesem Land wird zu viel begonnen, das nicht durchdacht ist, und mit den Folgen sollen die Bürger klarkommen, die darauf am wenigsten Einfluss haben, und die Mittel gleich gar nicht. Staat und Politik reden sich heraus, das regele der Markt. Man kann jeden Tag sehen was der regelt: garnichts!

Ist es tatsächlich politisch gefährlich, Dinge anzusprechen, die jeder täglich beobachten kann, die aber einigen Parteien nicht in ihr Konzept passen? Nun, Freude wird das nicht auslösen, auf keiner der beiden Seiten. Wie die Politiker darauf reagieren kann bekannt sein, und das ist ein Teil des Problems.

Um was geht es? Da sind im Alltag einige Dinge, die politisch gewünscht, real aber undurchführbar sind. Reden wir darüber?

Fangen wir an der Zapfsäule an. Die Regierung treibt bewusst den Preis für Treibstoff in die Höhe, und sagt dazu das diene dem Umweltschutz. Selten so gelacht! Würdet ihr die Umwelt schützen wollen würdet ihr anderes machen! Zum Beispiel Pendeln vermeiden. Für viele Tätigkeiten ist es gleich ob diese, wo möglich, im Büro in einer anderen Stadt oder zuhause im Homeoffice besorgt werden. Es zählt dass abends die Arbeit gemacht ist! Wo die gemacht wird ist in vielen Berufen infolge VPN-Verbindungen und Computertätigkeit inzwischen zweitrangig. Jeder Außendienstler weiss das. Jeder nicht gefahrene Kilometer ist aktiver Umweltschutz, nur haben manche Chefs eben Angst, ihre Schäfchen nicht mehr unmittelbar besuchen (und kontrollieren) zu können wenn ihnen danach ist. Kontrollwahn statt Optimierung der Arbeit, darum geht es!

Lasse dein Auto stehen und nimm Bus und Bahn? Das würde ich gerne machen und habe das früher auch gern gemacht. Man kann allerdings merken dass die Bahn immer mehr unzuverlässig wird, und alle Verspätungen und Ausfälle gehen auf deine Kappe. Wer da sagt „Nimm doch einen früher!“ gibt damit zu dass er ein Realitätsverweigerer und Traumtänzer ist, fahren die Überlandlinien doch bestenfalls stündlich, wenn überhaupt. Wenn früh morgens überhaupt was fährt. Sie nennen es Wegerisiko, wobei es kaum dem Einfluss der Pendler unterliegt ob die Bahngesellschaft ihre Arbeit ordentlich macht, oder schlampt. Sagen wir es so wie es ist. Ja, es muss gebaut und instandgehalten werden, aber das weiss man regelmäßig vorher, das ist planbar, und wenn man dafür Strecken wochenlang sperrt und es fährt nichts mehr, oder Züge fallen dafür halbe Tage einfach aus dann sind alle Menschen ohne Auto aufgeschmissen. Man kann sich auf eine solche Bahn nicht mehr einlassen! Man will also, was man abstreitet. Das Auto ist lebensnotwendig! Dann hat es auch für alle erschwinglich zu sein. Das aktuelle Madigmachen ist nicht zielführend.

Inzwischen gehöre ich leider zu den (zahlreichen) Menschen, die Medikamente nehmen müssen, um weiterleben zu können. Diese Tabletten, und anderes mehr, haben Nebenwirkungen. Die können auftreten, müssen es aber nicht, und niemand kann vorhersagen ob und wie sie auftreten. Wenn sie aber auftreten hast du nicht viel Zeit um darauf zu reagieren. Das kannst du nicht, wenn du im Zug sitzt, denn man hat das ausgebaut, was man dazu braucht. Die Toilette! Montezumas Rache ist ein anderes Wort für diese Erscheinung, und bis du nach einer halben Stunde den nächsten größeren Bahnhof mit so einer Einrichtung erreichst ist es regelmäßig zu spät. Das Medikament bewirkt Kontrollverlust. Wer da Windeln empfiehlt verdreht die Tatsachen, denn zum einen ist das eine Beleidigung, die nur Nichtbetroffene nicht als solche empfinden, zum anderen müsste man dann so ehrlich sein und die Menschen nennen was sie sind: krank. Das wird verweigert. Für diese Krankheit, unter der Millionen Menschen in Deutschland leiden, bekommst du nicht mal eine offizielle Bestätigung. Vielmehr erwartet die Wirtschaft, dass jeder 60jährige so gut funktioniert wie der 20jährige Berufseinsteiger. Und der soll die Berufserfahrung des alten Mannes mitbringen. Alleine daran sieht man, wie verschoben die Massstäbe inzwischen sind.

Ihr meint das kann auch im Auto passieren? Ja, kann es, aber da kann man im äußersten Notfall rechts ran fahren. Zu gut deutsch: es gibt Büsche! Das ist nicht optimal, aber besser als wenn es vor allen Leuten passiert. Der Arzt schreibt dich dafür nicht krank, du musst weiter zur Arbeit fahren als wäre nicht gewesen. Was tust du unter solchen Umständen solange du die Wahl hast? Natürlich kann man auch drei Stunden warten bis die Wirkung der Pillen nachgelassen hat, aber das ist ein Problem denn so viel Zeit hat man da nicht.

Gesundheitliche Probleme sind nicht etwa deshalb nicht existent, weil und solange man sie äußerlich nicht sieht! Den Betroffenen fehlen keine Gliedmassen, sie sitzen nicht im Rollstuhl. Aber sie haben Probleme, und das interessiert eben keinen. Sie sind ein Teil des Gesamtproblems. Alle anderen erklären sich für nicht zuständig!

Die Politik hat da also ein Problem verursacht, das sie selbst abstellen könnte, aber nicht will. Außerhalb dieses Verbunds haben so gut wie alle Züge Toiletten. Hier aber nicht! Damit habt ihr Autofahrer erzeugt! Beschwert euch nicht über Dinge, die ihr unmittelbar beeinflussen könntet.

Ferner, zwei Drittel des Treibstoffpreises sind Steuern und Abgaben. Darunter diese „neue“ CO2-Steuer, die Autofahren verteuern soll, damit die Leute umsteigen. Einmal, die Wirkung dürfte bescheiden ausfallen, weil man erst mal Umsteigen können muss. Wo es an der Möglichkeit mangelt, wie vor, hilft alle Phrasendrescherei nichts, und artet eben schnell in Diskriminierung aus. Das will man so! Alle diese Belastungen helfen dem Problem nicht ab, sondern treffen besonders Menschen, die sich dem nicht mehr entziehen können. Nicht entziehen können sich auch jene, denen es am öffentlichen Verkehr mangelt. Schaut nur mal als Beispiel in den Odenwald. Die Leute dort pendeln auch in die umliegenden Ballungsräume, und haben keinen dafür brauchbaren Nahverkehr. Der ist alleine aus Zeitgründen nicht brauchbar, denn dazu bräuchte es Verbindungen rund um die Uhr, solange die Arbeitgeber 24/7-Verfügbarkeit erwarten. Schichtdienst, Dienst am Wochenende, etc. Das geht nur mit dem Auto. Und da hilft auch keine Pendlerpauschale. Art und Gestaltung der Linien ist historisch gewachsen und wurde auch nicht angepasst als der Bedarf sich änderte. Du sollst den Bus nehmen, auch wenn der garnicht da hin fährt wo du hin musst! Wie sinnvoll ist das? Man eröffnet neue Gewerbegebiete, bindet sie aber nicht an den Nahverkehr an. Haufenweise Sonntagsreden, aber keine Handlungen.

Hinzu kommt die fragwürdige Sinnhaftigkeit solcher Wünsche. In einen normalen Bus passen rund gerechnet 50-100 Personen. Es fährt in der Regel einer je Stunde. In die Stadt pendeln Tausende! Es ist also garnicht wirklich möglich, so den Bedarf zu bewältigen. Auch das ist der Politik wohlbekannt. Da werden also alleine von den Mengenverhältnissen her Dinge gefordert, um deren Unmöglichkeit man wissen kann. Die nötige Kapazität ist gar nicht vorhanden.

Auch der Bus fährt nicht mit Luft und Liebe, der will Diesel! Derzeit der teuerste Treibstoff überhaupt. Die Parteien fordern von den Leuten, was sie selbst andauernd verteuern, wenn sie es nicht gar direkt unmöglich machen. Wie lange halten die Busunternehmen das noch aus? Fragt ihr danach? Nein!

Ihr klagt über Personalmangel in der Pflege, und vergesst dass die Kosten für die Krankenschwester dieselben sind wie die für den Generaldirektor. Aber was verdient der Direktor, und was die Krankenschwester? Es gibt viele Berufe, wo die Verhältnisse ähnlich sind.

Zieht in die Städte, da spart ihr die Kosten für das Pendeln? So kann nur reden wer entweder Millionär ist oder irre, denn man hat willentlich dort die Mieten so explodieren lassen, dass Normalverdiener gentrifiziert werden. Das Wort beschreibt die Vertreibung aufgrund der Wohnkosten, und das hat Methode. Einkommen und Geldforderungen passen nicht zusammen, und man will das so. Leugnet nicht, jeder weiss es!

Was ist da noch? Das elektrische Auto! Eine feine Erfindung mit doppeltem Boden. Was für ein herkömmliches Fahrzeug die Tankstelle ist hier die Ladesäule, und auch da kehrt man das Unterste zuoberst. Die Dinger werden den Leuten wie Sauerbier angedient, man soll kaufen, dabei kann jeder wissen dass immer noch, Jahre nach der Markteinführung, die Technik unausgereift ist, die Fahrzeuge kaum lieferbar, die Infrastruktur nicht wirklich vorhanden. Preise passen nicht annähernd zu Einkommen. Der Wertverlust ist unkalkulierbar, ein Gebrauchtmarkt nicht vorhanden. Damit gibt es kaum eine Möglichkeit zu erschwinglichen Konditionen an solche Vehikel zu kommen. Diese dienen somit vor allem Firmen als Abschreibungsobjekte, da sie steuerlich gefördert werden. Damit das eine Rolle spielt muss aber der Preis erschwinglich sein, und das ist er nur wer sich sonst keine Gedanken über Geld machen muss. Wer ist das denn schon? Die Reichweite? Gut, für die Stadt reicht es. Aber in der Stadt genügen auch Bus und Bahn, die Füße oder das Fahrrad. Das Auto braucht es da kaum, dafür aber auf dem Land umso dringender, wo es eben gerade zu Randzeiten am Nahverkehr mangelt. Wem nützt es wenn der erste Bus um 6 fährt, wenn die Frühschicht eben da in der Fabrik sein muss? Oder wenn die Spätschicht abends um 23 Uhr oder die Nachtschicht morgens um 4 aus der Fabrik kommt und die Arbeiter nach Hause wollen? Da ist regelmäßig Betriebsruhe! Das Fahrrad ist da auch keine Alternative. Zum Beispiel führen durch den Frankfurter Stadtwald entweder Autobahnen, oder (unbefestigte) Forstwege. Keine normalen Straßen, die man ohne Lebensgefahr benutzen könnte! Man kann da also mit dem Fahrrad nachts nicht wirklich ohne Unfallgefahr durch, und die Politik weiss das. Sie hilft dem aber nicht ab! Warum nicht?

Wir haben gerade in Kottenheim gelernt dass die Forstbehörden mittlerweile die Ansicht vertreten, Normalverbraucher hätten im Wald nichts mehr zu suchen. Naturschutz gehe vor Waldbesuch. Wie aber willst du nach Hause kommen, mit dem Fahrrad zu nachtschlafender Zeit? Es gibt da eben mehr als die 9-17-Uhr-Jobs. Und dann haben die Leute nebenher auch noch Haushalt, Hobbys, Sport und Freizeit.

Viele dieser Ideen kommen mir so vor als kämen sie von Verantwortlichen, Traumtänzer will ich dazu nicht sagen, die um sich herum ein Heer an Handlangern haben, die ihnen alles abnehmen, sodass ihnen die Wirklichkeit längst entglitten ist und sie meinen, was sie sich in ihrem Kleinhirn vorstellen sei real. Da würde es durchaus helfen, wie Normalverbraucher auch mit der Realität konfrontiert zu werden. Aber Vorsicht, die Erkenntnis kann weh tun! Es fragt keiner von denen, wie Normalverbraucher das umsetzen sollen, und womit. Viel davon geht so nämlich nicht. Auf Nachfrage kommt da regelmäßig nur heiße Luft, und das macht wütend! Wir alle lernen ja gerne dazu, und sind überwiegend auch willig, nur muss man uns dazu auch sagen wie das gehen soll was man sich da wünscht. Ich vermisse die nötige Konsequenz. Wer verlangt muss auch ermöglichen, oder den Mund halten.

Was kann man da tun? Der Wille alleine reicht nicht, Reden ebensowenig. Es würde gehen wenn man das Ganze als Kette an Aufgaben begreifen würde statt als politischen Elfenbeinturm. Vorne anfangen, eins nach dem anderen richten, und irgendwann hinten ankommen. Es würde gehen, wenn sich der Staat als treibende Kraft statt als Forderer sehen würde, der immer nur von anderen wünscht. Nicht auf andere warten, tatkräftig vorangehen! Von anderen, vor allem relativ mittellosen kleinen Leuten verlangen ist aber einfacher. Sollen die doch sehen wie sie mit diesen großteils weltfremden Ideen klar kommen?

Und ihr wundert euch wenn die dann anfangen, andere Parteien zu wählen als ihr euch wünscht? Euch wählen die so gewiss nicht mehr! Eure Aufgabe ist es die Probleme zu lösen statt neue zu erzeugen.

Am Beispiel des eAutos wäre das, erst mal die Infrastruktur auszubauen, sprich Ladesäulen zu errichten, bevor man das Benzin verteuert. Nicht hier und da ein paar wenige. Das reicht nicht! Tanken dauert 10 Minuten, Laden mehrere Stunden. Wenn dann braucht jeder Parkplatz eine Lademöglichkeit, wenn man will dass sich alle so ein Auto anschaffen. Solange es keine wirkliche Alternative gibt, die auch jedermann zugänglich ist, ist alles andere nichts mehr als Abkassieren! Dieses Geld wird dem Wirtschaftskreislauf entzogen, der Konsum bricht zusammen. Niemand kann das Geld zweimal ausgeben, ausser der Regierung, und ebenso hat auch sonst keiner genug davon! Fahrzeuge müssen bei den Herstellern und Händlern verfügbar sein statt Lieferzeiten von drei Jahren, es muss überall Lademöglichkeiten geben, an denen man auch für die Dauer der Arbeitszeit stehen kann statt lediglich drei Stunden wie jetzt, die Tarife gehören vereinheitlicht statt an jeder Säule ein anderer, und wenn nötig bedarf es dafür gesetzlicher Rahmenbedingungen, damit jeder wissen kann was Sache ist, und jeder muss auch in der Lage sein sich das zu leisten. Zu Zeiten der Erfindung des Automobils war das etwas für Banker, Ärzte, allgemein Reiche. Aber selbst der Doktor fuhr nur einen kleinen Laubfrosch! Warum hiess der Doktorwagen?

Heute aber muss das für jedermann sein, da unsere Gesellschaft mit ihren Realitäten etwas anderes nicht mehr zulässt. Ein Leben ohne Auto ausserhalb der Stadt ist unmöglich, in der Stadt unerschwinglich. Man hat in mehr als hundert Jahren eben dafür gesorgt dass die Leute fahren müssen. Das kam nicht von heute auf morgen und wird sich auch nicht mehr umgehen lassen. Die Arbeit ist meilenweit von den Wohnungen entfernt, die Läden auf dem Dorf nicht mehr vorhanden. Meint ihr die Getränkekiste schafft einer mit dem Omnibus nach Hause, wo dort in den Beförderungsbestimmungen sperrige Gegenstände verboten sind? Lieferdienste? Wenn die überhaupt kommen dann zu Uhrzeiten, wo Normalbürger bei der Arbeit sind und daher kaum zuhause. Das funktioniert nur für die, die es einrichten können. Ein minimaler Prozentsatz!

Das muss aber für alle funktionieren! Ohne Ausnahme.

Ich nenne es Heuchelei, wenn jemand in Amt und Würden etwas von anderen verlangt das er selbst zuvor unmöglich gemacht hat, und solche Beispiele gibt es haufenweise! So wie das Begehren in der Hobbyfotografie, alle anderen Anwesenden in der Öffentlichkeit um Erlaubnis fragen zu sollen damit man noch Bilder machen darf. Das ist was es ein soll: Willentlich unmöglich! Parteien, die das gut finden, kann ich nicht wählen!

Was da wünschenswert ist, gleich aus welchem Grund, spielt solange keine Rolle wie es nicht einzurichten geht, und die Rahmenbedingungen zu schaffen ist Euer Job! Bis das Realität ist habt ihr das andere nicht zu erschweren. Alle Menschen haben das gleiche Recht zu leben. Voraussetzungen, die ihr einst mit geschaffen habt, dürfen das jetzt nicht unmöglich machen. Wer das anders sieht spricht Mitmenschen das Lebensrecht ab, und gehört so behandelt wie andere Schwerverbrecher auch! Politik erfordert auch Konsequenz. Die vermisse ich. Statt einen Schritt nach dem anderen zu gehen kehrt man das Unterste zuoberst, und verlangt von anderen was man selbst nicht kann.

Da kommt mir die Galle hoch!

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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