Speicherpool
Bilddatenverarbeitung braucht neben der Kamera einen Computer, und ein Lagerhaus. Das ist oft eine NAS, und wie eine Kühltruhe wird die irgendwann voll. Zum Glück kann man sie erweitern, auch wenn dazu mehr nötig ist als einfach eine weitere Festplatte rein zu stecken.
Die Daten in einem solchen Gerät sind in RAIDs organisiert, einem oder mehreren „Random Arrays of independent Disks“. Mindestens zwei, oder auch mehr, Festplatten werden da so verwaltet als wäre das eine riesengroße. Wie das Teil die Daten intern managt muss Anwender nicht wirklich interessieren.
Um das Volume erweitern zu können steckt man also auf einem freien Steckplatz eine Platte dazu, oder kauft ein Erweiterungsmodul, und wartet bis sich das RAID reorganisiert hat. Das kann dauern. Eine Platte in dem Verbund zu ersetzen wird, wie das Titelbild zeigt, halbe Tage in Anspruch nehmen, und solange darf man warten.
Das Gerät ist in dieser Zeit nicht wirklich nutzbar. Es besteht eben das Risiko, so wie wenn eine Platte in dem Verbund defekt wäre, bei Ausfall einer weiteren Platte den ganzen Datenbestand zu verlieren. Ein RAID-5 als eine unter mehreren Möglichkeiten hat eine Fehlertoleranz von eben diesem einen Laufwerk. Da kann also eine Platte ausfallen, und du kannst sie ersetzen ohne Daten zu verlieren. Es darf nur in dieser Zeit keine weitere defekt gehen. Sonst hast du ein Problem.
Warum der Aufwand? Synology, der Hersteller der NAS, meint bestimmen zu dürfen dass darin nur seine eigenen Festplatten zum Einsatz kommen dürfen. Dabei stellt die Firma nach meiner Kenntnis gar keine eigenen Platten her, bezieht diese also von anderen Herstellern. Es handelt sich somit wohl eher um eine Frage des Etiketts als um eine der Leistung. So ist das eben wenn jeder „Kompatibilitätslisten“ nach eigenem Gusto implementieren darf, was dann im Betrieb zu Fehlermeldungen führt, die real keine Grundlage haben. Mir ging es irgendwann auf den Keks jeden Morgen pünktlich eine Mail zu bekommen, in der eben gemeldet wird, das Gerät könne sonst ausfallen. Daran glaubt ihr doch selber nicht! Ich hatte damals, als ich das Gerät beschafft habe, aus Preisgründen Platten von WD eingebaut, und die tun ihre Arbeit absolut problemlos.
Eigentlich ist es ja ein Gerätepärchen. Die NAS wird durch eine zweite gesichert, und beide beginnen nun eben, langsam voll zu laufen. Es findet da nun eine Art Rochade statt, und die Platten in der Backup-NAS, die da eben „meckert“ werden durch wunschgemäße Stück für Stück ersetzt und die bisher dort arbeitenden in die neue Erweiterungseinheit für das Hauptgerät umgesetzt. Alles in allem kostet dieser Schritt mehr als 3.000 Euro. 492 für das Erweiterungsmodul, der Rest für die Platten. Wer seinerzeit dafür 200 Euro das Stück bezahlt hat löhnt heute das Doppelte, und die Preise steigen anhaltend weiter.
Es ist irre! Wohin soll das führen? In der digitalen Fotografie bedeutet Mangel an Ablageplatz eben Ende im Gelände. Es gibt keine Wahl. Wer also in einer ähnlichen Lage ist tut gut daran, lieber heute zu erweitern als auf günstigere Preise zu warten. Vermutlich werden die auf lange Zeit nicht kommen. KI sei Dank, denn nach offizieller Meinung liegt diese Preisentwicklung am Bedarf der vielen neu zu bauenden Rechenzentren.