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Heißes Darmstadt?

Heißes Darmstadt?

DARMSTADT – Die Parade zum CSD wird als politische Demonstration verstanden. Solche finden während der Sommermonate in verschiedenen Städten im In- und Ausland statt. So wie zuletzt auch in Mannheim, Frankfurt oder Stuttgart neben vielen anderen mehr. So heute unter anderem in Darmstadt.

Hauptforderung ist stets Toleranz gegenüber „alternativen Lebensweisen“. Toleranz gleich Duldsamkeit. Wie aber benimmt es sich dabei mit dem eigenen Verhalten? Das ist kein unwesentlicher Teil der Frage, denn wer fordert hat auch zu üben.

Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung handelt es sich bei der hier bezogenen Personengruppe um eine Minderheit. Wir reden jetzt nicht darüber wie viele Geschlechter es gibt, noch wer was mit wem im Bett macht. Wir reden darüber, ob es statthaft ist anderen zu verbieten was man selbst für sich in Anspruch nimmt. Das ist die Kehrseite der Medaille bei der Toleranz. Wie gesagt, wer fordert hat auch zu üben.

Das ist leider nicht immer der Fall. Ich schere dabei nicht alle über einen Kamm, aber ebenso wie im Sport, wo ähnliche Verhaltensmuster zu beobachten sind, führt es auch da zu Vertrauensverlust. In unserem Grundgesetz stehen verschiedene Werte aufgeführt, deren gesellschaftliche Bedeutung aber sehr davon abhängt, ob und wie der Einzelne sie umsetzen kann. Wird das verhindert ist das Recht nichts mehr wert!

Ich war bereit, euch zuzuhören, Argumente zu hören, mir eine Meinung zu bilden anhand von Fakten. Fakt ist, dass wie letztes Jahr auch Teilnehmer der Demo in Darmstadt versucht haben Berichterstattung zu unterbinden! Diese Person war es eben, der alles von seiner Zustimmung abhängig machen wollte; ein Recht, das ihm nicht zusteht! Seine Drohgebärden müssen nicht diskutiert werden. Sie disqualifizieren die Person, die sie ausübt. Letztes Jahr war es ein „Damenkränzchen“, das meinte, seine Anwesenheit müsse im Filmbericht nicht vorkommen. Wenn ihr nicht gesehen werden wollt, nehmt nicht teil!

Dabei habe ich nur gemacht, was das Gesetz erlaubt. Bilder einer Demo. Die Frage, ob solche nur mit Erlaubnis gestattet seien, beantwortet z.B. Google denkbar eindeutig: „Nein, für die bloße Übersichtsaufnahme einer Versammlung oder eines Aufzugs gilt nach § 23 Abs. 1 Nr. 3 des Kunsturhebergesetzes (KUG) eine gesetzliche Ausnahme. Fotos von einer Demonstration dürfen ohne Erlaubnis der Teilnehmer veröffentlicht werden, solange die Menge und das Versammlungsgeschehen im Vordergrund stehen. [1, 2]“ Die „Frage“ eures Teilnehmers, ob ich von ihm ein Foto machen wolle, habe ich aus genau diesem Grund abgelehnt. Portraits werden von der Ausnahmeregelung nicht erfasst! Es würde auch wenig zum Thema tun. Die Reaktion, ich solle mich mit meiner Kamera davonmachen, ist übergriffig und in sich denkbar deutlich! Ein solches Verhalten ist unentschuldbar!

Außer dem da entstandenen Beitragsbild – siehe oben – habe ich nicht ein einziges Foto veröffentlicht, und um etwas überhaupt veröffentlichen zu können muss es ja auch erstmal entstehen, also aufgenommen werden. Mir ist egal was ein Einzelner denkt. Wer aber aufdringlich wird begeht Rechtsbruch! Die zitierte Vorschrift gilt auch für Euch! Da kann sich nicht jeder aussuchen was er gern hätte. Dabei gilt was der Einzelne macht. Das muss nicht vom Versammlungsleiter kommen. Jede Einzelmeinung, die durchgesetzt wird, gilt als Meinung der Menge. Ich diskutiere das nicht mehr!

Die Demo ist öffentlich. Über eine öffentliche Veranstaltung, die noch zudem diese Öffentlichkeit sucht, darf die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Das bedarf nicht eurer allergnädigsten Erlaubnis. Wir haben in Deutschland Pressefreiheit, und ihr habt nicht zu bestimmen wer Presse ist. Dazu zählt nicht nur das, was manche gerne darunter verstehen wollen. Der Begriff ist viel dehnbarer. So gesehen fällt selbstverständlich jeder Blog, der sich mit tagesaktuellen Ereignissen befasst, auch unter die Berichterstatter. Dabei spielt Geld oder gewerbliche Absicht keinerlei Rolle. Das wäre ja noch schöner, wenn jeder frei Schnauze festlegen könnte, wer seine Reden hören oder seine Gegenwart zur Kenntnis nehmen dürfe. Eure Launen lebt bitte bei Euch zuhause aus! Ich maße mir auch nicht an, in aller Öffentlichkeit definieren zu wollen wer zur Demo kommt oder zu dem Zeitpunkt zufällig sonst noch so in der Stadt ist. Warum also tut Ihr das? Wer sich wie ein Nazi benimmt ist ein Nazi, egal ob das Gegenteil auf irgendwelchen Transparenten steht! Nur Eure Ansichten dürfen gelten? Das ist ein demokratischer Irrtum.

Beurteilt niemals andere nach Äußerlichkeiten, es sei denn Ihr wollt selbst nach Äußerlichkeiten beurteilt werden! In Bildern zeigen was da war ist nicht Beurteilen, das ist Dokumentieren.

Ihr werdet nicht so gesehen wie ihr redet. Reden ist wohlfeil. Ihr werdet danach beurteilt wie sich die Teilnehmer der Demo aufführen! Wer anders handelt als er redet entwertet das Thema. Versuchte Nötigung ebenso. Wer andere bedroht ist kein Teilnehmer am politischen Diskurs mehr! Bitte begreift das.

Meine Toleranz kennt Grenzen. Mir ist egal mit wem ihr ins Bett steigt, wie ihr euch auch in der Öffentlichkeit kleidet, ob wer eine Hundemaske aufzieht oder seine Haare rosa färbt. Es ist aber nicht egal welche gesellschaftlichen Belange da vertreten werden, und wenn die Handlungen völlig gegensätzlich zu den selbst erhobenen Forderungen stehen muss man sich fragen, ob das wirklich glaubwürdig ist.

Wie gesagt, heute wurde erneut verhindert dass ich von der Demo Bilder mache. Das sei unerwünscht und ich solle mit meiner Kamera verschwinden. Da wurden Grenzen überschritten. Solches Verhalten ist zumindest bei einigen von euch Prinzip. Das war keine Ausnahme und auch kein Irrtum! Demokratie kommt von Demos, dem Volk. Das geht alle an. Rechts ist politisch nicht das Gegenstück zu links. Extremisten aller Art sind Antidemokraten, weil sie nur ihre eigenen Ansichten gelten lassen. Eben das ist das Gegenteil von Toleranz. Oder der Anfang von Egomanie. Die Endsilbe „Manie“ weist auf eine Geisteskrankheit hin! Sie wird beschrieben als „Egomanie (von griechisch bzw. lateinisch ego = ich + griechisch μανία manía = Raserei; auch Ich-Sucht) bezeichnete zu früherer Zeit eine krankhafte Selbstbezogenheit oder Selbstzentriertheit.[1] Der Duden definiert den Begriff auch heute noch als „krankhafte Selbstbezogenheit“. Quelle: Wikipedia.

Ich fasse zusammen: Wer Toleranz von der Allgemeinheit einfordert hat sie gegenüber anderen Mitgliedern dieser Allgemeinheit, sprich seinen Mitmenschen, ebenso zu üben. Wer seine eigenen Ansichten zum Maß aller Dinge macht und daneben nichts gelten lässt hat die Grenzen überschritten. Wer demokratische Mittel wie Demonstrationen nutzt um am demokratischen Diskurs teilzunehmen, und andere von seinen Argumenten zu überzeugen versucht, hat nicht diesen Diskurs zu unterlaufen, indem er Menschen davon abhält darzustellen was da war. Die Demo ist Teil der Öffentlichkeit. Nicht mehr und nicht weniger.

Ihr hattet eure Chance. Wie ihr sie genutzt habt ist jetzt bekannt. Ich bedauere, aber die Zeit für Diskussionen ist jetzt abgelaufen! Bleibt ihr in Eurer Blase. Sie wird früher oder später platzen, wenn sich an diesem Verhalten nicht ganz schnell was grundlegend ändert! Wer meint er dürfe anderen verbieten wird lernen selbst verboten zu bekommen. So einfach ist das.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.