Radcross Vaihingen
S.-VAIHINGEN – Nachdem ich gestern wegen ausbleibender Antwort nachgehakt hatte gingen nun gleich zwei Antworten ein. Antworten, die in sich deutlicher kaum sein könnten. Ich zitiere:
Sehr geehrter Herr Laut,
das Rennen findet statt, parken können Sie am besten beim Vaihinger Freibad . Bilder können Sie von den Rennen ab U19 gerne im Blog veröffentlichen.
Kinder sind tabu, ausser die Eltern stimmen zu.
Alle anderen Infos gibt es auf unserer Homepage: https://rsv-vaihingen.de/rennsport/radcross/strecke
bzw. https://rsv-vaihingen.de/rennsport/radcross
Mit freundlichen Grüßen
und zum anderen
Hallo Herr Laut,
Sie können am Samstag natürlich gerne kommen, wenn Sie die weite Anfahrt nicht scheuen.
Die Baustelle schränkt unsere Strecke nur in geringem Mass ein.
Zum Berichten und Fotografieren brauchen Sie keine Erlaubnis.
Parken können Sie auf dem Parkplatz des Vaihinger Freibads. Von dort ist es ein kurzer Fussweg über die Krehlstr zur Rennstrecke.
Mfg

Ursprünglicher Anlass meiner Anfragen war ja das hier. Da war vergangenen Samstag eine Großbaustelle in der Krehlstraße, ganz zufällig da, wo ehedem und absehbar auch am kommenden Samstag die Rennstrecke langführen wird. Welche Folgen könnte das haben? Von Verlegung bis Ausfall wäre da einiges möglich! Auch sonst gibt es da einige Fragen zu erörtern, angefangen von „Wie kommt man da hin?“ bis zu „Wann ist es fertig?“. Davon hinge ja ab ob die Heimreise mit der Bahn überhaupt planbar ist. Das Maximum einer verspäteten Siegerehrung habe ich seinerzeit bei einem anderen Rennen mal mit vier Stunden erlebt. Ehrung machte man da erst wenn die Kuchentheke aufgefuttert war. Sie wurde nie leer. Nach vier Stunden war es Abend und ich bin gegangen. Die zu ehrenden Sieger waren da schon lange weg. Das andere Extrem erlebt man wenn die Veranstalter heim wollen. Da kann es dann vorkommen dass die Ehrung sofort durchgeführt wird und alles nach einer Viertelstunde vorbei ist! Regulär gibt es eine 30minütige Protestfrist, und die Jury braucht auch Zeit, um das Ergebnis zu erstellen. All das bestimmt aber, wann du ggf. am Bahnhof sein kannst, und das eben, welchen Zug man buchen kann, oder ob ein Auto das Mittel der Wahl ist. Ab einer gewissen Uhrzeit kommt man mit der Bahn ja nicht mehr nach Hause, oder so spät dass am Sonntag ein Besuch in Magstadt illusorisch wird, auch wenn das Eliterennen erst nachmittags startet. Da sind mehr Abhängigkeiten als manche denken. Hier sind es die genannten Umsteigezeiten unterwegs. Wer in Mannheim nur 6 Minuten auf den Anschluss hat darf davon ausgehen, dem hinterher winken zu dürfen, sogar wenn alle Züge auf die Minute pünktlich fahren, was sie in der Regel nicht tun. Somit ist diese Verbindung nicht wirklich nutzbar. Bleibt das Auto. So müssen ja auch zwischenzeitlich die Daten gesichert und die Akkus wieder aufgeladen werden, was auch nicht die Heinzelmännchen bei der Nacht machen, und eine Mobilfunkverbindung oder das WLAN-Gästenetz sind dafür regelmäßig wegen mangelnder Bandbreite oder Datenvolumen nicht nutzbar.

Ich werde das nicht im Detail kommentieren, nur soviel: Auf dem angegebenen Parkplatz hat die Stadt Schilder aufgehängt, die so kontrastarm und klein in weißer Schrift auf hellgrünem Grund beschrieben sind dass man sie aus dem Auto nicht mal dann lesen kann wenn man genau davor steht. Alleine das sagt etwas aus. Man kann durchaus zu der Ansicht gelangen dass es sich hier um eine absichtliche Falle handeln könnte. Um den Inhalt zur Kenntnis nehmen zu können muss man also dort erstmal parken, aussteigen und kann dann erst lesen. Demnach sei der Parkplatz nur für Besucher des Freibads gedacht, und das hat eben jetzt – es ist November – geschlossen. Für „Zuwiderhandlungen“ werden Strafen im Bereich von bis zu mehreren tausend Euro angedroht! Man zahlt da also nach diesen Bestimmungen mindestens 25 Euro, um zu wissen dass man dort ausserhalb der Öffnungszeiten eigentlich nicht parken darf. Man lässt da also eine geeignete große Fläche lieber leer stehen als sie zweckmäßig zu nutzen, wo es sonst keinen stört. Ich habe die Stadt dazu angefragt und warte auf Antwort, rechne aber damit dass keine kommt. Wenn man am Samstag buchstabengetreu nach diesen Anweisungen geht wird das Viertel zugeparkt sein und der Parkplatz bleibt leer! Das kann man wissen. Andersrum ergäbe es Sinn. Aufgrund der Bauarbeiten dürfte der Schulhof, wo früher das Fahrerlager war, kaum erreichbar sein.
Wie ich schon in einem vorangegangenen Beitrag erwähnte bedarf ein solcher Besuch der Vorbereitung. Man muss also bei Bedarf vorab mal da hin fahren und sich umsehen. Davon hängt nicht nur ab, was später in den Rucksack kommt. Da entscheidet sich, ob der Besuch überhaupt einen Sinn macht, oder ob man besser woanders hin fährt oder daheim bleibt. Daraus ergaben sich vor allem die Anfragen, auf die jetzt geantwortet wurde. Das Militär spricht in diesem Zusammenhang von Aufklärung. Da kann dann auch auffallen, was andere nicht bemerken, bis die Falle zuschnappt.
Das andere Teilthema sind wiederum Erlaubnisse. Wie soll jemand, egal wer, im Vorfeld Zustimmungen einholen wenn es dazu keine Kontaktmöglichkeit gibt? Wer etwas fordert das er selbst unterbindet handelt in meinen Augen unredlich. Soll man den Wünschen der DSGVO nachkommen können bedarf es dazu Voraussetzungen, die womöglich bewusst nicht gegeben sind. Adressen unterfallen ja ebenso dem Datenschutz und sind in den Listen nicht angegeben. Dazu bedürfte es ferner einem gewissen Zeitvorlauf, was alleine durch den Meldeschluss nicht machbar ist. Es darf ja Nachmeldungen geben. Die Listen, auf denen steht, wer teilnimmt, sind aber öffentlich, und sie nennen regelmäßig sogar die Lizenznummern. Das steht üblicherweise spätestens danach im Ergebnis. Diese sind sozusagen ein Suchindex. Wer es darauf abstellt kann so nach allen anderen Rennen suchen, an denen jemand teilgenommen hat. Die läuft einem Sportler sein Leben lang nach! Mir braucht hier also niemand mit Datenschutz kommen, das gibt es hier nur wenn die wahre Absicht ist, die Pressefreiheit abzustreiten und die Berichterstattung zu unterbinden. Die Stuttgarter Nachrichten dürften kaum auf solche Bedingungen eingehen. Vielleicht krümmt sich gerade die Redaktion vor Lachen? Der Vorbericht bei der Stuttgarter Zeitung steht hinter Bezahlschranke und ist somit für Nichtabonnenten nicht existent. Und ihr wundert euch warum die Zeitungen voll sind mit Fußballberichten, aber andere Sportarten kaum mehr erwähnt werden?
Wer so handelt tätigt Aussagen! Was könnte es da zu verbergen geben? Jeder bilde sich selbst eine Meinung. Wer aber solche Angst davor hat dass ein Unbefangener aufschreibt was er hört, sieht und liest muss etwas zu verbergen haben. Anders macht das wenig Sinn. Mindestens die Sieger sind nach dem Gesetz Personen der Zeitgeschichte und können nicht verlangen, dass darüber niemand berichtet. Die Möglichkeit zu berichten hängt heute anders als vor 50 Jahren nicht mehr an einem Angestelltenverhältnis bei einer Zeitung. Das kann heute jeder der will! Unabhängige werden nur wahrscheinlicher die Tatsachen schreiben statt einer geschönten Version. Da ist leider nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen!

Wir erinnern uns an Gilserberg? Damals wurde der Start zum Kellerwald-Bikemarathon mit mannshohen Tüchern verhangen, und es hiess dazu dass nur ein bestimmter offizieller Fotograf dort Bilder machen dürfe. Da könnte durchaus ein Zusammenhang bestehen. Wäre es so abwegig zu vermuten dass auch da wer gewisse Interessen vertritt? Ich weiss es nicht und will es auch nicht mehr wissen! Man kann jedoch schlecht um Helfer werben, wenn man real sagt dass man gar keine Hilfe braucht. Auch Öffentlichkeit ist eine Hilfe, ausser man will Informationen kanalisieren. Wenn nur der eigene Pressewart Berichte verbreiten kann hat man die Kontrolle über das, was geschrieben wird. Ich erinnere, dass die Jugendrennen zwei Drittel des Rennprogramms ausmachen. Was da bliebe kann kaum Berichterstattung genannt werden. Rein wirtschaftlich betrachtet lohnt sich unter solchen Umständen kein Besuch. Ich erlaube mir, Absicht darin zu erkennen. Es bleibt hier erneut eine ungeschriebene Aussage stehen, die nämlich, dass man lediglich nach Dummen sucht, die kostenlos eine Arbeit machen, für die man sonst üblicherweise bezahlen müsste.
Was könnte sonst die Ursache für solche Bestimmungen sein? Wie gesagt, Datenschutz als Vorwand ist unglaubwürdig. Bliebe also Rechthaberei. Beides ist für eine Gesellschaft, die sich offen und demokratisch nennt, unwürdig. Zur Demokratie gehört, dass alle ungehindert wissen dürfen, was in der Öffentlichkeit geschieht, und so ein Rennen passiert in der Öffentlichkeit und nicht im Hinterzimmer einer dunklen Spelunke, wo der Wirt den Zugang regelt.
Ich kann damit umgehen. Zugang zu Bildern, so solche denn entstehen werden, ist somit ausgeschlossen, und falls es ein Video wird wird nur das Eliterennen berücksichtigt werden können. Ihr sagt selbst wie ihr euch das vorstellt. Niemand ist verpflichtet Euch unter die Arme zu greifen, und es kann klar sein dass die hiermit verbundenen Vorstellungen Grundlage für alles sind, was später in dieser Hinsicht beurteilt werden muss. Es kann dahin führen dass niemand mehr um Erlaubnis fragt, sondern grundsätzlich und von Vornherein annimmt, dass es keinen Sinn mehr macht. Damit hat der Sport das Urteil über sich selbst gefällt.
Ihr wundert euch immer noch über den Zuschauerschwund?



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