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Sauerlandrundfahrt 2026

Sauerlandrundfahrt 2026

Astenturm – Foto: Archiv 2024 – Die Sauerlandrundfahrt 2026 ist entschieden. Statt der bislang üblichen Eintagesrennen in Wenholthausen und Winterberg waren es diesmal in Verbindung mit dem neu erlangten Profistatus vier Etappen einer mehrtägigen Rundfahrt. Einer Rundfahrt, die streng genommen ebenso wie die gerade zurückliegende Deutschlandtour keine war, denn sonst hätte sie dort ankommen müssen, wo sie anfangs abgefahren war.

Zur heutigen vierten Etappe: Es blieb lange ruhig. Einige Ausreisser fuhren vorne weg, ein Hauptfeld hinterher. Kurz vor dem Ziel hatten sich zwei Fahrer von Lotto-Kernhaus abgesetzt. Behrens platz der Motor, Arno Wallenborn siegt. Dahinter kam es zum Massensprint.

Am darauffolgenden Montag schreibt die Westfalenpost, Zitat: „Paul Fiektze (Red Bull-Bora-hansgrohe Rookies) ist Gesamtsieger der ersten Sauerland Rundfahrt. Auf der 133 Kilometer langen vierten und letzten Etappe von Arnsberg nach Winterberg genügte dem Deutschen U23-Meister ein Siebter Platz, um Platz eins im Gesamtklassement zu verteidigen. Den Tagessieg holte der Luxemburger Arno Wallenborn (Lotto-Kern-Haus-Outlet Montabaur).“

Dabei sollte man wissen, dass die Kernaussage so nicht richtig ist, denn bis da hin war das Rennen auf den Kahlen Asten auch als Sauerlandrundfahrt bezeichnet worden. Die Startorte variierten, das Ziel blieb immer gleich. Jahrelang. Das sah schon Rennen zur deutschen Bundesliga ebenso wie Deutsche Straßenrad-Meisterschaften. Man kann also nicht unbedingt von einer Erstauflage reden, und das noch nicht mal dann, wenn man nur an den „neuen“ Profistatus denkt. Geschickt haben die Mannschaften vorwiegend ihre sogenannten Farmteams, also die U23. Besucht mal ein Bundesligarennen. Die meisten KT-Teams streichen ganz unumwunden heraus, dass sie stolz darauf sind, die „kleinste“ Profiliga zu sein. Auf den Fussball übertragen kann man da auch von einer dritten Liga sprechen. Darüber rangieren Worldtour und „Europapokal“. Sie können von dem Geld nicht leben, aber sie nennen sich Profis. Das führte im Beispiel so weit dass sich drei an der Spitze unterwegs anblafften, wer Profi und wer „nur“ Hobbyist sei. Wer dafür Zeit hat und Luft zum Brüllen fährt nicht am Anschlag. Ich hoffe sie wissen auch alle, was sie tun. Im Livestream bekommt das nämlich mit wer zusieht, und das waren ganz schön viele. Das gehört zum Profisein unabdingbar dazu. Eine entsprechende Lizenz kann man kaufen. Die Kenntnisse und das Können muss man sich erfahren!

So wie es jetzt gewesen ist kann man damit sehr zufrieden sein. Es gab abgesehen von kleineren Pannen keine Unfälle. Die Veranstalter wissen, wie’s geht! Diese Pannen muss man aber angehen. Da waren einmal während des Zeitfahrens der 1. Etappe zwei Falschfahrer, Autos Unbeteiligter also, die trotz Absperrung auf die Rennstrecke gelangt sind, und worüber die Tagespresse halb Europas heute berichtet statt über das Rennen. Das andere waren teils erhebliche technische Probleme beim Livestream, der teilweise am Anfang viel zu spät startete, sodass da jeweils der Start nicht übertragen wurde. Soweit die Fakten. Wer da was für was kann muss geklärt werden, mit übereilten Schuldzuweisungen ist keinem geholfen.

Wer sich den ansonsten sehr gut gemachten Livestream noch einmal anschauen möchte findet die Filme hier:
https://www.youtube.com/@sauerlandrundfahrt

Dem WDR als seitens der öffentlich-rechtlichen ARD zuständigen Sender scheint die Rundfahrt keine Meldung wert gewesen zu sein. Man kann dort jedenfalls nichts dazu finden noch habe ich im Stream von Material der Veranstalter abgesehen eine Fernsehkamera gesehen. Man sieht erneut: Ohne Engagement und Livestream gäbe es jetzt davon keine bewegten Bilder. Und die, die es da gab, waren ziemlich gut. Nicht bei vielen Rennen können Zuschauer in der Kameraperspektive so am Feld dabei sein!

Leider trifft das auf anderes nicht so zu. Von was rede ich? Um so eine Veranstaltung besuchen zu können musst du entweder dort wohnen, oder anreisen. Letzteres war nicht so ohne weiteres möglich. Die Bahnstrecke von Bestwig nach Winterberg ist gesperrt, und wie die Bahn mitteilt bleibt die eigentlich schon wieder aufgehobene Sperrung weiterhin bestehen. Die Westfalenpost berichtet hinter Bezahlschranken. Du sollst kein Auto nutzen, das sei im Weg und verpeste die Umwelt? Das redet dir die Politik jeden Tag ein. Aber: Die Bahn hat die Strecken in der Umgebung gesperrt, und auf Straßen, auf denen ein Radrennen ausgetragen wird, fährt eben auch kein Bus. Wie also da hin kommen? Ohne Auto geht da gar nichts!

Das Tourismusbüro von Winterberg hat eine Pressemitteilung unter dem Titel „Königsetappe der SauerlandRundfahrt lädt Zuschauer an den Kahlen Asten“ herausgegeben. Dabei konnte aus der Erfahrung gewesener Rennen am selben Ort bekannt sein, wie es sich da mit Parkplätzen benimmt. Jedenfalls war es zur DM 2022 so, dass normale Zuschauer nur zu Fuss auf den Berg gelassen wurden, weil der dort vorhandene Parkraum eben so für Orga und Teams ausreichte. Da ist zwar genug Platz für den Alltag, aber nicht wenn man in kurzer Zeit die ganzen Teamfahrzeuge ableiten muss. Die müssen ja „irgendwo hin“, will heißen rasch aus dem Weg und runter von der Strecke. Für Fotografen mit viel Gepäck ist das ungeeignet.

Das war auch dieses Jahr vermutlich so, der Platz wird ja nicht von alleine mehr, auch wenn ich aus verschiedenen Gründen nicht aus eigener Ansicht berichten kann. Die Stadt Winterberg bestätigt meine Vermutung indirekt über eine Meldung auf Facebook. Da kann man lesen: „26a0 Sauerlandrundfahrt 2026 Wichtiger Hinweis zur Anreise: Der Kahle Asten ist abgesperrt. Eine direkte Anfahrt zum Ziel ist daher nicht möglich.“

Ich hätte diese Rundfahrt sehr gerne persönlich besucht. Leider gab es dabei ein gewisses Problem. Die Regierung hat wesentlich zu Treibstoffpreisen beigetragen, die für einen Hobbyisten einfach nicht mehr zu finanzieren sind! Mit der Bahn kommst du da, abgesehen vielleicht von Brilon, aus Frankfurt nicht mehr hin. Die einst bestehenden Bahnverbindungen sind heute Radwege. Es gibt nur noch die Strecke von Marburg kommend, die nach Brilon Stadt führt und im Bahnhof Brilon Wald Anschluss nach Arnsberg bieten könnte. Das klappt real aber nicht. Zu den benötigten Uhrzeiten gleich garnicht. Wir müssen da ehrlich sein. Das sind „Bimmelbähnchen“, die eingleisig mit Dieseltriebwagen in Stadtgeschwindigkeit durch die Lande fahren. Der Zug von Marburg via Korbach und Willingen nach Brilon braucht dafür fast drei Stunden. Insgesamt dauert diese Fahrt von hier nach da länger, als man mit dem Auto für die Strecke hin und zurück bräuchte. Heute kostet das Benzin E10 an der Tankstelle in der Nähe 2,20 €. Das waren vorgestern auch mal bis zu 2,40 €. Wer soll das bezahlen?

Aus demselben Grund habe ich heute auch von einem eigentlich fest geplanten Besuch beim Bergzeitfahren am Eisenberg bei Bad Hersfeld abgesehen. Wenn man im selben Monat noch Jahresinspektion, Steuervorauszahlung und TÜV vor der Hütte hat ist da nicht mehr viel Platz im Säckel für solche Touren.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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