Psychologie
Foto: Symbolbild – Manche neigen zu unüberlegten Aussagen, und sind sich mitunter nicht einmal wirklich bewusst, dass sie mit ihrer Vorgehensweise Aussagen machen, und was für welche das oft genug sind! Es bedarf dabei nicht immer umfangreicher Worte. Auch eindeutige Handlungen genügen.
Es gibt inzwischen genug Vereine, die die Fotografie bei ihren Rennen an bestimmte Personen übertragen haben. Sie sagen es nicht wörtlich, sie handeln danach. Auch das fällt unter Hausrecht. Zumindest meint man das. Nur der oder die fotografiert hier? So einfach ist das in der Praxis aber nicht.
Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass das ein seichtes Gewässer sein kann.
Heute ist es real dass ohnehin kaum noch Zuschauer zu Rennen kommen. Man hat Zustände geschaffen die dazu führen, sich dort nicht mehr unbedingt erwünscht zu fühlen. Das ist ein komplexes Thema, und es liegt nicht immer nur an den Vereinen selbst.
Auch das Verhalten der Sportler spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Ihr wollt oder nutzt nur Bilder bestimmter Fotografen? Macht das, seid euch aber bitte bewusst dass sich daraus die Aussage ergibt, weitere würden nicht gebraucht. Folglich wird auf kurz oder lang auch niemand mehr kommen. Ab diesem Tag steht ihr im kurzen Hemd da, sollte dieser dann ausfallen, egal warum. Da ist dann niemand mehr da auf den man bei Bedarf ausweichen könnte! Dasselbe gilt für die sozialen Medien. Es werden immer nur dieselben geliked? Alles andere fällt unter den virtuellen Tisch? Aufmerksamkeit ist die Währung der sozialen Medien, und ein Like das Dankeschön. Bleibt das aus brauchen alle anderen nichts mehr posten!
Es sind stets Abwägungen zwischen Aufwand und Ertrag, Risiko und Erfolg. Gerade Amateurfotografen machen das nicht selten um euch zu unterstützen. Für unsereins zählt Geld nicht als Maßstab. Die „Gegenleistung“ ist immer wieder „dürfen“, und die berühmten fünf Buchstaben, ein Dankeschön.
Bleibt das dauerhaft aus fragt sich jeder irgendwann: Warum soll ich da hin gehen?
Einige von euch haben mir bereits mitten ins Gesicht gesagt, man brauche mich dort nicht. Wieder andere sagen mir mehr hinten herum, sie seien froh wenn jemand Bilder macht. Dem stehen dann die entgegen die zu allem nein sagen. Die gibt es fast überall. Nun, dafür gibt es dann eben den einen „Vereinsfotografen“. Ich mache das nicht an Personen fest, ob das ein Vereinsmitglied ist oder eine Fotofirma, oder sonst wer. Wenn sich daraus aber ergibt dass nur der oder die noch was darf werden damit weitere Entscheidungen getroffen. Alle anderen bleiben dann besser zuhause, und suchen sich andere Motive. Das gilt streng genommen schon dann wenn es auch nur zu erwarten ist, oder man das so für denkbar halten muss.
Man kann es auch so sehen: Wenn ein Rennen wichtige Rahmeninformationen nicht veröffentlicht sagt man dem ganzen Umfeld nebenbei, dass man keinen Besuch wünscht. Da ist mehr als der Bedarf der Sportler. Die Zeiten, als man da einfach zu Besuch kam, sind schon lange vorbei. Heute gibt es Anlass zu fragen: Was erwartet mich dort? Von der Begrüßung per Handschlag über Gleichgültigkeit bis zu Prozesshanseln ist alles schon da gewesen und jederzeit wieder denkbar. Auch andere brauchen Informationen um den Besuch vorbereiten zu können. Fotografen müssen ihre Sachen packen, und müssen dafür einschätzen können was sie vor Ort brauchen werden. Filmer müssen ihr Skript erstellen, und brauchen dafür eine Grundlage. Fotografen und Filmer sind nebenbei auch Zuschauer, da sie nicht aktive Sportler sind. Zuschauer wiederum sollte man nicht auf Gaffer und Bravorufer reduzieren. Auch das enthält eine abwertende Konnotation.
Man erlebt regelmäßig dass sich Entscheidungsträger dieser Zusammenhänge nicht bewusst sind. Sie schaffen aber Verhältnisse, über deren Folgen sie sich dann wundern. Ob das vorsätzlich geschieht oder ob man sich dessen nicht bewusst ist spielt dabei keine Rolle! Das ist aber massgeblich wenn es darum geht zu entscheiden, ob sich der Besuch einer Veranstaltung lohnt, oder nicht.
Es zählt nicht ob einer „Zuschauer willkommen!“ auf seine Plakate schreibt. Es zählt was man erwartet dort anzutreffen! Das wiederum wird aus der Erfahrung bestimmt. Was man woanders erlebt hat wird im Geiste auf das Kommende projiziert und daraus Schlüsse gezogen.
Die Wahrscheinlichkeit des Eintreffens ist dabei irrelevant. Alleine eine denkbare Möglichkeit kann genügen, um daraus Entscheidungen zu treffen. Die Mehrheit macht einen Bogen um erwartbare Probleme. Man möchte einen schönen Tag haben, und nicht hinausgeworfen werden.
Es muss tatsächlich niemand weite Wege auf sich nehmen, um eine Sportveranstaltung zu besuchen. Viele tun das um einen schönen Tag zu haben. Muss man jedoch Ärgernisse erwarten bleibt man besser zuhause oder geht woanders hin.
Vom Inhalt her gleichwertig sind Forderungen, die aus sich heraus unerfüllbar sind. Wer von Fotoamateuren verlangt alle vorab um Erlaubnis zu fragen, und dann die Möglichkeit dazu verhindert, schließt das Volk aus! Jeder mit einer Kamera, und sei es ein Handy, fällt unter diese Vorgabe, die er nicht erfüllen kann, und von da her auch nicht kommen braucht! Ihr sagt dann dass ihr nur die kommerzielle Presse da haben wollt, deren Mitglieder eben nicht fragen müssen – und ja, so sei es. Dann bleibt es eben leer hinter dem Zaun.


