Carne vale
Foto: Symbolbild – Fasching, Fastnacht oder Karneval. Das ist traditionell die Zeit des Kreppels. Ob man es Krapfen, Berliner oder wie auch sonst nennt, es ist oft mit allerlei gefüllt, gerne süß und stets eine Kalorienbombe. In Fett schwimmend ausgebacken kann man ihn eigentlich in jeder Fritteuse selbst herstellen, wenn man will.
Gestern war in Frankfurt der große Umzug, und an jeder Ecke standen sie. Verkaufsstände des örtlich größten Bäckers, darauf türmten sich Kreppel. Du bekommst sie jetzt zur Faschingszeit allerdings auch bei Aldi, und das erheblich preiswerter. Über die Qualität werde ich nicht urteilen. Was einem besser schmeckt ist eben Geschmacksache. Nur frisch muss es sein – und bezahlbar.
Was auffiel war die ausgesprochene Zurückhaltung der Kundschaft! Viel los wurden sie nicht, die Kreppelverkäufer. Man darf ahnen woran das liegt. Da wäre eben zum einen die „billige“ Konkurrenz der Verbrauchermärkte, ebenso wie das Wetter. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sehnt man sich eher nach heißem Tee oder einer Bratwurst als nach kaltem Gebäck, und da man beim Discounter inzwischen Kreppel das ganze Jahr über bekommt tritt auch ein gewisser Sättigungseffekt ein.
Auch im Umzug selbst war der gut vertreten, und dabei mutierten die Kreppel in kleinen Ausgaben, in eine Plastiktüte verpackt, dann auch zum Wurfgeschoss. Tatsächlich verausgabte man vom Wagen herab Kreppelchen statt Bonbons. Ich weiss echt nicht was ich davon halten soll. Sie schmecken gut; wer aber um die Preise weiss zweifelt ob sich das als Spielzeug eignet!
Den nächsten Fehler der Bäcker sieht man beim Besuch von deren Webseiten. Kaum jemand gibt Preise an! Wer dann die Probe aufs Exempel macht und in die Filiale geht fällt in Ohnmacht! 6 Kreppel für 8,50 Euro. Man bekommt sie woanders, wie eine Zeitung letztens verkündet hat, mitunter auch für 3,50 Euro – das Stück! Da überlegt es sich mancher zweimal.
Das gilt im übrigen sehr ähnlich auch für Brot und Brötchen. Sobald es etwas Ausgefalleneres ist als das übliche Mischbrot gehen die Preise durch die Decke, und auch wenn diese handwerklich gerechtfertigt sein sollten, was ich nicht beurteilen kann, sind sie für viele Rentner schlichtweg unerschwinglich. Denen bleibt oft genug nur das Brot aus dem Supermarkt. Da kostet das Pfund kaum mehr als zwei Euro, auch wenn man ahnen kann dass das nur maschinell und mit „Zutaten“ gemacht werden kann, die im Zweifel da nicht hineingehören.
In Brotteig gehören traditionell nur Mehl, Sauerteig, Wasser und etwas Salz. Alles andere hat da handwerklich nichts zu suchen!

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