Fahrradmesse Kassel
KASSEL – Foto: Symbolbild – Am morgigen Sonntag ist in der Kasseler Stadthalle große Fahrradausstellung.
Darum wird groß Werbung gemacht, aber das Wichtigste nicht gesagt. Was wäre das?
Nun, wer eine solche Messe besucht wird sich Anregungen holen wollen, sucht Neuheiten, braucht eventuell ein neues Rad. Eine Stadthalle kann dazu ein geeigneter Ort sein, oder halt auch nicht. Der vorhergesagte Dauerregen lässt schon mal vermuten dass es mit der Freiluft-Testmöglichkeit nicht sehr weit her sein dürfte.
Wer genauer nachforscht kann zudem finden, dass die Betreiber der Stadthalle auf ihren eigenen Webseiten eine „Hausordnung“ (PDF, Downloadlink) vorhalten, und deren Sprachregelung ist ziemlich eindeutig. Verboten, verboten, verboten!
Du darfst zum Beispiel weder einen Rucksack noch eine Kamera mitbringen. Ich zitiere auszugsweise: „Taschen, mitgeführte Behältnisse und Kleidung, wie Mäntel und Umhänge, können auf ihren Inhalt hin kontrolliert werden. Besucher, die mit der Sicherstellung von Gegenständen, die zu einer Gefährdung der Veranstaltung oder von Besuchern führen können, durch Kontroll- oder Ordnungsdienste nicht einverstanden sind, werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.“ Darunter kann man alles mögliche verstehen. Ich verstehe dabei die Hausordnung des Veranstaltungsgeländebetreibers als die des Messeveranstalters, solange es da keine eigene gibt. Wer so mit seinen Gästen umgeht sagt deutlich, wie „erwünscht“ die sind. Solche Sprachregelungen zeugen nur von einem, nämlich von Misstrauen. Ferner: „Das Mitbringen folgender Sachen ist verboten: […] Videokameras oder sonstige Ton- oder Bildaufnahmegeräte (sofern keine entsprechende Zustimmung des Veranstalters vorliegt).“
Zu alledem sagt der Messeveranstalter auf seinen Webseiten nichts. Da findet man vor allem eine Sprache nach dem Motto: Ihr Kinderlein kommet! Mehr Widerspruch geht eigentlich nicht. Entweder es darf offen darüber berichtet werden, oder der Besuch ist gegenstandslos. Einen Kotau wird es nicht geben! Solche Zustimmungen wurden anderswo dazu genutzt um Einfluss auf den Inhalt der Berichterstattung zu nehmen, sprich vorzuschreiben was gesagt werden darf.
Sagen wir es deutlich: Wenn ich eine solche Veranstaltung besuche möchte ich auch denen, die dafür an diesem Tag keine Gelegenheit hatten, einen Eindruck vermitteln, was es da zu sehen gab, und dazu braucht es Bilder. Diese Hausordnung verbietet, solche zu machen!
Meine Meinung: Wer es so nötig hat darf gerne auf meinen Besuch verzichten. Neue Räder brauche ich nicht, und Neuheiten wird man eher in einem Monat auf der Messe in Düsseldorf sehen als dort auf beschränktem Platz. Dieser Eindruck begründet sich schon aus der Werbung. Wer Eintritt verlangt, und seien das wie hier auch nur 5 Euro, sagt damit dass er z.B. eine Hausordnung durchsetzen will, denn das geht konkludent miteinander einher. Wer dann noch dazusagt dass es für den Eintritt einen Gutschein im doppelten Wert, also für 10 Euro, gebe, der hat sich entweder vertippt, einen Mäzen, oder kann nicht rechnen, denn da macht wer je Besucher zunächst 5 Euro Miese. Oder er spekuliert darauf dass der Gutschein gleich aus welchen Gründen nicht in Anspruch genommen wird. Auch das lässt Schlüsse zu.
Alles in allem bekomme ich dazu den Eindruck, dass mein Besuch dort eigentlich gar nicht gewünscht ist. Sonst bräuchte es nicht solche Klauseln. Misstrauen erzeugt Misstrauen! Wenn man die Falle mit der Hausordnung ausdrücklich suchen muss und das nicht von vornherein offen gesagt wird dann zwingt das zu dem Schluss dass noch weitere Fallstricke dort warten können, die nur noch keiner gefunden hat, und dafür setze ich mich nicht einen halben Tag lang in den Zug, um nach Kassel zu kommen. Geld kostet es nur, wenn der Eintritt fällig wird, sonst geht das auf Deutschlandticket und kostet mich eigentlich nur Zeit. Aber solche Formulierungen kosten Vertrauen. Da sagt wer eigentlich dass er gerne unter Seinesgleichen bleiben möchte. Oder warum habt ihr Angst dass wer Bilder macht?
Das lohnt sich nicht! Wer in einer solchen Hausordnung mit Hausverbot droht sagt mehr, als in Worten dort steht. Das kann man so haben!



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