Leserpost
De Post kütt! So ähnlich würde man in Köln sagen wenn du Briefe bekommst. Im Neuesten hiess es, Zitat: „Ich kann nur nicht ganz nachvollziehen, warum sie solchen Streß machen, wenn Du Bilder machst:-|“
Einfache Antwort: weil sie es dürfen! Das Gesetz erlaubt allen, herum zu verbieten, ihren Willen in den Vordergrund zu schieben, und anderen das Leben schwer zu machen. Egomanie ist in Deutschland gesellschaftsfähig gemacht worden. Jeder darf bestimmen, ob er oder sie auf Bildern erscheinen möchte. Viele meinen bestimmen zu dürfen was anderen noch bleibt. Jedenfalls im Prinzip. Es gibt da einige weiterführende Bestimmungen, da wird es aber rasch kompliziert. Nun, ich kann ja nochmal zusammenfassen, was ich in vorherigen Beiträgen zu diesem Themenfeld bereits wiederholt geschrieben habe. Daran hat sich nichts wesentliches geändert. Das Titelfoto musste wegen der DSGVO „zensiert“ werden. Erkennbare Personen im Vordergrund, die nichts zur Bildaussage beitragen, wurden per KI entfernt. Lightroom bzw. Photoshop sind da inzwischen recht gut. Leider gingen dabei auch einige Details der Plakataufschriften verloren. Die sind hier aber eh unwichtig.
Das Beitragsbild zeigt, worum es da vor allem geht, nämlich ums liebe Geld. Auch deshalb halte ich so oft meine Bilder zurück, sobald am Ort ein offizieller Fotograf auftaucht. Ihr habt gesagt, man habe ja den einen und brauche daher keine anderen. Dann macht mal! Es ist eine Botschaft von grundlegender Bedeutung. Recht kann man verkaufen! Ein Stadion ist Privatgelände. Da hat jemand ein Hausrecht. Der darf bestimmen ob du überhaupt da sein darfst.
Das wegen der Veröffentlichung der Bilder wäre jetzt auch in Jügesheim so gewesen wenn ich Bilder gemacht hätte. So ist es ein Filmchen geworden, kurz und schmerzlos. Ich hoffe es bringt euch eine grobe Übersicht, und ja, auch ich habe da ein gewisses berechtigtes Interesse! Art. 5 GG ist universell und unverkäuflich.
Das Titelfoto zeigt eine etwas in der Vergangenheit liegende Szene vom Start zum Kellerwald-Bikemarathon in Gilserberg, und damals hat man dort eben den Start mit meterhohen Leintüchern zugehangen. Anlass war der, so sagte man es, Wunsch des offiziellen Fotografen nach Exklusivität. Mir ist nicht bekannt wie man es heute dort hält, es ist mir auch inzwischen weitgehend egal, zeigt es doch die Verhältnisse. Muss ich so weit fahren wenn ich vor Ort mit sowas rechnen muss? Es sind über 100 Kilometer bis da hin, und dem steht was gegenüber? Schöne Bilder eher nicht. Genau die soll man ja erklärtermassen gar nicht machen dürfen, da will ja ein anderer was verdienen. Wo Recht käuflich ist bleibe ich gern daheim! Es gibt Alternativen.
Es ist ein im Sport weit verbreitetes Verhalten, und da man stets erneut damit zu rechnen hat bestimmt es eben erheblich mit, wenn es darum geht zu entscheiden ob man eine Veranstaltung besucht. Für mich sind es Bilder, die die Gegenleistung für den Aufwand darstellen, und mir braucht man nicht zweimal erklären wenn ich für jemanden dort „überflüssig“ bin! Das muss niemand in Worten so sagen, es ergibt sich aus den Umständen. Dass es manche wörtlich sagen macht die Dinge umso deutlicher. Auch die Ankündigung eines offiziellen Fotografen stellt eine Monopolerklärung dar und sagt indirekt dass alle anderen daheim bleiben können – was viele dann auch tun. Solche Erklärungen bringen heute Geld, und morgen Probleme.
Das gilt ebenso für andere Veranstaltungen, oder teilweise gar für ganze Sportarten, die sich eindeutig positioniert haben, und die heute nicht mehr das Gegenteil behaupten brauchen. Es ist unglaubwürdig wenn einer heute Kreide gefressen hat, nachdem davor solches Verhalten bekannt geworden war. Menschen wurden unlautere Absichten unterstellt. Das sagt alles!
Beim Triathlon wurde ich abgemahnt – wegen Daseins – nicht weil ich Bilder verkaufen wollte. Das habe ich nie getan, aber alleine das Zeigen reichte da manchen Geschäftemachern. Nur ihre offiziellen Fotofirmen dürfen. Dann macht mal! Heute dürft ihr gern sehen wo ihr Bilder herbekommt, von mir gibt’s nichts mehr! Dasselbe gilt für alle Wassersportarten. Ich habe es nicht nötig mich verdächtigen zu lassen, weil da wer naturbedingt wenig Bekleidung trägt. Das ist ehrenrührig. Macht euren Kram alleine.
Vergleichbares musste ich beim Waldsträßer Crosslauf im vergangenen Herbst erleben, als mich der zweite Vorsitzende des Vereins fortgejagt hat! Er hat einfach Behauptungen aufgestellt, die unbegründet sind, denn ich verkaufe wie gesagt meine Bilder nicht. Wenn andere was anderes behaupten lügen sie! Wer meint herum bestimmen oder für alles eine Voranmeldung verlangen zu dürfen macht seine Sachen zukünftig alleine, es wird von mir keine Handreichung mehr geben. Gutsherrenart wird nicht hofiert. Solches Verhalten stellt aber ein eindeutiges Zeugnis für den Sport aus. Geschäftemacherei fällt auf die Veranstaltungen zurück. Sie verlieren jede Unterstützung. Die Bevölkerung kann euch unterstützen, sie muss es nicht! Sie kann auch dieselbe Politik gegen euch anwenden, dann wird es bald kein Rennen mehr geben weil ihr keine Genehmigungen mehr bekommt. Irgendein Anlieger sagt immer nein.
Einige Veranstalter meinen halt, sie dürften per Hausrecht bestimmen wer sich in öffentlichen Parks aufhalten dürfe, wenn sie da ein Rennen durchführen. Ja, soweit ist es schon! Deutschland schafft sich ab, wenn man einerseits um Unterstützung wirbt, und andererseits die Leute dann so behandelt. Ihr könnt euch sicher denken wer da jetzt sehen darf wo er zukünftig bleibt? Aber ihr habt ja sicher wieder eure Hausfotografen, die machen das schon.
Vergleichbares habe ich mit MTB-Rennen erlebt, die Zuschauer gerne auf sogenannte Zuschauerwege verbannen wollen, wo sie weit weg vom Geschehen sind und insoweit keine „Gefahr“ darstellen. Welche Botschaft verbreitet wohl wer seine Besucher als Gefahr begreift? So gehen etliche Ordner vor. Zuschauer bei Rennen wurden etliche Jahre lang als Gefahr hingestellt. Heute sind keine mehr da, weil die Leute die Schnauze davon voll gehabt haben. Bitte bleibt unter euch, wenn ihr die Welt so seht.
Fotos von und mit Sportlern zu machen ist gefährlich geworden, brauchst du doch offiziell von allen eine Erlaubnis. Bilder von minderjährigen Teilnehmern scheiden somit weitgehend aus. Die Meldelisten sind ungeeignet. Entweder erscheinen sie gar nicht, oder zu spät, oder enthalten keine Adresse, an die man sich zu besagtem Zweck wenden könnte. Wer verlangt dass man um Erlaubnis fragt muss das auch ermöglichen, und kann sich schlecht hinter dem Datenschutz verstecken. Es geht da nicht um Datenschutz, sondern um Aussperrung durch die Hintertür! Der Mangel ist vermutlich bewusst, gibt es das Problem doch mindestens seit 2018. Zu Corona ward ihr nicht minder deutlich, und habt gesagt auf Zuschauer habe man keinen Einfluss. Zuvor wurden jene deutlich als gefährlich hingestellt und ausgeschlossen. Nicht weil die Gefahr real war, sondern theoretisch hätte sein können! „Du könntest gefährlich sein“ ist eine ebenso universelle Anschuldigung wie du könntest eine Bombe bauen oder dein Land verraten. Gerade letztens hiess es aus den Reihen von German Cycling, man habe keinen Einfluss auf Zuschauer. Es waren dieselben Worte wie damals bei Corona, als jene ausgesperrt waren und man offiziell sagte man könne das Kommen der Leute nicht verhindern. War die Wortwahl bedacht, oder war die Wortgleichheit zu damals Zufall? Ja, ich höre hin! Und ich ziehe meine Schlüsse daraus wer da was sagt, was auch gilt wenn man zum Wegfahren aufgefordert wird weil der Parkplatz für VIPs gebraucht werde. Ab da – Tschüss!
Der DLV hat per Latrinenpropaganda die Aussage verbreiten lassen, man wünsche bei Läufen unter Verbandsregie, insbesondere Meisterschaften, nur eigene Fotografen. Nun denn, so sei es. Die Namen der Personen sind hinreichend bekannt, wenn man da bald 30 Jahre dabei war. Auch bei der DM in Darmstadt letztens hatten manche wieder „Angst“, die Fotografen könnten im Weg stehen. Ich kann mich danach richten, und auch bei der Radcross-DM in Bensheim demnächst bin ich noch lange nicht dort. Weder in der Ausschreibung noch auf der Webseite gibt es eine Ansprechadresse für Akkreditierungen, und somit auch keine Möglichkeit einer Anfrage wegen Zulassung. Glaubt ihr ich rate? Da gilt dann eher der Eindruck, der vom 1. Mai und anderen Rennen her schon gut bekannt ist, der nämlich dass man eh nur Gewerbliche da will. Ich habe den Eindruck gewonnen dass man unsereins dort nicht braucht. Letztes Jahr habt ihr auswärtigen Besuch ausgesperrt, die Parkplätze abgeriegelt. Heute meint ihr ich würde erneut so weit fahren für ein absehbar gleiches Erlebnis? Mach dass du heimkommst, steh nicht im Weg! Wenn das die Botschaft ist kann ich mir das Rennen auch im Fernsehen ansehen, aus der warmen Stube statt bei Minusgraden und glatten Wegen. Niemand braucht darauf warten dass ich ihm einen Kotau vollführe.
Die dagewesene Botschaft war und ist, dass nur die gewerbliche Presse wie Zeitungen und Berufsfotografen einen Stellenwert haben, alles andere nichts zähle, und so schauen denn nun auch die Schlussfolgerungen daraus aus. Ich habe die Entscheidung, ob ich zu euch komme, bei euch Bilder machen, oder mir einen Ausflug irgendwohin gönne, eine fremde Stadt besuche, dort Erinnerungen schaffe, die mir was bringen, oder im Notfall auch ganz daheim bleibe und ausschlafe. Wie man – jahrelang – in den Wald rein gebrüllt hat so schallt es nun wieder heraus, und das Vertrauen, das zu solchen Dingen entscheidend beiträgt, ist nicht nur beschädigt. Es wurde zerstört! Irreparabel!
Manche beginnen zu begreifen was da jahrelang gemacht worden ist, und schreiben „Zuschauer willkommen!“ auf ihre Einladungsplakate. Es glaubt keiner mehr! Man hat gelernt wie die Wirklichkeit ausschaut, und das ist das, wonach nun entschieden wird. Zu den Rennen kommen noch die Sportler, weil sie gemeldet haben, und bestenfalls noch deren Anhang. Alles andere? Fehlanzeige! Das gilt für Marktplatzkriterien ebenso wie für Meisterschaften. Die Größe der Rennen spielt eher keine Rolle. Zuletzt habe ich gar die Version gelesen „Zuschauer erlaubt!“, womit klar werden kann dass manche sogar da meinen, etwas zu erlauben zu haben. Man habe ja das Hausrecht.
Habt ihr eigentlich den Knall nicht gehört?
Nachtrag: Wie ich soeben auf Instagram gesehen habe hat sich für Bensheim ein offizieller Fotograf angekündigt. Ich werde mir somit das Rennen online anschauen und ansonsten von einem Besuch absehen!



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