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Königshammercross

Königshammercross

BAIERSBRONN/FRIEDRICHSTAL – Foto: Archiv – Ein Doppelpack mit Bundesliga-Radcrossrennen steht im Tal X vor der Tür. Und klopft! Guck nicht durch’s Fenster, komm rein!

Es ist inzwischen schon wieder drei Jahre her dass ich das letzte Mal dort war zu diesem Crossrennen, das dazwischen aufgrund der inzwischen ebenso Geschichte gewordenen Gartenschau mehrfach Lage und Gestalt geändert hat, und dazwischen wegen der Bauarbeiten auch mal ausgefallen ist. Man hat da das halbe Dorf umgestaltet, und den Sportplatz durch ein Gelände ersetzt, über dessen jetzige Gestalt sich ein Fragezeichen erstreckt. Zuletzt war ja alles noch abgesperrt. Wie es dort jetzt genau aussieht kann ich nicht sagen. Was ich aber weiss ist, dass die Strecke nicht mehr die alte sein kann, denn dort, wo das letzte Mal noch ein Downhill war, steht jetzt ein großer, massiver, hölzerner Fahrradständer. Da rein fahren tut weh!

Im fünften Anlauf auf drei verschiedenen Rechnern ist der Download des „Technischen Leitfadens“ endlich gelungen, es war eine Steißgeburt! Ich verlinke die >Downloadadresse< hier für die, die keinen Zugriff auf Instagram oder Facebook haben! Die Veranstalter haben die Datei über WeTransfer bereitgestellt. Wer den Link aufruft wird voraussichtlich dreimal umgeleitet! Auf dem iPhone ging wie gesagt gar nichts, auf dem Dienstrechner brauchte ich es gar nicht versuchen weil dort eigenhändige Installationen gesperrt sind, und wer mir ein Abonnement verkaufen will ist hier derzeit im falschen Film. Wie gesagt, das Finanzamt hat sich gerade angekündigt und will im neuen Jahr Nachschlag holen, und infolge dieser „Wirtschaft“ leiden jetzt eben die Geschäfte. Neu- oder Ersatzbeschaffungen finden nicht statt! Den örtlichen Geschäften entgeht so Umsatz in mehrfach vierstelliger Höhe. Man will das so.

Was machen wir daraus? Es ist kompliziert! Mit der vorhandenen Ausrüstung kann ich das Rennen „bedienen“, es ist aber nicht das was es sein könnte. Aus der Streckengrafik im Leitfaden kann ich nicht schlussfolgern ob und wie ich dort an die fotografisch interessanten Stellen der Strecke herankomme. Für Fotos muss der Standort genauso passen wie die Lichtverhältnisse dort, und die entscheiden auch über das Gepäck. Für Video braucht es das so nicht, da genügt regelmäßig „ein freies Schussfeld“. Gebraucht wird eine schöne Erinnerung, nicht „Landschaft mit Beiwerk“.

Wie das Beitragsbild zeigt sind die Verhältnisse vor Ort ungewöhnlich. Dieses Bild ist ja inzwischen selbst Geschichte, es schaut jetzt dort etwas anders aus. Da steht jetzt ein Zaun. Durchgang verboten? Das ist insoweit eher ein bewohntes Museum als ein gewöhnliches Dorf, und die Fortbewegung zu Fuss dauert. Ein Event der weiten Wege! Es scheint völlig illusorisch, die Strecke im Rennen abgehen zu können, und der Streckenplan zeigt nicht wo welche Hindernisse oder Wegeverhältnisse sind. Er zeigt nur, dass das eine Handlungszentrum am Südende des Tals weit von Start und Ziel entfernt ist. Der eine Teil ist um die Kirche herum, der Rest im Norden am Backhäusle, und dazwischen ist viel Weg. Wer sich dort virtuell schon mal umschauen will, es gibt auf YouTube mein Video von meinem Besuch im Oktober. Und du läufst, und läufst, und läufst! Wo sind die Brücken von seinerzeit? Gibt es die überhaupt noch? Oder fährt man da jetzt links rauf und rechts wieder runter? Das würde dazu führen dass eventuell Fussgänger gar nicht mehr vom Fleck kommen! Die müssten dann auf der Rennstrecke laufen, was kaum im Sinn des Erfinders liegen dürfte. Der im Leitfaden gezeigte Streckenverlauf lässt auf wenige Runden auf einer langen Strecke schließen, und wenige Runden bedeuten eben auch wenige Chancen auf Bilder. Über die rechtliche Seite der Sache habe ich in den zurückliegenden Beiträgen ja schon gesagt was es dazu zu sagen gibt, und daran wird sich auch nicht viel ändern lassen. Das angedachte Videoprojekt muss ich entweder radikal ändern, oder kann es vergessen.

Hier offenbart sich eine alte Weisheit. Man braucht nicht einen Fotografen, man braucht deren zwanzig! Auch die können nicht fliegen! Verteilt über den Kurs deckt man so alle wesentlichen Stellen ab. Man kann aber auch wissen wie es sich bei Rennen gewöhnlich mit Teamwork benimmt. Das ist da nicht vorhanden! Wie im Hühnerstall schaut jeder nur nach seinem eigenen Krempel, und hinterher gucken alle in die Röhre!

Man könnte natürlich hergehen und die zugelassenen, angemeldeten Fotografen auffordern, ihre Bilder nach dem Rennen in einen gemeinsamen Pool zu laden. Technisch ginge das, wenn man will und die Voraussetzungen schafft fast live. Ich sage aber gleich dazu, dass meine Arbeitsweise, die sich aus den bisherigen Gegebenheiten ergeben hat, darauf nicht optimiert ist. Ich fotografiere in Rohdaten, um mir die technischen Möglichkeiten zu erhalten, die sich daraus ergeben. Die endgültige Abstimmung der Aufnahmen ist vor Ort kompliziert, und es gibt eben Verfahren, diese Fragen zu umgehen. Ich habe danach lieber optimale Bilder als schnellen Schrott! Auch wenn das Danach eine Woche dauert. Tempo ist für mich kein Kriterium! Ich definiere meinen „Redaktionsschluss“ selbst, und naturbedingt müssen diese Bilder dann eben ausgearbeitet werden, was vor Ort nicht möglich ist. Dafür braucht man einen leistungsfähigen Computer, und der steht bei mir zuhause.

Kommen wir zur Logistik. Man muss ja erstmal da hin kommen.

Eine Anreise mit der Bahn ist möglich. Es braucht aber Zeit. Der RE40 hält nicht in Friedrichstal, und die S8 braucht mindestens anderthalb Stunden Fahrzeit ab Karlsruhe. Das eigentliche Problem da wird aber weniger die An- als denn danach die Abreise sein. Es wird spät, und am Wochenende ist das Angebot etwas ausgedünnt. Denkt daran, falls es euch betrifft: Am Sonntag ist Fahrplanwechsel!

Den sich aus oben Gesagtem ergebende Rucksack wird niemand weiter schleppen wollen als nötig, und auch der Parkplatz ist weit weg, was in der Realität eben zu Beschränkungen beim Packen führt. Niemand dürfte die technisch mögliche Ausrüstung freiwillig tragen wollen. Das sind wie gehabt einige Kilos. Dann kommen voraussichtlich entweder die GH7 mit 12-60mm zum Einsatz, wenn es ein Film wird, oder die beiden DSLM mit 24-105 und 70-200mm. Das lange 180-600mm dürfte zuhause bleiben, auch wenn man es wohl gebrauchen könnte. Es wird ja gerne erwartet dass die Fotografen von der Ziellinie Abstand halten, was mit dem kurzen Tele kaum geht. Der lange Oschi ist aber zu groß und zu sperrig für das was da voraussichtlich kommen dürfte. Wie gesagt, ein Event der weiten Wege.

Zur Rechtssicherheit trägt der Leitfaden nichts bei. Ich kann dort keinen Ansatz zu dieser Problematik finden, wer was darf. Der Gesetzgeber will, dass Amateurfotografen alle um Erlaubnis fragen, eine aus sich heraus unmögliche Zumutung. Die Sportordnung untersagt alle Eingriffe in die Veranstaltung, du kann also nicht einfach so da hin gehen und den Leuten ein Bündel Modelverträge unter die Nase halten. Was meint die Politik da wohl wo man da ist? Im Fotostudio ist man da jedenfalls nicht! Im Gegensatz zu solchen Anwandlungen kann man ein Video jederzeit mit dem öffentlichen Interesse rechtfertigen. Auch andere wollen wissen was da war. Es zeigt dann die Handlung, und eben nicht nur einzelne Fahrer. Als Einzelkämpfer wird es aber schwierig, ein solches interessant zu gestalten. Dafür bräuchte es ein paar viele Kollegen. Die gibt es nicht! Einen Film drehen heisst Geschichten mit Bildern erzählen. Es ist Glücksspiel ebenso wie Kopfsache. Wir werden sehen. Ist der Kopf nicht frei weil man sich insgeheim Sorgen macht wird das nichts.

Man muss zum Thema Video auch wissen, dass mir vor garnicht allzu langer Zeit YouTube die Rechte gekürzt hat! Aufgrund mangelnder Nachfrage, wie es hiess, darf ich jetzt nur noch Kurzfilme hochladen. Ihr ruft nichts auf, liked nichts, und so sieht jetzt das Ergebnis aus. Da geht es nicht darum wer was wirklich mag, da geht es darum Interesse zu bekunden. Bleibt das aus wird es auch immer weniger Material geben! Dahinter steckt ein Algorithmus. YouTube setzt Likes und Abonnements gleich dem Umsatz durch eingestreute Werbung. Da schaut keiner ob wer den Film wirklich mag, da zählt Quote, und sonst nichts!

Zum Thema Fotos gäbe es technische Möglichkeiten, die aber aus rechtlichen Gründen stets ein Drahtseilakt ohne Netz und doppelten Boden seine werden, solange sich die Rechtslage nicht bessert. Ich kann kaum herausfinden wer zustimmt und wer nein sagt, muss also davon ausgehen dass es jeder sein kann der dafür infrage kommt. Damit ist Fotografie abseits der „ersten Drei“ kaum noch möglich, die Veröffentlichung von Bildern wie verlangt ebenso. Auch das ist von oben so gewollt. Man könnte es leicht umgehen, indem man einfügt dass alle Teilnehmer pauschal zustimmen. So einen Absatz konnte ich jedoch nicht finden. Das Problem besteht also fort.

Das ist leider eine besondere Art von „Cancel Culture“, die sich aus den Rahmenbedingungen ergibt. Ich streiche solange Möglichkeiten, solange sich daraus für mich ein Risiko ergibt. Ich kann daran nichts ändern! Die, die dazu was tun könnten, ignorieren das Problem. Es betrifft ja die Fotografen und nicht sie. Die Fotografen wiederum bleiben der „Plasmakammer“ fern, bevor sie sich die Finger daran verbrennen. Das ist ein Teil der Tatsache warum kaum noch Zuschauer zu Rennen kommen. Wer faktisch nichts darf muss auch nicht weit dafür fahren. Mancher Leute Vorstellungen zu diesem Themenfeld geben Anlass zur Sorge, und zur Vorsicht. Hauptsache sie haben ihren Willen? Brandgefährlich für die gemeinsame Sache!

Die Wettervorhersage verspricht günstig zu werden, was man allerdings auch mit Vorsicht genießen sollte. Mir genügt wenn es nicht regnet! Ich werde beitragen was ich beitragen kann. Das muss reichen. Ich halte nach wie vor Video für die bessere Wahl. Warum? Wenn’s schiefgeht gibt’s einen Löschknopf. Ex und hopp. Schief ist es gegangen wenn auch nur einer das berühmte Fingerchen hebt. Jetzt liegt es an Euch.

Und jetzt werde ich doch etwas nervös, ist für heute früh doch der Techniker angekündigt, der mir den Netzabschluss Glasfaser in den Keller legen soll. Ob ich danach noch Netz habe? Man wird sehen.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.