Verhältnisse
Bitte hört mir mal einen Moment lang zu! Es ist wichtig.
Ich habe Reaktionen auf meine Umfragen erhalten. Vielen Dank dafür! Manche davon lassen erkennen dass das Problem auf Sportseite nicht erkannt wird, dass diese Fragen vielen egal sind. Manche tun so als sei das doch alles ganz einfach. Ist es das?
Nein, eben das ist es nicht. Es stimmt, ihr seid nicht direkt betroffen, indirekt hingegen sehr. Viele meinen deshalb das müsse sie nicht interessieren. Das sollte es aber, denn bei euch liegt der Schlüssel, die Probleme, die hier geschaffen wurden, zu umgehen. Lösbar sind sie auf dieser Ebene leider nicht. Die Politik verlangt Dinge, die in der Praxis so nicht umsetzbar sind, und ich nehme an dass das bekannt ist. Es ist wohl nicht nur bekannt, es ist wahrscheinlich genau so gewollt.
Einige von Euch bestehen darauf, dass von ihnen keine Bilder gemacht werden. Es sind wenige, aber sie sind da, und es ist euch dabei egal dass eure Sportordnung den Zuschauern und damit auch den Fotografen verbietet, euch anzusprechen. Im Rennen gleich gar. Wie soll das gehen? Niemand kann wissen wer das im Einzelnen ist, also muss es von allen vermutet werden! Das ist ein Problem! Eingriffe in die Veranstaltung sind verboten! Dazu zählt eben auch, euch aufzusuchen und zu befragen. Wer das also so haben will schließt die anderen aus, und diese müssen von da her keinen Versuch mehr unternehmen, das Rennen zu besuchen. Der verbreitete Zuschauerschwund hat Gründe! Ich glaube gerne dass die weit überwiegende Mehrheit das nicht mit Absicht macht. Das spielt im Hinblick auf die Folgen aber keine Rolle. Eine/r reicht!
Wir reden von der DSGVO, der Datenschutzgrundverordnung, die hier nicht viel mit Datenschutz zu tun hat. Wir reden von den Folgen und Auswirkungen dieser Verordnung. Wir reden von Machtmissbrauch und Egoismus. Mir ist inzwischen egal wie viele das Problem klein reden, wie viele davon nichts wissen wollen! Ich werde für die Folgen aufkommen müssen, wenn das eintritt, was im schlechtesten Fall eintreten kann. Was willentlich eintreten soll! Vertrauen darf nicht den Kopf kosten! Man kann an der Formulierung des Gesetzes erkennen, was damit beabsichtigt ist. Da spielen relativierende Fussnoten und Kommentare keinerlei Rolle!
Wenn ich frage, ob ich bei euch fotografieren darf, dann beruht das auf euren Wünschen! Ihr wolltet gefragt werden! Es ist schon lange vorbei einfach so zu Rennen zu kommen. Man muss damit rechnen dann Dinge zu erleben, die niemand erleben möchte! Fragen nach dem Woher und Wohin sind da noch mit am harmlosesten. Oft genug muss man sich für sein Dasein rechtfertigen!
Was ich hier mache hat wie gesagt keinerlei gewerblichen Hintergrund. Für manche hat es eben damit auch keinerlei Wert! Ein Hobby ohne Wert? Aber ich werde ständig mit denen verglichen, die das beruflich machen. Nur die haben eine Daseinsberechtigung? Die verdienen ja ihr Geld damit! Man erwartet dieselben Resultate, man stellt dieselben (unerfüllbaren) Bedingungen. Das könnt ihr so machen, weil ich euch nicht daran hindern kann, will und werde. Aber ihr äußert damit eine Botschaft! Die nämlich dass ihr in Wahrheit das Normalvolk da nur als Zaungast wollt, für eine schöne Kulisse, als Klatscher und Bravorufer. Als Menschen zweiter und dritter Klasse, nicht als Gleichberechtigte.
Ich nenne keine Namen, die sind austauschbar.
Was ich hier mache mit diesem Blog, mit Instagram oder YouTube, mache ich im Rahmen begrenzter Möglichkeiten! Das alles bedeutet Aufwand, und es geschieht in meiner Freizeit. Bitte berücksichtigt das. Die Meisten haben keine Ahnung wieviel Arbeit da drin steckt. Das fällt nicht vom Himmel. Was ich bislang an Kommentaren erhalten habe spricht eine deutliche Sprache, analog zum Öltropfengleichnis. Ihr wisst, ein Tröpfchen Öl genügt um 1000 Liter Trinkwasser unbrauchbar zu machen, und so ist das auch hier wenn wer sagt man brauche mich da nicht. Es wurde gesagt! Punktum.
Okay. Es ist eine Vertrauensfrage! Wenn ich nicht mehr uneingeschränkt annehmen darf dort rechtlich sicher zu sein weil eben genau jene als erste infrage kommen für Beschwerden oder Klagen, dann ist der Besuch an sich fraglich. Die DSGVO gibt euch in dem bekannten Mass Rechte. Faktisch darf jeder allen anderen alles verbieten! Für Fotoamateure wie mich bedeutet das aber: Bleibe fern, tue nichts mehr! Die in der DSGVO verpackte Ansage an die Bevölkerung „Du darfst eigentlich nichts mehr!“ ist eine mehr als deutliche Sprachregelung. Wir müssen das nicht mehr erörtern.
Es ist nicht „einfach“! Die Vertrauensbasis ist erschüttert sobald einer damit anfängt zu sagen, ich sei da überflüssig weil man schon andere habe. Es geht um ein Prinzip, nicht um eine Person. Kommt es darauf an ob da einer oder fünfzig fotografieren, oder kommt es darauf an ob die Bevölkerung davon ausgehen darf die Veranstaltung besuchen zu dürfen? Es sind Dinge vorgefallen die diese Frage abschließend beantworten. Spielen wir das Szenario mal durch. Unter hundert Sportlern am Start freuen sich 99, wenn danach eine Bildergalerie erscheint. Einer klagt, bekommt recht, und der Fotograf hat die Arschkarte! Der wird willentlich ruiniert damit einer seinem Ego frönen kann. Es geht hier um die Möglichkeit zu vertrauen, nicht um Geld! Dieses Gesetz will das so! Die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins eines einzigen solchen Egoisten ist nie Null. Somit kann es jederzeit vorkommen dass jemand die Verbieteritis befällt. Die Sinnhaltigkeit solcher Handlungen steht nicht zur Debatte. Willkürliche Ausschlüsse ohne Angabe von Gründen sind vorgekommen, und können jederzeit erneut vorkommen. Machen wir uns nichts vor. Wäre das anders gewollt hätte man es anders formuliert, das aber hat man nicht. Was ist das Ergebnis daraus? Der Besuch ist demnach ebenso überflüssig wie wir Fotoamateure bei euren Rennen, wenn es nach dem Willen Einzelner geht, und dieser Wille verallgemeinert werden muss.
Die Erörterung ist abgeschlossen, und ich danke denen die mich akzeptiert haben. Die Geschäftsleute unter euch tun das nicht, und ich ziehe meine Schlüsse daraus. Es können aus eben jenen Wünschen heraus nun keine Bildergalerien mehr erscheinen. Die Persönlichkeitsrechte Einzelner stehen über dem Informationsbedürfnis der Allgemeinheit! Wenn willkürliche Ausschlüsse statthaft sind, wenn sogar Sieger*Innen verlangen dass Bilder gelöscht werden und über Rennen nichts geschrieben wird was ihnen nicht passt dann ist der Zeitpunkt gekommen, gar nichts mehr zu tun und sich zurückzuziehen.
Ich kann nicht mehr tun als nach meinen Verhältnissen leben. Diese reichen nicht aus um die Wünsche zu erfüllen, die sich manche da vorstellen.
Andere können es besser? Dann sollen die machen! Es kommt keiner mehr? Denkt mal über die Zusammenhänge nach, wenn ihr die Leute so behandelt wie das geschehen ist! Das richtet sich gleichermassen an Sportler, Vereine, Veranstalter, Funktionäre wie auch und ganz besonders an Politiker. Wenn man verlangt sollte man bedenken was es bewirkt. Ihr wart redselig.
Viele Vereine und Veranstalter sehen nur ihre eigenen Interessen. Es genügt wenn sie sicher sind? Dann könnt ihr auch den Rest selbst erledigen, die Mitwirkung des Volkes braucht es dann ebenso nicht mehr.
Kein Normalmensch studiert Jura um Euren Vorstellungen entsprechen zu können. Es nützt nicht mal einen Anwalt zu befragen weil man nicht darauf vertrauen darf dass dessen Aussagen vor Gericht standhalten. Ich fühle mich nicht mehr sicher! Das Papier der Gesetze ist Makulatur. Eure Privatmeinung zählt letztendlich mehr als das Grundgesetz! Wenn unter Hundert Zehn sagen man freue sich muss ich damit rechnen dass unter den restlichen Neunzig einer oder eine ist, der oder die auf seine/ihre Chance zum Machtmissbrauch wartet. Es genügt wenn einer klagt! Da ist es völlig egal ob der Rest dazu eine Meinung hat, oder ob denen alles egal ist.
Der Besuch von Rennen muss Freude bereiten, nicht Sorgen, Ärger oder gar Angst! Jetzt ist vieles zu spät! Wenn ich da keine reellen Chancen mehr sehe weil das Anspruchsdenken alles erschlägt kann ich mir auch die Anreise sparen. Viele Kilometer, viel Benzin, für Nichts und wieder Nichts! Die meisten Rennen sind so disponiert dass eine An- oder Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht machbar ist. Ist das Zufall?


