Kleider!
Foto: Symbolbild – „Kleider machen Leute!“ – oder „Des Kaisers neue Kleider“? Ihr kennt den Spruch?
Das eine meint, dass wer in einem entsprechenden Outfit mehr hermacht als er wirklich ist, also Hochstapelei begünstigt, und das andere ist der Titel eines Märchens, in dem Seine Majestät von neuem Brokat träumt, obwohl er „nackt“ im Wind steht.
Mehr Schein als Sein. Lug und Trug? Darum geht es in beiden Fällen. Auch in der Fotografie gibt es Analogien.
Meint wer ein Fotograf macht bessere Bilder, wenn er mit Profikameras hantiert? Ein gelernter Profi kann das auch mit Einsteigerkameras, aber mancher Ahnungsloser erlaubt ihm da Dinge, die er anderen verbietet. Entsprechend mit Äußerlichkeiten ausstaffiert erscheint man eben als der große Macher, auch wenn man keine Ahnung davon hat.
Der wesentliche Unterschied zwischen „Profikameras“ und Einsteigermodellen ist deren Festigkeit. Mit den einen kann man sinnbildlich den Nagel in die Wand schlagen, die anderen geben womöglich bei leichtem Regen den Geist auf, weil ihnen aus Kostengründen die Dichtungen fehlen, die die besseren Geräte eben haben. Von den einen nimmt man an dass sie härtesten Bedingungen standhalten müssen, den anderen gesteht man bestenfalls die Nutzung im Urlaub bei Sonnenschein zu.
Das eine hat mit dem anderen nicht viel zu tun. So aber rechtfertigen Hersteller Preisunterschiede und solche in der Ausstattung, auch wenn die für die eigentliche Fotografie wenig Bedeutung haben. Bilder machen kann man mit allen, die Grundfunktionen sind gleich.
Man muss das wissen, will man nicht auf „Des‘ Kaisers neue Kleider“ hereinfallen.


