Blödmarkt?
Foto: Symbolbild – Wie hiess das damals? Ich bin doch nicht blöd!
Was als Werbung für einen Verbrauchermarkt begann hat sich längst verselbständigt. Ja, auch ich bin nicht blöd und lasse alles mit mir machen.
Liebe Politiker, ihr versucht aber genau das, und merkt nicht dass euch die Wähler abhanden kommen! Die sind alle „nicht blöd“! Schaut in den Fachhandel, schaut zu den Sportverbänden und -vereinen, und ihr merkt wie das gemeint ist. Von anderen verlangen ist einfach, selbst ermöglichen scheinbar zu aufwändig. Aber das eine setzt das andere voraus.
Es ist passiert was erwartbar war. Die dem zugrunde liegenden Fragen werden nicht gesehen, und nicht verstanden. Man verwechselt Ursache und Wirkung. Schauen wir auf Details. Es gibt da „Analogien“.
Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit, der Zeit, in der der Fachhandel gewöhnlich den größten Teil des Jahresumsatzes macht. Es erscheinen neue Modelle, und auch wenn sich dabei im wesentlichen nur die Nummer ändert, es wird ein Hype daraus gemacht. Aber – man kann nicht liefern was man da verspricht! Jahr um Jahr, dasselbe Spiel. Daher ist es erwartbar.
Sei es eine Nikon ZR, eine Canon C50, oder eine EOS R6 Mark III, alle haben Lieferzeiten im Bereich von Wochen und Monaten. Derweil hat sich Sony dem Reigen angeschlossen, und eine A7 Mark V vorgestellt. Dabei spielen offenbar Produktreihen und -zugehörigkeiten eine größere Rolle als der Nutzen für die Fotografen. Du sollst kaufen, weisst aber dass du für dein Geld bestenfalls ein Luftschloss bekommst!
Wer macht das?
Ich meine, nach den Angaben auf dem Papier sind das alles feine Sachen. Aber man kann aus Erfahrung wissen, dass die oft nicht halten was sie versprochen haben. So ist mir das eben mit einer Sony FX30 passiert, und das gebrannte Kind scheut das Feuer. So werde ich mir voraussichtlich auch keine FX2 holen, auch wenn die lieferbar ist. Das Konzept überzeugt mich nicht, da kann wer „Das gehört so“ sagen solange wer will. Ich habe gelernt dass man das unter den Anwendungsbedingungen, die für mich zutreffen, nicht ruhig halten kann, und ein bildliches Erdbeben brauche ich nicht.
Da genügt mir in aller Bescheidenheit, was ich habe. Das funktioniert, auch wenn es technisch vielleicht langsam überholt ist. Wozu aber brauche ich eine 7k-Kamera, wenn der Fernseher, der den Film wiedergeben soll, bestenfalls HD kann?
So ähnlich benimmt sich das auch mit den Ansprüchen mancher Rennveranstalter. Wie gesagt, „Du darfst kommen, unter der Bedingung du veröffentlichst deine Bilder!“. Ja, das würde ich gern machen, technisch ist das wie gesagt kein Problem. Aber es ist ein juristisches, wenn man sieht was die Politik da so alles verlangt! Schlussendlich erwartet man da, dass ich für euch in den Knast gehe, weil erwartbar ist, dass irgendwer da zugegen ist, der was dagegen hat und gefragt werden will, was in der Praxis unmöglich ist. Es ist eine Zumutung das von einem Amateur zu verlangen, sind doch nicht mal die Veranstalter dazu bereit, Absätze in die Ausschreibung aufzunehmen, die dem Treiben mit Egoismus und Möchtegern ein Ende machen würden. Es wäre so einfach! „Wer meldet stimmt zu!“. Punkt. Aber das ist da wohl zu viel Aufwand?
Das ist weniger das Problem örtlicher Ausrichter als eins des Verbandes. Sowas gehört in die Sportordnung, ist Öffentlichkeitsarbeit doch die Grundlage für den Sport, die Sponsorensuche und das Zusammenleben überhaupt. Da braucht man keine Quertreiber. Aber man frönt den Egoisten und wundert sich über die Folgen? Anscheinend ist man da um 1980 herum stehen geblieben und merkt nicht dass die Zeit weitergegangen ist. Es sei! Wenn ihr nur die kommerziellen da haben wollt, wartet auf die Kommerziellen. Das Volk springt nicht mehr über das Stöckchen.
Mit der juristischen Vertrauensfrage (Kann ich glauben dass keiner klagt?) benimmt es sich ähnlich wie mit obiger Frage zur Leistungsfähigkeit der Kameras. Es wird viel versprochen. Nur hat sich eben an einem Modell gezeigt dass das Versprechen nicht gehalten wurde. Das ist übertragbar. Wenn ich mich darauf verlasse es werde schon niemand tun was er nach dem Gesetz dürfte, und ich habe Pech, bin ich ruiniert! Bitte begreift den Zusammenhang. Es liegt nicht an mir wenn ich keinen Weg mehr sehe, euch die Bilder rechtssicher zugänglich zu machen. Es liegt nicht daran dass ich nicht wollen würde, es liegt daran dass die Brücke, über die man da gehen müsste, absehbar nicht trägt.
Nun, in den Knast werde ich für niemanden gehen. Das ist des Guten doch etwas zu viel. Statt ein Sportevent zu besuchen kann ich auch eine Fahrt ins Blaue machen. Da werde ich vorhersehbar zwar andere Motive finden, aber ich werde finden, und dort wird niemand sein der sein Mütchen kühlen will.
Warum kommen kaum noch Zuschauer zu euren Rennen? Das liegt nicht daran dass die uninteressant wären, es dürfte eher daran liegen dass die Leute von der Paragraphenreiterei und Rechthaberei die Schnauze voll haben!


