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Vorschau LVM

Vorschau LVM

UFFHOFEN – Foto: Archiv – Im Offenburger Stadtteil Uffhofen liegt ein See. Der Gifiz-See. Dort wird am kommenden Sonntag, den 7.12.2025, eine Vierländermeisterschaft (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen) im Radcross stattfinden, zu der die Ausschreibung mehr virtuelle Fragezeichen produziert als dass sie Antworten gibt.

Eine Meisterschaft im Strandbad, zur Winterzeit, bei erwartbaren Temperaturen im einstelligen Bereich? Geht da wer baden, oder wartet wer auf Jesus? Der könnte später an diesem 2. Advent eine gewisse Rolle spielen, er weiss es nur noch nicht.

Houston, wir haben ein Problem!

Was für ein Problem? Hinfahren und radfahren? Nun, von Südhessen aus sind es so ungefähr 200 Kilometer über die A5, die da unweit des gewissen Sees durch das Rheintal führt. Am Offenburger Ei abfahren, und du stehst angeblich 10 Minuten später dort auf dem Parkplatz.

Wenn das so einfach wäre! Real stellen sich da ein paar Fragen. Viele Fragen!

Jüngst meinte ein anderer Fotograf mit entrüstetem Unterton in meiner Gegenwart, andere würden „einfach so zu Rennen kommen und dort Bilder machen wollen, ohne die „Zuständigen“ vorher um Erlaubnis gefragt zu haben“. Die wollen gefragt werden! Das sei deren Hausrecht.

Ich sehe das anders. Seid lieber froh um alle die sich überhaupt noch dafür interessieren! Viele sind es nicht mehr. Rennen sind öffentliche Veranstaltungen, zu denen grundsätzlich die ganze Bevölkerung Zutritt hat, auch wenn ein Eintrittsgeld erhoben wird. Nicht nur die, die da Profit wittern. Geldgewinne sind nicht der primäre Zweck von Sport auf dieser Grundlage! Auch nicht bei Deutschen Meisterschaften. Jedem Normalverbraucher, der sich normal benimmt, muss Euer Hausrecht egal sein dürfen! So ein Besuch ist kein Gnadenakt, und darf nie einer werden. Ich rede hier vorrangig von Bildern zu Erinnerungszwecken oder für die eigene Webseite, nicht von einer Berufsausübung oder vom Geldverdienen. Das Hausrecht ist in diesem Sinn ein Gefahrenabwehrrecht, das euch erlaubt Störer zu entfernen. Ja, wer sich nicht benehmen kann und randaliert darf rausgeschmissen werden. Es erlaubt aber nicht, sich wie Graf Koks aufzuführen. Ihr seid nicht die neuen Gutsherren der Kaiserzeit, und die Rennen nicht euer Gutshof! Auch ein Sportplatz ist zumindest solange nicht euer Wohnzimmer, wie ihr dort von öffentlichen Zuschüssen lebt. Diese Zuschüsse sind Geld der Bürger! Diese dürfen daraus Ansprüche ableiten. Womit die gewerblichen Kolleginnen und Kollegen ihr Geld verdienen ist mir wirklich egal, darum muss ich mich nicht kümmern. Wenn unsere Verfassung den ihr zugedachten Wert hat ist es jedermann möglich und erlaubt, sich in diesem Rahmen frei zu entfalten, wozu eben auch gehören muss, sich zu seinen Erlebnissen zu äußern, ohne dass es anderen gefallen muss. Eine Erlaubnis zu verlangen oder vorauszusetzen steht im Widerspruch zu diesem Grundgesetz! Muss man erst mal annehmen es könnte so kommen braucht man den Aufwand für einen Besuch nicht mehr treiben. Dann passiert eben was die Mehrheit der Bevölkerung inzwischen offenbar annimmt, nämlich, dort ohnehin nicht erwünscht zu sein. Sie bleiben zuhause, es kommen bestenfalls noch Betreuer und Angehörige der Sportler. Das eine kommt vom anderen! Ich kann niemanden daran hindern zu meinen er sei „was Besseres“! Aber ich entscheide ob und welche Rennen ich besuche, ob ich ggf. dafür weit fahre – oder ob sich die Mühe und der Aufwand dafür nicht mehr lohnt. Mich interessiert nicht ob jemand „Zuschauer willkommen!“ auf Plakate schreibt. Mich interessiert, welches Verhalten und welches Weltbild ich dort erwarten darf.

In der Ausschreibung bzw. den Erläuterungen dazu heisst es, der Streckenplan werde aufgrund von Umweltschutz-Auflagen nicht veröffentlicht. Man soll also raten! Das sind Aussagen, die eine Reihe Nebenaussagen mit sich führen. Schaut man sich auf Google Maps das Areal an kommt ein Verdacht auf. Die Rennstrecke kann nicht durch Wasser führen, dafür ist es zu kalt. Neoprenanzüge sind ein Hilfsmittel aus einer anderen Sportart, und davor und dahinter warten Kinzig und Autobahn. Es kann also irgendwie nur darum herum gehen.

Eine Stunde lang rund um einen See zu fahren hat für allfällige Betrachter Nachteile. Wir sind nicht Jesus! Der konnte angeblich über Wasser wandeln, und die kürzesten Wege von A nach B führen da nun mal über Wasser. Boote sind im Winter nicht im Einsatz, und Wathosen werden nicht reichen.

Es ist illusorisch zu meinen man könne so ein Rennen verfolgen! Was also mache ich daraus? Das wäre hier die große Frage. Für so weite Wege wie mehrfach rund um den See zu rennen reicht die Zeit nicht, auch wenn das Eliterennen eine Stunde dauert. Warum? Je länger die Runde desto weniger davon passen in die eine Stunde, und je weniger Runden desto weniger Gelegenheiten für gute Bilder. Du weisst ja nichts! Kein Streckenplan heisst keine Kenntnis der Lage der Hindernisse, keine Kenntnis wo Start und Ziel, keine Ahnung wo die Siegerehrung ist. Du musst also raten, wenn du den Rucksack packst, denn diese Sachen bestimmen mit über die benötigten Objektive. Der Rucksack ist begrenzt! Das eine kommt vom anderen, zumal wenn man erst dort erfährt, was da nun Sache ist. Dann ist es eigentlich lange zu spät.

Hätte wer von Euch etwas Input für mich? Es wäre hilfreich!

Streng genommen gibt es fotografisch nur zwei Möglichkeiten, wenn man die Varianten „Schrankkoffer“ oder „Möbelwagen“ aussen vor lässt. Ein tragbarer Rucksack enthält eine Kamera und zwei Objektive. 2,8/24-70mm und 2,8/70-200mm. Nicht Fisch und nicht Fleisch! Da würde erst „etwas Langes“ interessant, oder etwas sehr kurzes, und beides nimmt der Masse wegen keiner auf Verdacht mit. Du musst das tragen!

Die Alternative: ein Video. Was aber darf man? Heute kann niemand mehr davon ausgehen dass nicht irgendein Funktionär wieder merkwürdige Einfälle hat, wie das in der jüngeren Vergangenheit leider schon der Fall war! Eine Lumix GH7 mit einem 12-60mm Kitobjektiv würde dafür theoretisch reichen. Aber nach was soll man planen wenn man nichts weiss?

Liebe Veranstalter, den Sportlern könnt ihr so begegnen. Da genügt es, die Adresse zu wissen. Wer Meister werden will muss da durch, egal wie die Strecke aussieht. Allen anderen gegenüber ist das eine Ausladung! Hier wird erneut durch die Blume erklärt dass man keinen Besuch wünscht!

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.