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Darmstadt-Cross

Darmstadt-Cross

DARMSTADT – Advent, Advent, ein Lichtlein brennt Darmstadt rennt!

Es war (und ist) das Wochenende des 40. Darmstadt-Cross, diesmal ausgetragen im Bürgerpark Nord vor der Haustür des DLV, der dort eben auch seine Deutschen Meisterschaften veranstaltet hat. Die Gelegenheit konnte man sich unmöglich entgehen lassen.

40. Austragung, 40 Jahre Erfahrung. Aber schon im Vorfeld konnte klar werden dass es da Dinge gibt die immer noch optimierungsbedürftig sind. Ich will keine unsachliche Kritik üben, aber: Wir müssen reden!

Über den sportlichen Teil – wer Meister wurde steht in den Ergebnislisten – dürfen sich gerne die auslassen, die davon mehr verstehen als ich. Ich möchte, und muss, über den fotografischen Teil reden. Hier gibt es einiges zu sagen.

Danken möchte ich allen, die mir diese Chance gegeben haben. Man kennt sich ja, machen doch fast immer dieselben Jahr um Jahr dasselbe zu diesem Termin. Bilder. Die Medienakkreditierung soll eigentlich Arbeitsmöglichkeiten schaffen, sicherstellen dass das dabei herauskommt, was dabei herauskommen soll. Dieses Jahr haben etliche jedoch einen Verdacht: Nur der Livestream zählt. Alles andere ist zweitrangig, oder egal. Immerhin, der Livestream ist online.

Rückblickend betrachtet hätte eine Nikon Z8 mit dem 180-600mm-Zoom gereicht, damit habe ich fast alle Aufnahmen gemacht – alles andere war im Grunde überflüssig weil chancenlos.

Die Wirkung ist ähnlich der in einer Firma, wenn manche nicht begreifen dass alle, vom Chef bis zum Pförtner, ein Team bilden, und nur dann wenn alle ihren Teil zum Erfolg beitragen wird es auch einer. Das beste Getriebe arbeitet nur so gut wie das abgenutzteste Zahnrad darin! Ein Livestream ist ein Zahnrad im Getriebe Öffentlichkeitsarbeit. Kann man damit einen Presseartikel bebildern, oder eine Webseite? Nein! Dafür braucht man Bilder, und die muss jemand machen. Jemand der Ahnung davon hat. Wir Fotografen.

Die Bedingungen waren nun nicht so dass das unbedingt optimal möglich gewesen wäre. Der Lageplan zeigt nur einen Teil der Wahrheit. Ich bedauere das so sagen zu müssen, aber man sollte sich überlegen ob man denen, die zum gemeinsamen Erfolg beitragen, Knüppel zwischen die Beine werfen sollte. Auch wenn das vielleicht unbewusst passiert ist, es ist passiert. Gehe nicht hierhin, stehe nicht da herum, halte Abstand! Streng genommen war das diese Aussage: Du bist uns im Weg! Die Fotografen als notwendiges Übel? Im Endeffekt hatte jeder Zuschauer mehr Möglichkeiten! Die haben nämlich nicht unterschreiben müssen sich an Regeln zu halten, die diese erforderlichen Arbeitsmöglichkeiten bis zum Nichtmehrvorhandensein beschneiden.

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Es gibt deshalb von mir dieses Mal nur das Beitragsbild. Start der Männer Mittelstrecke, gemacht mit einem 600mm-Tele vom Ende der Startgeraden aus.

Dieser Lauf der Mittelstrecke war spannend, soweit man ihn verfolgen konnte. Neben einer Einführungsrunde zwei Runden à 1,5 Kilometer, und am Ende zeigte Florian Bremm (227/LSC Höchstadt/Aisch) in 12:02 Minuten, warum er Meister wurde. Man braucht da nicht nur Standfestigkeit, sondern auch Sprintvermögen. Chapeau!

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Die Strecke, lang und teilweise unübersichtlich, führte durch die Sportanlagen des Bürgerpark Nord. Wer die Gegend kennt weiss, der hat schon bessere Zeiten gesehen, und so wunderte es auch keinen wenn besonders die Gartenarbeit des Bauhofs erwähnt wurde. Der Park mit Nordbad und Fussballstadion, seinerzeit angelegt für die Bevölkerung, mutierte inzwischen zu einer besonderen Grünfläche, nur dass das Kraut nicht da wuchs wo es erwartet wurde, sondern mitten auf den Sportplätzen. Das Buschwerk, das in den Jahren des Leerstands gewachsen war, wollte erst entfernt werden, bevor da überhaupt eine Laufstrecke angelegt werden konnte. Die führte dann, gespickt mit Hindernissen aus Strohballen und dem Sandkasten namens Beachvolleyballfeld, vom Fussballplatz über das Werferfeld hinüber zum Nordbad und durch dessen Anlagen hindurch wieder zurück. Es hätte nur noch ein Wassergraben gefehlt bei Temperaturen im einstelligen Bereich. Das Meiste davon ausserhalb der Sichtweite der Zuschauer, die wie üblich weitgehend um Start und Ziel herum standen. Dort allerdings gab es vielleicht 50 Meter Balustrade, um die sich Zuschauer, Betreuer und Fotografen streiten mussten. Überall sonst: Steh hier nicht herum! Empfangen wurden Besucher gleich am Eingang mit einem Schild: Hier ist gesperrt, nimm den weiten Umweg! Sowas ist nonverbale Kommunikation der besonderen Art. Eigentlich könnte man da auch ein Schild hinhängen mit der Aufschrift „Besuch unerwünscht!“. Das ging so weiter, bis zum Schluss die direkten Laufwege alle mit Flatterband verziert waren, und eben gesperrt. Interessiert es niemanden wie andere ihre Arbeit machen sollen?

Man schmückt sich gerne mit den Resultaten, fragt aber nicht nach dem woher und wohin.

Da hatte man in den Vorjahren auf der Hundewiese mehr Möglichkeiten zu fotografieren, gab es da doch die Sichtachsen, die hier durch Gitter und Zäune verlegt waren. Die Zäune müssen für den Sportbetrieb im restlichen Jahr sicher sein, hier aber sind es Hindernisse. Die Strecke durfte nur an Übergängen überquert werden? Wo waren die? Nicht sichtbar! Man musste teils erhebliche Umwege laufen, stand ständig vor Absperrungen, und das in einem von Zeitknappheit geprägten Umfeld. Die Sportler warten nicht auf die Fotografen, am Schluss sollen aber die passenden Bilder da sein? Irgendwas geht da nicht, und so habe nicht nur ich am Samstag Abend entschieden, das Leibchen zurückzugeben und heute, wenn es aufhört zu regnen, nach Rheinzabern zum Radcross zu fahren. Wenn ich da am Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr brauchbare Verhältnisse habe kann ein Film entstehen. Oder auch nicht. Es ist heute zwar Sonntag, aber auch die Bügelwäsche will erledigt werden, und es macht überhaupt keinen Sinn die teure Ausrüstung im Regen zu riskieren.

In Darmstadt waren zu diesen Zeitpunkt die möglichen Motive abgegrast, und neue nicht in Sicht. Es war ein Tag der verpassten Chancen. Sportlich top, menschlich und sachlich optimierungsbedürftig.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.