Beschaffungspolitik
Foto: Symbolbild – Wer nicht weiss dass jetzt Black Week ist – Deals, Deals, Deals – merkt spätestens beim Verfolgen der einschlägigen Anzeigenseiten in den Medien, dass Weihnachten naht. Alle wollen dir was verkaufen. Alle wollen dir weis machen es gäbe was geschenkt!
Augenscheinlich sind da eine Reihe „Ankündigungsweltmeister“ am Werk! Was wollen sie dir nicht alles verticken? Nikon eine neue ZR, Sony bald eine A7 Mark V, Canon eine EOS R6 Mark III, oder eine C50?
Alle haben eins gemeinsam: Du kannst nichts davon real im Laden kaufen! Es sind alles Ankündigungen, lieferbar irgendwann. Teilweise noch nicht mal gebaut! Aber du sollst heute bestellen, und natürlich bezahlen. Auch eine Anzahlung ist eine Zahlung. Oder eine Option auf ein (leeres) Versprechen? Es ist nämlich noch lange nicht klar ob die Teile später halten, was da jetzt versprochen wird!
Damit wird der Zweck der Übung klar. Andere nennen sowas Kreditbeschaffung auf unkonventionelle Art. Es soll heute Geld in die Kassen kommen, damit man neue Ware finanzieren kann, die ja dann bestellt ist. Darauf warten soll der Kunde. Womöglich Monate lang.
Hat der in der Regel dazu Anlass? Wohl eher nicht.
Wie schaut das denn real aus? Kommst du als Beispiel zu einer Sportveranstaltung wird mittlerweile für selbstverständlich gehalten, sich anzumelden und dafür um allergnädigste Erlaubnis zu fragen. Das wünscht man so? Dann möge man es bitte auch so in die Ausschreibungen aufnehmen, und sich der Folgen klar sein.
Wir – das gemeine Volk – können euch helfen. Keiner muss es! Es muss niemand, der nicht geschickt wird, irgendwo hin gehen und dort Bilder machen, die letztlich den Veranstaltern nützen. Ja, ihr habt was davon wenn andere Bilder online teilen. Das aber macht man schwer. Ob sich wer dessen bewusst ist oder nicht ist da herzlich egal!
Wenn ich annehmen muss, irgendwo nicht erwünscht zu sein, oder es von der Gnade eines Veranstalters abhängt ob und was man da darf, dann gehe ich woanders hin! Ob das real so kommt ist egal, die Erwartung zählt, und die füttert sich aus den Erfahrungen an anderen Orten und mit anderen Veranstaltungen. Das ist so einfach. Ich sage es nicht gerne, aber schlussendlich fragt ein Fotoamateur nicht ob sich wo Motive finden. Er sucht sie! Das heisst, das Ziel des Ausflugs wird danach ausgewählt, und da steht der Sportplatz eben in Konkurrenz zu Stadt, Wald und Wiese, wo sich andere Motive finden lassen, aber die sind da, und die fragen nicht ob jemand um Erlaubnis gefragt hat!
Ihr seid diejenigen, die dabei am Ende dumm aus der Wäsche gucken. Unsereins kann sich nach den Gegebenheiten richten.
Was braucht man für gute Bilder? Das haben wir gestern wieder gesehen. Der „lange Eugen“ hat mal wieder alles rausgerissen. Ohne ein 180-600mm wäre da wenig gegangen bei dieser Cross-DM. Es wurden nicht mal die wirklich ran gelassen, deren Job das ist. Solche Objektive sind aber groß, schwer, und vor allem teuer. Für einen Ausflug in eine andere Stadt, wo ich vielleicht Fachwerkhäuser oder einen schönen Park vorfinde, brauche ich nur ein kleines Täschchen. Darin vielleicht eine Sony 6700 mit zwei Objektiven, oder eine OM-5 mit Kitobjektiv. Das bekommt man für einen Bruchteil des Geldes, und wird am Ende fündig.
Es ist eine andere Art von Konkurrenz. Wer nicht sein Geld damit verdient kann wählen! Die Sportvereine können ihre Machtfantasien nur solange ausspielen wie andere dabei mitmachen.
Inzwischen wird man vielleicht von den Einheimischen gefragt ob man sie ausspionieren wolle wenn man ein altes Fachwerkhaus fotografiert. So „Irre“ gibt es mittlerweile, dank DSGVO. Aber man hat da immer die Straßenbildfreiheit auf seiner Seite, und kann solchen Anwandlungen getrost entgegen sehen.
Deutschland ist ein Irrenhaus? Mitunter kann es einem so vorkommen. Aber man kann damit umgehen, als Amateurfotograf und ohne Abhängigkeit von Auftraggebern, die ein Ergebnis erwarten, das unter den anzutreffenden Bedingungen immer weniger möglich wird.


