×

Advent, Advent …

Advent, Advent …

Es ist ein seltsamer Kalender. Gestern war da „Black Friday“, Montag folgt „Cyber Monday“, die Woche nennt sich „Black Week“, und das nicht weil es draussen früh dunkel wird. Dunkelheit ist in dieser Jahreszeit üblich, die Tage sind kurz. Wildes Geschnatter, wir warten auf die Martinsgans?

Nicht ganz. Vor dem Gänsebraten sollen wir erst mal richtig viel einkaufen. Der Zweck von alledem? Dir das Geld aus der Tasche zu leiern! Der Handel glaubt dir weis machen zu können du bekämst da was geschenkt! Rabatte, Rabatte. Geiz ist geil?

Man kann wissen: Auch der Handel, online wie offline, hat nichts zu verschenken, und will nur dein Bestes. Dein Geld! Bei mir gibt’s da allerdings nur Kohle gegen Ware, nicht gegen heiße Luft, und wie es sich damit benimmt habe ich gestern wieder gesehen.

Seit Wochen wird das Postfach geflutet. Geflutet mit Werbung! Für Gott und die Welt. Wäre da Bedarf, Kaufkraft und Verfügbarkeit könnte man dagegen nicht mal viel sagen. So aber nervt es. Das meiste so Beworbene brauche ich nicht. Kein Bedarf oder schon lange vorhanden. Ein erheblicher Teil des vermeintlichen Angebots ist auch überhaupt nicht lieferbar!

Manche Händler veranstalten Hausmessen, sei es um neue Produkte vorzustellen, oder einfach um Kunden in den Laden zu locken. Kunden, von denen erwartet wird, dass sie andere Sachen kaufen wenn sie die Gesuchten nicht vorfinden. Das hat Methode.

Als ich also gestern nach Frankfurt kam fand ich den Laden ganz normal vor. Mehr Verkäufer als Kunden. Wo war die Messe? Das wusste anscheinend nicht mal das Personal so genau. Ich solle mal in den zweiten Stock gehen! Einen zweiten Stock gibt es in dem Haus aber garnicht. Kundenverarsche?

Auf dem Weg dazwischen standen in einem ansonsten verlassenen ersten Stockwerk einige Tische. Die übliche Ausgabe, wie man sie auch von kleinen Messeständen her kennt. Im Grunde genommen kaum genug Platz darauf um ein Notebook aufzustellen. Aber für eine ordentliche Präsentation des ganzen Produktportfolios soll es reichen? Das war da also die „Hausmesse“. Fünf Tischchen in der Diaspora.

Gleich am Ende der Treppe, einen Aufzug gibt’s da nicht, stand Nikon. Von Canon weit und breit nichts zu sehen. Auch Sony machte sich rar. Die Gelegenheit war günstig, und so habe ich mir die neue ZR zeigen lassen. Ein kompaktes Gerät, und durchaus attraktiv. Vielleicht wird das später mal was? Ich habe die Dame dann gefragt, wo denn der Kollege sei. Die Antwort hat mir glatt den Boden unter den Füssen weggehauen! Der mache gerade seinen Rundgang. Nachmittags um Vier. Also nichts mit Mittagspause. Um den Block sozusagen, denn der passende Tisch war abgeräumt. Leer. Da war einer nicht eben kurz auf Toilette, der hatte irgendwie Angst bekommen und war geflohen! So jedenfalls der spontane Eindruck, hatte doch die Zentrale auf Anfrage einige Tage vorher noch gemeint, er habe Ware dabei. Eben das was derzeit gut gesucht wird, eine neue EOS R6 Mark III.

Die wollte ich mir gern ansehen, und soweit verfügbar auch eine mitnehmen. Das Geld wäre da gewesen. Die Ware war es nicht.

Es gibt da eine alte Weisheit: Man wirbt nicht mit Ware, die man nicht liefern kann. Vor allem nicht wenn man das weiss. Wer sitzt hier am längeren Hebel? Der, der das Geld hat! Ich kann kaufen. Ich muss das nicht!

Mit der C50 hält es sich da doch ähnlich. Ausser Ankündigungen und frommen Worten nichts zu sehen. Und so endete der Tag auch, nachmittags um Vier, mit dem bekannten Satz: „Außer Spesen nichts gewesen!“. Und jetzt ist die Challenge wieder offen. No Deal! Meldet euch wenn ihr liefern könnt. Dann aber wird es keine spontane Aktion geben, wie sie gestern möglich gewesen wäre, weil ich das Teil heute in Darmstadt gut hätte brauchen können.

Jetzt geht es mit dem was da ist. Das muss reichen. Es gibt so keinen absehbaren Beschaffungsbedarf bis mindestens April. Dann beginnt die neue Saison, und dann sehen wir weiter. Was bis dahin sein wird weiss ich nicht. Bis dahin werdet ihr euch aber vielleicht klar was ihr eigentlich wollt. Wie gesagt, mein Geld gibt’s nur für Leistung, nicht für Luftschlösser und Wolkenkuckucksheime!

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.