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Packliste

Packliste

Foto: Symbolbild – Wer bei Sportveranstaltungen den Streckenplan geheim hält mag dafür Gründe haben. Fotografen macht man damit aber das Leben unnötig schwer!

Warum? Es geht hier um eine Abwägung. Eine zwischen Handhabbarkeit, Nutzbarkeit, begrenzten Möglichkeiten. Du wirst nie alles mitnehmen können was du besitzt, und musst deshalb entscheiden was im jeweiligen Einzelfall sinnvoll ist. Von den jeweiligen Verhältnissen hängt schließlich ab, welches „Werkzeug“ man da braucht um zum vorgesehenen oder erwarteten Resultat zu kommen. Das ist nicht ganz trivial!

Wir packen unseren Koffer, und nehmen mit … Das alte Kinderspiel, bei dem ein Begriff zum anderen führt, ist vergleichbar mit der hier gestellten Aufgabe. Du willst möglichst alle anfallenden Aufgaben bedienen, kannst aber nur begrenzt Gerät mitnehmen, nämlich in der Regel genau soviel wie du tragen kannst. Die Methode „Schultertasche“ scheidet hier ohnehin aus, es sei denn du kommst nur zum Zieleinlauf der Elite und der anschließenden Siegerehrung, und gehst wieder. Bei einer Pressekonferenz kann man das so machen, beim Rennen nicht. Wer da einen ganzen Tag lang fotografiert muss die Masse begrenzen. Masse, nicht nur Maße. Du hast deinen Rucksack, und da muss alles reinpassen. Und du musst das den Tag lang mit dir herumtragen. Also überlege dir gut was du einpackst!

Wer meint dafür nur sein Handy zu brauchen ist in meinen Augen nicht seriös! Das Handy hat die Berechtigung als fotografischen Notizblock, ähnlich wie früher die Kompaktkamera. Man kann damit Ideen sammeln. Die eigentliche Aufnahme macht man dann mit passendem Gerät. So ähnlich ist das auch hier. Natürlich sind damit „Glückstreffer“ möglich. Geplante und wiederholbare Aufnahmen setzen aber anderes voraus.

Während des Rennens hast du keine Zeit. Niemand wird auf dich warten. Du musst also deine Ausrüstung nach den Gegebenheiten richten. Schon die 20 Sekunden, die ein Objektivwechsel braucht, können zu viel sein und bedeuten dass du wichtige Aufnahmen verpasst! Vorbeugen kann man. Mit zwei Gehäusen.

Für diese Zwecke haben sich gewisse Zusammenstellungen bewährt. Stellen wir also mal zusammen, was man da so nimmt. Es ist dabei weidlich egal ob du auf Canon, Nikon oder Sony setzt. Sie alle haben das prinzipiell Nötige im Angebot.

Die grundsätzliche „Packliste“:

  • 2 Kameragehäuse wie Nikon Z8, Z9 oder Canon ab EOS R5, R6 oder besser.
  • die „heilige Dreifaltigkeit“ 2,8/24-70mm, 2,8/70-200mm und
  • je nach Gegebenheit ein starkes Weitwinkel wie ein 12-20mm oder nach oben ein 300mm Tele.
  • je nach Strecke kann auch ein 200-800mm empfehlenswert sein, solange du genug Licht hast. Diese Objektive sind regelmäßig entweder teuer, groß und schwer, oder nicht sonderlich lichtstark.

Eben da kommt die Strecke ins Spiel. Erwartest du lange Geraden, oder einen Zieleinlauf, an den man nicht recht ran kommt, brauchst du eher Tele, sind da mehr enge Kurven, oder Hügel, spielt das Weitwinkel seine Trümpfe aus. Weitwinkel verlangt aber nach einem aussagekräftigen Vordergrund statt unnütz leerer Räume! Das sind Fragen der Bildgestaltung. Eben deshalb ist Streckenkenntnis essentiell.

Es nützt nichts das erst zu erfahren wenn du da bist! Dann ist alles zu spät, oder du musst mit dem klar kommen was du hast. Die Kunst liegt in der Abwägung. Möglichst kleine und leichte Ausrüstung (ich weiss, das ist eigentlich nach obiger Liste ein Witz) gegen möglichst umfangreiche Möglichkeiten. Eins davon wird regelmäßig nur mit Kompromissen gehen.

Veranstalter, die hier die Dinge unter dem Tisch halten, nehmen den Fotografen die Planungsmöglichkeit, und damit auch Chancen auf gute Fotos, die mehr sind als das übliche Einerlei. In der Praxis läuft das dann gerne darauf hinaus, was ich oben sagte. Die Fotografen der Presse brauchen selten mehr als ein Bild für den Artikel, und kommen daher eben nur zu Zieleinlauf und Siegerehrung der Rennklasse mit lokalen Teilnehmern, in der Regel vermutlich der Männer Elite. Warum? Bilder mit Kindern sind rechtlich immer etwas problematisch, und mit Ortsfremden lässt sich kein Staat machen wenn der Schwerpunkt auf den örtlichen Verhältnissen liegt. Da sucht man eher nach Aufnahmen mit Lokalmatadoren.

So kommt es dann zu 08/15-Aufnahmen. Für den Zweck ausreichend, für den Anlass oft ungenügend. Ich kenne einige, die da mit nur einem Gehäuse und dem 70-200mm kommen. Die anderen Aufnahmen fallen dann weg!

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.