Nachwehen
Foto: Archiv – Da es kaum neue Bilder vom Waldsträßer Crosslauf geben darf belasse ich es in diesem „Nachbericht“ erneut bei einem Archivbild vergangener Zeiten.
Man hat mich bei meinem Besuch dort „gefragt“ ob ich für mein Dasein eine Genehmigung hätte. Dort meint man es bedürfe einer solchen. Es ist nun klar wie man seitens des TV Waldstraße denkt. Es ist von dessen persönlicher Genehmigung abhängig ob und wer den Lauf besuchen und dort Bilder zur Berichterstattung machen darf.
Liebe Leute, wo sind wir denn hier? Das hier erlebte Verhalten entspricht dem, wenn jemand anderen öffentlich das Lebensrecht abspricht!
Man kann über Instagram erfahren haben wer da sonst noch mindestens zugegen war, denn es gibt Veröffentlichungen. Nur sind das eben überwiegend Fotografen mit einem gewerblichen Hintergrund. Menschen wie ich sind dort nicht mehr erwünscht. Man hat dort offenbar etwas gegen Leute, die auf vorhandene offene Fragen aufmerksam machen. Diese sind unbequem. Das sind die Fakten.
Der Eindruck eines Zusammenhangs mit der Wahrnehmung verfassungsmäßiger Grundrechte liegt nahe. Ihr meint das Hausrecht gäbe das her? Rechtswillkür ist eine Handlung mit weitreichenden Folgen. Ich kann damit umgehen. Somit ist auch bei anderen Läufen diese Ansicht zu erwarten, war das doch bislang schon aus Frankfurt bekannt wie man da denkt. Ein Besuch des dortigen Silvesterlaufs ist schon seit Jahren gegenstandslos.
Macht was ihr denkt, aber macht es bitte alleine und fragt hernach nicht nach Bildern! Euch ist es nunmehr nicht mehr möglich von mir Unterstützung zu erhalten!
Leider bleibt somit auch nicht aus dass zumindest im Bereich der Leichtathletik davon auszugehen ist, dass jeder Verein so denkt der sich nicht offen anders positioniert. Niemand hat es nötig weite Wege auf sich zu nehmen um eine Veranstaltung zu besuchen, wenn er oder sie erwarten muss dort nicht erwünscht zu sein! Da kann „Zuschauer willkommen!“ auf Plakate schreiben wer und solange wer will. Das wird so unglaubwürdig. Muss man ein Verhalten wie da gewesen erst einmal als möglich annehmen gibt es keinen Anlass mehr zum Besuch eines Rennens. Das ist ein Punkt ohne Wiederkehr!
Ich hatte wie angekündigt herumgefragt, und mir liegen derweil verschiedene Antworten vor. Diese reichen von offener Entrüstung ob des dagewesenen Verhaltens bis hin zu Lippenbekenntnissen. Okay. Ich werde die Veranstaltungen besuchen, die mir „grünes Licht“ gegeben haben, soweit die weiteren Verhältnisse wie Wetter, Gesundheit oder technische Verfügbarkeit das zulassen, und an den anderen Terminen schöne Orte aufsuchen, an denen man ebenso gute Bilder machen kann. Die Redaktion des Wiesbadener Kuriers hat mir mitgeteilt dass sie dieses Verhalten weder gewünscht noch veranlasst hat. Somit ist das angeführte Alleinstellungsmerkmal („Nur der … darf!) nicht gegeben. Die Anfrage an die Stadtverwaltung nach den örtlichen Verhältnissen blieb bisweilen unbeantwortet. Da weiss man aber dass das etwas dauern kann.
Es gibt in Deutschland ein Grundgesetz. Ich zitiere Artikel 5:“
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“
Jeder darf das, siehe (1) – und nicht nur solche mit Genehmigung eines Veranstalters. (2) kann hier keine Anwendung finden, weil es auf den hier gegebenen Sachverhalt nicht zutrifft. Seine Beobachtungen aufzuschreiben kann keine Ehrverletzung sein. Nach vorhandenen Urteilen gilt Fotografie als ein Medium der Kunst, und Bildberichterstattung als ein Mittel der freien Meinungsäußerung. Das gilt auch für Euch! Kein Hausrecht steht über dem Grundgesetz. Willkürliche Diskriminierung ist verboten, und der Biebricher Schlosspark ist mit Sicherheit auch keine Disco, wo jeder Türsteher machen kann was er will. Wenn die Bevölkerung bei euch nicht gebraucht wird muss auch niemand mehr Mühen auf sich nehmen, um diese Rennen zu besuchen. Da hin zu kommen wird ja leider etwas komplizierter gemacht als eigentlich nötig. Das sieht man ja an Eurem Verhalten! Ich sage dazu: Auch meine Würde ist unantastbar, und ein Kotau findet nicht statt!
Falls jetzt wer auf die Idee kommen sollte, von „Missverständnissen“ zu reden: Solche Missverständnisse gibt es nicht! Es stand mit keinem Wort ein „Genehmigungsbedürfnis“ in der Ausschreibung zum Waldsträßer Crosslauf, so wie das bei den meisten Rennen auch der Fall ist weil es einer solchen nicht bedarf und wie es auch keiner erwarten muss, und wenn ihr das anders seht könnt ihr gerne mit eurem Geld eine Fotofirma anstellen, die euch Bilder macht. Das muss die Normalbevölkerung nicht tun.
Ihr habt entschieden ohne euch zu erkundigen. Das wäre möglich gewesen, und es ist Euer Risiko! Ihr habt damit aber noch erheblich mehr entschieden. Da geht es nicht nur um das öffentliche Ansehen eures eigenen Rennens, es geht um die Vertrauenswürdigkeit der kompletten Sparte! Auch den anderen Rennveranstaltern und Vereinen kann jetzt eigentlich keiner mehr vertrauen ohne das Schlechteste anzunehmen.
Jede Medaille hat zwei Seiten. Ihr habt gesagt ihr braucht mich nicht. Ja, ich bin nur ein unbedeutender Fotoamateur, aber jeder Fotoamateur kann seine Motive frei wählen. Er muss nicht zu Sportereignissen gehen. Früher oder später ist keiner mehr da! Eure Daseinsberechtigung als Sportverein begründet sich in der Gemeinnützigkeit. Da sein für alle. Wenn ihr das Volk aber so behandelt wird das Volk irgendwann sagen, wir brauchen euch nicht! Was dann? Dann könnt ihr euch in euer Stadion zurückziehen und dort im Kreise laufen. Ja, es ist euer Gelände. Da könnt ihr bestimmen soviel ihr wollt. Es muss keinen ausserhalb interessieren. Auf öffentlichem Grund und Boden aber lasst es sein das Volk zu diskriminieren, es sitzt am längeren Hebel! Ihr seid Teil des Volkes, aber nie die Mehrheit.
Das hier erlebte Verhalten, von seinen arglosen Mitmenschen Dinge zu verlangen, von denen nie die Rede war und die dort auch nur erwartet wer wirklich alles für möglich hält, ist charakterlich in meinen Augen so ziemlich das Mieseste was ich mir vorstellen kann! Wenn ihr das wollt dann sagt es offen. Vorher im Klartext.
Ihr habt euch entschieden. Nun machen wir das so. Kein Wort mehr!


