Darmstädter Radcross-Trainings-WM
Liebe geht durch den Magen, und in der Stadt am Woog anschließend durch den Darm. Sie nennt sich nach dem, was da im Untergrund gurgelt, dem Darmbach.
Im Süden der Stadt steht eine Radrennbahn, die man nun im Winter zu dem umgewandelt hat, was da gemacht wird: Radcross. Die Fortsetzung der Straße mit anderem Untergrund?
Nun, Crosssport ist nicht Straßenrennen ist nicht Mountainbike ist schon mal garnicht Bahnradsport. Das Betonoval ist da nur ein besseres Mittel zum Zweck. Gestern Abend war da also der erste von acht (?) Läufen zur diesjährigen Trainings-WM. Wöchentlich immer Mittwoch Abends Sport unter Rennbedingungen in nicht immer ganz ernster Atmosphäre. Schließlich geht es da eigentlich um nichts weniger als den berüchtigten goldenen Blumentopf.
So war denn auch ein echter Weltmeister anwesend, zumindest nach dem was da hinten auf seiner Jacke stand, die da auch in passenden Farben gehalten war. Seine Fahrweise war demnach. Während manche erst den Wiedereinstieg suchen und finden mussten fuhr er als würde er verfolgt. Von wem? Vom eigenen letztjährigen Erfolg? Start-Ziel-Sieg.
Als ich gegen 18 Uhr dort, viel zu früh, eintraf dachte ich es wäre noch nicht viel los. Weit gefehlt! Es waren schon fünf andere vor mir und wollten sich umschauen. Da war es noch halbwegs hell, und man nutzte das letzte Büchsenlicht. Nun, alles Gute kommt von oben, und als die Natur das Licht löschte schien die Höhensonne weiter. Vor dem Start war dann erstmal viel Andrang vor den Baucontainern, die den Schiedsrichterturm bildeten, und wo oben im Büro Startnummern ausgegeben wurden. Sehr viel Andrang! Man nutz dieses Jahr erstmals eine Transponderanlage für die Zeitmessung, alles ganz professionell. Ansonsten besteht die Strecke aus dem, aus dem sowas gern besteht: Holzpflöcke und Flatterband. Viel braucht es nicht um eine Crossstrecke zu bauen. Ideen hat man reichlich, so kommen auch die bekannten Hürden und die Schnecke für den Drehwurm wieder vor. Zweimal rechtsrum, zweimal linksrum. Dann bist du wieder draussen.

Auch für mich ist eine solche Gelegenheit Training. Fingerübungen. Fotografisch ist das alles andere als trivial, und man kann nach einer längeren Pause mal wieder rein schnuppern. So viele „Fahrkarten“ wie ich da gestern geschossen habe eröffne ich demnächst dann ein Reisebüro und mache Sascha Konkurrenz. Nein, Spaß beiseite, da ging erheblich zu viel schief. Ich gehe jetzt davon aus dass auch dafür Video die bessere Wahl ist. Hardware dafür ist genug da, und die Lumix hat ja bewiesen dass sie kann was manche Fotokamera versagen lässt. MFT kann da besser sein als Vollformat! Glaubt man den Werbeversprechen der Kamerahersteller ist das alles ja nie ein Problem. Die Praxis schaut doch anders aus, vor allem weil der Motivkontrast zwischen dunklem Hintergrund und extrem hellen Stirnlampen doch enorm ist. Da kommt die Messung aus dem Tritt, der Fall ist da wohl eher nicht „vorgesehen“ in den Programmen der Kamerabauer. Heute ist es ja so dass analog zu den ersten automatischen Schaltungen der Fahrradhersteller nur das geht was da eingebaut ist. Die alles steuernde Software ist auf die häufigst vorkommenden Anwendungsfälle optimiert, um den Preis dass sie nicht wirklich denken kann.
Fotografen hassen das wenn ein Programm vorgibt was du zu tun hast! Nicht mal die manuelle Einstellung ist wirklich noch „manuell“! Auch das ist ein Kräftedreieck aus Verschlusszeit, Blende und Verstärkung, früher Empfindlichkeit genannt, und ein wirklicher Eingriff des Benutzers ist eher weniger vorgesehen. Du kannst wenn du wirklich willst, aber erstmal verlierst du dann das Netz unter dem Trapez. Sorry wenn ich da gestern habe blitzen müssen, aber sonst hast du da einen Scherenschnitt, wo eine Silhouette durch das Bild fährt und man nur schwarz und weiss sieht. Wie die Helmlampen optisch wirken sieht man auf dem Bild von Sascha. Da ist der Kopf ab.
Das Ergebnis fällt da eher dem Glück anheim, und genau das soll es ja eigentlich nicht. Dem Glück, und der Ausarbeitung in Lightroom. Dank 12bit-RAW ist da manches zu retten, oder zu verschlimmbessern. „Out of the box“ geht da wenig bis gar nichts.
Da habe ich dann ein Problem, das wesentlich auf dem Bankkonto stattfindet. Die ältere Canon R6 der ersten Generation schafft es nicht, wie gestern gesehen, und für die Z8 von Nikon habe ich kaum lichtstarkes Glas. Hat wer Geld? Ich derzeit nicht.


