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Nein Danke!

Nein Danke!

WALDREMS – Foto: Dashcam – Wir unterhalten uns heute nicht über Sport, wir müssen über Politik reden! Ich wollte gestern das Backnanger Rundstreckenrennen besuchen, den Schwäbischen Klassiker, wie man es nennt. Bis Waldrems bin ich gekommen, zum Rennen nicht!

Waldrems ist ein idyllisch gelegener Teil von Backnang, und es wäre auch kaum ein Problem gewesen, dort mit der Bahn hin zu kommen. Bis Backnang fährt die Stuttgarter S-Bahn. Aber dann … Dann bist du in Backnang, aber noch lange nicht in Waldrems! Die Fahrplanauskunft hat mir eine Verbindung gegeben, wie man es sich nicht vorstellt. Absehbar so nicht fahrbar!

Wie gesagt, bis Stuttgart ist es kein Problem, und willig wäre ich auch gewesen. Aber ich war noch nie in Maubach nebenan, von wo der Umstieg auf den Bus nach Waldrems hätte erfolgen sollen, der da aber nur 5 Minuten Anschlusszeit gehabt hätte, und nicht mal vor dem Bahnhof fuhr, sondern drei Querstraßen weiter an einer mir unbekannten Haltestelle. Wer noch nie dort war und sich nicht auskennt hat real keine Chance, rechtzeitig diese Haltestelle zu finden! Der Bus wäre also absehbar weg gewesen, und wann der Nächste fährt weiss nur Zeus. Die Auskunft schweigt sich dazu aus.

Die Auskunftsseite enthielt eine Art Stadtplan, der jedoch schon optisch nicht ganz zu der Angabe in Maps passte. Papier ist ja geduldig, und malen kann man viel. In der Realität kommt es aber darauf an, und da wäre der Anschluss nur gegangen wenn Zug und Bus quasi am gleichen Bahnsteig gehalten hätten. Aus der einen Tür raus und in die andere Tür rein. Das wäre möglich gewesen. Alles andere ist Theorie.

Man braucht also – wieder mal – sein Auto. Es waren je Richtung 166 Kilometer von mir zuhause über die Autobahn bis Waldrems, und bis zum Ortseingang verlief die Fahrt auch erwartbar einwandfrei. Nebenbei, es hat dabei auffallen können dass Backnang nicht arm sein kann wenn man sich eine Stadtautobahn als Umgehung leistet. Da wird weltmeisterlich gebaut, und es sei ihnen auch gegönnt. Aber wer sein Geld hier vergräbt hat es nicht da, wo es offenkundig dringend gebraucht würde. Was es in Waldrems nämlich nicht gibt sind Parkplätze!

Einzelne Parkplätze gibt es entlang der Autoumgehungsstraße, weitab von jeder Siedlung. Man kann sich dort drei Stunden lang auf Parkscheibe die Landschaft angucken, was reelles damit anfangen kann man nicht. Weder zur Arbeit pendeln noch auf den Bus umsteigen. Auch muss ich hoffentlich nicht sonderlich erläutern warum der Gepäcktransport einer umfangreichen Kameraausrüstung mit Linienbussen, oder vergleichbar der von Fahrrädern darin, ein Problem darstellt. Was daran dürfte in der Realität schlecht funktionieren?

Wo ein Wille ist ist auch ein Weg? Hier nicht! Das habe ich gestern gelernt. Darüber muss jetzt keiner mehr diskutieren.

Wer sich Gäste einlädt indem er so ein Rennen veranstaltet, und dafür einen Ort wählt den man anders als mit Autos kaum erreichen kann, der hat auch eine gewisse Verantwortung dafür, seinen Besuch unter zu bringen. Was da passiert war absehbar. Waldrems ist nicht sonderlich groß, und so waren Probleme hier absehbar. Alles, aber auch wirklich alles, war zugeparkt! Nun wurde am Kreisverkehr in der Dorfmitte ein Parkplatz an der örtlichen Schule ausgewiesen. Ich wäre auch bereit gewesen, von dort zu laufen. Was sich dann aber da herausstellte war ein Alibi. Dieser Parkplatz war nämlich genau vier Plätzchen groß, oder klein, und die waren erwartungsgemäß belegt. Darauf muss man nicht groß hinweisen! Das ist sinnlos.

Es gab also keine rechtlich saubere Möglichkeit, dort zu parken, und somit blieb schlussendlich nur eine Möglichkeit, die nämlich unverrichteter Dinge wieder heim zu fahren und die Episode als Lehrgeld abzuhaken.

Außer Spesen nichts gewesen! Was diese vergebliche Fahrt gekostet hat ist bei den aktuellen Treibstoffpreisen absehbar. Die Probleme sind politisch verursacht, und somit überall im Ländle erwartbar. Man will das so!

Was ist nun das Problem damit? Man hat Vertrauen missbraucht! Das Vertrauen nämlich, nicht aus durchsichtigen politischen Gründen in so eine Situation gebracht zu werden. Das halbe Dorf war nämlich verbarrikadiert. Es war deutlich gemacht worden, dass man da eben keinen Besuch wünscht. Die Gäste sind im Weg, sollen aber ihr Geld da lassen? Eins von beidem geht wohl nicht. Entweder man sorgt für Parkmöglichkeiten, oder für brauchbaren öffentlichen Verkehr, oder veranstaltet dort kein bedeutendes Rennen! Bitte entscheidet euch.

Erwartbar ähnlich wird es am Ostermontag mit Schönaich laufen. Man bittet schon auf der Webseite darum, von der Anreise mit Autos abzusehen. Nun, ich war schon mal dort, und damals hat man den kompletten Busverkehr umgeleitet und den Ort einfach nicht angefahren. Nutze mal was nicht da ist! Wer so vorgeht erklärt seine auswärtigen Besucher offen für unerwünscht!

Solches Verhalten enthält eine Botschaft, und ich werde mich erkundigen ob das diesmal erneut so sein wird. Es ist heuchlerisch etwas zu verlangen das man bewusst verhindert! Egal wer dafür im einzelnen verantwortlich ist.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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