×

Ohne mich!

Ohne mich!

DÜSSELDORF – Foto: Archiv – Ich bedauere diesen Beitrag so schreiben zu müssen, aber an den Tatsachen führt leider kein Weg vorbei.

Zur kommenden Cyclingworld habe ich bereits einen Vorbericht geschrieben. Zur Messe gibt es auch eine Presseseite für Medienschaffende, und den dort befindlichen Akkreditierungsantrag habe ich ausgefüllt.

Nachdem im Vorfeld keine Bedingungen genannt wurden lässt man die Katze erst im Nachhinein aus dem Sack. Mit der Bestätigungsmail kommt nun die Voraussetzung. Dort heisst es, Zitat: „Melden Sie sich einfach vor Ort am Empfang am Counter „PRESSE“. Gegen Vorlage Ihres Presseausweises bzw. einer entsprechenden Legitimation erhalten Sie Ihr Presseband und können sich frei auf der Messe bewegen.“

Die Akkreditierung wird so zwar bestätigt, man erhält das Bändchen aber nur gegen Vorlage eines Presseausweises. Nicht einmal die Eurobike als Branchenführer hat bislang dazu nach dem Presseausweis gefragt. Blogger wurden stets ohne akkreditiert. Was man sonst unter einer Legitimation versteht bleibt offen. Wünscht man ein Empfehlungsschreiben des Oberbürgermeisters, oder eine Lebensberechtigungsurkunde? Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wer sich dazu informiert kann wissen wer überhaupt nur einen Presseausweis haben kann. Das ist ja kein Befähigung- oder Tätigkeitsnachweis. Ausgegeben wird das von den Presseverbänden für deren Mitglieder. Das sind demnach wieder nur „Hauptberufliche“! Nach dem Willen der Presse selbst bekommen andere den gar nicht. Man betreibt auf der Messe einen Bloggerbereich, vergisst aber dass das regelmäßig eben keine Hauptberuflichen sind. Man kann von Bloggen nicht leben! So wird aus einer Einladung eine indirekte Ausschlusserklärung!

Da ich als Beamter im Hauptberuf auch keine Nebentätigkeiten in diesem Umfang ausüben kann falle ich kaum in diese Personengruppe. Damit ist die Botschaft erneut klar. Der Messebesuch ist insofern leider gegenstandslos, und ich bin froh und dankbar dass das ruchbar geworden ist BEVOR ich einen Fahrschein gebucht habe!

Es ging mir um Rechtssicherheit, nicht um kostenlosen Eintritt. In dem ganzen Paket sind diese 15 Euro Peanuts. Das ist nicht der ausschlaggebende Faktor! Aber es ist wichtig vorher klar zu stellen was man da darf, und was dann nicht. Hätte man das gleich dazugeschrieben dass man nur Geschäftsleute und Bezahlte da will hätte ich mir den Aufwand sparen können. Es fährt kaum jemand so weit um sich dort sagen zu lassen dass er nur sein Geld dalassen soll. Nun werde ich also eine Menge Geld für etwas sparen, das spätestens am Eingang zu Popcorn geworden wäre. Da platzt nun mehr als eine Seifenblase. Wo man auf diesem Weg Bedingungen stellt, die vorher verschwiegen werden, muss und darf vermutet werden dass noch anderes im Busche ist. Was auch immer das sei. Natürlich ist eine solche Messe im Grunde eine kommerzielle Veranstaltung, die Veranstalter üben ein Hausrecht aus. Man kann also fragen, wer da welches Interesse verfolgt. Mit der Begrenzung des öffentlichen Interesses auf Geld wird da manches klar! Wer für Berichterstatter nach dem Presseausweis verlangt macht deutlich wen er da sehen will, und wen nicht. Man wünscht so nur Angestellte der großen Zeitungsverlage, und eben keine Unabhängigen, nicht solche die an der Sache interessiert sind. Die Zeitungen schreiben so wie es in ihr Geschäftsmodell passt. Das kann bekannt sein. Wes‘ Brot ich ess‘ des‘ Lied ich sing! Synonym „Wer zahlt schafft an!“. Wer bei einem wirtschaftlich Mächtigen angestellt ist („hauptberuflich“) wird tun was sich dieser wünscht statt ggf. eine begründete kritische Ansicht zu vertreten. Blogger werden da entweder zu jemandes Megafon, mit dem die sozialen Medien bestückt werden, oder zum Sprachrohr des Interesses Dritter. Wer das hauptberuflich macht ist bei jemandem angestellt und vertritt dessen Interesse, oder er ist wie ich unabhängig und kann davon nicht alleine leben. Letztere haben regelmäßig aus eben diesem Grund auch keinen Presseausweis, weil der eben ein Angestelltenverhältnis voraussetzt.

Ich will nichts umsonst, aber auch nicht auf diesem Wege auf Geld reduziert werden. Die, die das für Geld machen, sollen es tun. Damit habe ich kein Problem. Wenn es so aber heisst man sei nur willkommen wenn man es für Geld macht so ist das eine andere Qualität!

Ich bedauere das. Aber ich kann damit umgehen! Dann ist es eben auf diesem Weg entschieden.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

Kommentar abschicken