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Nahverkehrserlebnisse

Nahverkehrserlebnisse

FRANKFURT AM MAIN – Foto: Symbolbild – Was man so erlebt wenn man einkaufen geht durfte ich am vergangenen Samstag ausprobieren. Calumet, der Fotoladen an der Hanauer Landstraße, hatte Hausmesse.

Die war vergleichsweise gut bestückt und gut besucht. Was in der Branche Rang und Namen hatte war vertreten, und die Veranstaltung bot auch mancherlei Überraschung. Im Guten wie im Bösen.

Hin zu kommen war schon fast das altbekannte Abenteuer, wenn die S7 am Stadion keine Lust mehr hat. Feierabend wegen Bauarbeiten. Das kommt derzeit öfter vor. Da kann schon auffallen dass du verarscht wirst wenn auf dem angeblich gesperrten Gleis zum Hauptbahnhof der RE70 aber problemlos fahren kann! Der eigentliche Hammer aber kam dazwischen. Die Eintracht spielte, und am Stadionbahnhof, an dem du zwangsweise umsteigen solltest, war Chaos. Passieren konnte dir nichts, es war Polizei in Bataillonsstärke da. Aber deine Anschlusszüge hatten eine eigene Meinung zum Fahrplan!

Der ausserplanmäßig haltende RE70 kam eine gute halbe Stunde später als er sollte. Verspätung aus vorheriger Fahrt. Das hatte also Methode. Die in der Auskunft genannte RB58 nach Laufach, die den Bogen via Südbahnhof nach Osten hätte schlagen sollen, kam gar nicht erst. Ein ebenso anwesender Bahnmitarbeiter meinte auf Nachfrage, man müsse davon ausgehen dass die über das Überholgleis am Bahnhof vorbei geleitet werde. Da gibt es naturgemäß keinen Bahnsteig, und umsteigende Kunden lässt man da wohl einfach stehen! Dabei wurde die in der Auskunft ausdrücklich als Anschluss genannt. Dass fast zeitgleich drei Gleise weiter auch noch eine S8 fuhr merkte man erst als die da war, und es zum Gleiswechsel zu spät war. Und tschüss!

Da erwartet die Politik allen Ernstes, dass die Leute ihre Autos stehen lassen und umsteigen? Sagt mal, geht’s noch? Das A und O des öffentlichen Nahverkehrs ist seine Zuverlässigkeit, und davon war da nichts zu spüren. Das war purer Gelegenheitsbetrieb. Komm ich heut‘ nicht komm ich morgen!

Der Gipfel des Ganzen kam dann aber auf der Heimfahrt. Man kann Calumet mit der Tram sehr gut erreichen. Haltestelle Schwedlerstraße. Genau vor der Haustür. Wenn die 11 denn fährt!

An diesem Samstag war schon die Hinfahrt so eine Sache. Die Heimfahrt bewies dann aber vollends, warum man sich nicht auf Öffis verlassen kann. Wegen einer Demo in der Innenstadt fielen alle Fahrten bis auf weiteres aus, stundenlang, und man solle doch bitteschön zur Ostendstraße laufen und von da aus S- und U-Bahn nutzen. Jetzt nehmen wir uns mal einen Stadtplan und schauen wo das denn so ist … Es kann eine Erkenntnis reifen! Der Ostbahnhof kommt früher.

Klartext: Wer so gut zu Fuss ist dass er oder sie von der Schwedlerstraße im Osten der Stadt bis ins Zentrum laufen kann schafft auch noch den Rest bis zur Konstablerwache, so weit ist das dann auch nicht mehr. Dann kann sich der Gelegenheitskunde das Fahrgeld sparen, und der Abonnent muss sich fragen wozu er das viele Geld ausgegeben hat.

Dann passen bei dem was da noch fährt auch alle Anschlüsse nicht, und bis ich dann via Innenstadt, Hauptbahnhof und Stadion wieder zuhause war war es später Abend. Stunden später als bei ordentlicher Fahrweise möglich. Dass ich mit dem Auto naturgemäß in einem Bruchteil dieser Zeit daheim gewesen wäre muss nicht extra erwähnt werden. Dass dir da aber auch dein Auto wenig geholfen hätte wird schon dadurch klar, dass der Kundenparkplatz bei Calumet vollständig belegt war. Der ist alles andere als klein, und wenn man die Kennzeichen so sah war durchaus glaubhaft dass es sich hier um die Fahrzeuge der Aussteller gehandelt haben dürfte, denn es wird kaum jemand freiwillig aus reiner Neugier aus Würzburg nach Frankfurt fahren, wegen einer Hausmesse, die er zu einem anderen Zeitpunkt in der eigenen Stadt ebenso sehen kann. Die tingelt ja durch die Republik, und wenn man einmal alle durch hat fängt es vorne wieder an. Hamburg – München und zurück, mehrmals im Jahr. Wenn nicht bei diesem Händler dann eben bei einem der anderen. Es gibt genug davon. Noch, denn so wird Kunden direkt vor Augen geführt warum es besser sein kann sich seine Sachen einfach schicken zu lassen statt mit viel Zeitaufwand dafür in die Stadt zu fahren. Derzeit sprechen Probleme beim Onlinehandel noch dagegen, weil sich die Banken bei den hohen Beträgen für Kameras und Objektive manchmal querstellen.

Man hat aber immerzu das Problem, da hin zu kommen, und danach wieder heim. Die Politik will das so, und sie könnte die Zustände durchaus ändern. Wenn die Bahn ordentlich fährt ist sie durchaus konkurrenzfähig, aber so? Damit muss man jeden Tag rechnen, und die Verantwortlichen tun so als sei das Schicksal.

Ich bin Baujahr 1965, wohne in Riedstadt in Südhessen und bin in meiner Freizeit Amateurfotograf, Hobbyfilmer, Drohnenpilot, und eben Blogger. Mir gehört dieser Blog. Wenn es die Zeit erlaubt bin ich auch Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger. Naturverbunden, aber nicht politisch indoktriniert. Ich erlaube mir noch selbst zu denken, und sage was dabei herauskommt.

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