Schweigen-Rechtenbach
Wer in die Südpfalz fährt begegnet vorwiegend zwei Sachen. Wein und Radsport. Die Trauben wachsen fast überall, und in jedem zweiten Dorf der Region gibt es mindestens einmal im Jahr ein Rennen.

Nun besteht Schweigen-Rechtenbach aus zwei Teilen, wie der Name schon erwarten lässt. Dazwischen steht das Deutsche Weintor, ein Bauwerk aus dunklen Tagen. 1936 meinte auch wer, die Wirtschaft fördern zu müssen, und erfand die Deutsche Weinstraße, deren südliches Ende dieses Tor markiert, das man genau so aufgestellt hat, dass es aus dem nahen Frankreich bestens zu sehen ist. Wie jemand, der anderen eine lange Nase dreht.

Ja, das nahe Frankreich … Wer in Schweigen wandert sollte seinen Pass dabei haben. Die Wege führen teilweise über die grüne Grenze, und ehe man sich versieht ist man im Nachbarland. Die Region wird ohnehin als eine grenzenlose beworben. Man sieht dort Plakate, in Deutschland auf Französisch. Übersetzt: das Weissenburger Land. Wegweiser mit den alten deutschen Bezeichnungen findet man ebenso, und die stammen nicht aus Kaisers Zeiten, als das Elsass zwischen 1871 und 1918 deutsch war. Vor über 100 Jahren also.
Apropos Wissembourg. Wer aus Deutschland kommend mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Schweigen-Rechtenbach fahren möchte kommt regulär über Frankreich. Der Zug fährt bis Wissembourg, und der Bus von dort zurück über die Grenze. Das Deutschlandticket gilt. Zwischen den Städten fährt auch eine touristische Bimmelbahn hin und her.

Wie in einer Weinbauregion üblich ist auch die Ausstattung. Auf der einen Seite der Dorfstraße steht die Kelter, auf der anderen ist der dazu passende Ausschank. Ganzjährig, aus Automaten auch rund um die Uhr. Prösterchen!
Wenn wir anfangs beim Radsport waren muss auch das Rennen erwähnt werden, das im Frühjahr stets die Liga eröffnet. Zumindest war das die letzten Jahre so. Es ist interessant anzusehen, und man hat auch gut Zeit, sich verschiedene Standorte zu wählen. Sie fuhren fort, sie kamen wieder. Etwa 12 Runden lang. Dazu blühen die Bäume. Ein illustres Bild.
Parkplätze? Gibt es genug, nur nicht unbedingt zentral. Zu den Busverbindungen wäre zu sagen, dass dort sonntags mehr Busse fahren als unter der Woche, einer die Stunde am Sonntag. Sonst weniger.


