Verkehrswende

Foto: Symbolbild

Verkehrswende in Deutschland? Fehlanzeige!
Die Tage um Weihnachten und Neujahr haben es erneut gezeigt: Das Geschwätz um eine mögliche Verkehrswende ist nicht viel mehr als heiße Luft! Real findet da nichts statt.

Am 30.12. war in Mannheim ein Radcrossrennen. Mein Beitrag dazu kommt noch. Gut Ding braucht Zeit. Das hätte man theoretisch auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen und so besuchen können, ohne ein Auto zu benötigen. Wie aber schaut das real aus? Die Auskunft von Mannheim weiss nicht was in Hessen ist, und die Auskunft des RMV kennt die Innenstadtlinien von Mannheim nicht. Ergebnis der Anfrage? „Es wurden keine Verbindungen gefunden!“ Und das in einem Ballungsraum! Frankfurt, Mannheim, Darmstadt, Heidelberg – alles Großstädte, die kaum 50 Km auseinander liegen. Sozusagen Ruhrpott en miniature. Aber ohne Auto geht da garnichts, und das an einem Werktag! Dass es auch sonst dort keine durchgehenden Fahrscheine gibt muss nicht groß erwähnt werden. Dazwischen liegen zwei Verbundgrenzen, eine Landesgrenze, und noch etwas „Niemandsland“.

Noch Fragen?

Vergleichbares, nur noch etwas schlimmer, habe ich am Neujahrstag in Nordhessen erlebt. Die Verballhornung der Region ist ja „Mordhessen“. Da wird also unterstellt man könne dort vergessen werden und sterben ohne dass es sonst wem großartig auffällt.

Damit könnte man recht haben!
Warum das so ist erläutert wiederum die Verbindungsauskunft. Die verweist nämlich auf Bauarbeiten zwischen Marburg und Traisa, und in den Nachrichten konnte man hören dass dort auch noch der Bauzug entgleist sei. Da fährt derzeit also kein Zug. Man müsste bis Kirchhain kommen, und dort auf einen Bus umsteigen.

An der Bushaltestelle in Grüsen hingen wiederum fliegende Zettel, sogenannte Baustellenfahrpläne (obwohl die Baustelle garnicht dort war) dass Sonntags darum dort keine Busse fahren würden. Werktags fahren dort stündlich welche, samstags immer noch einige, aber zu Veranstaltungen an Sonn- und Feiertagen kommt man ohne Auto nicht da hin!

Und da haben Politiker doch echt die Stirn sich hinzustellen und solche Brühe zu quirlen? Schafft die Vorbedingungen, also Verbindungen, und ich sehe gern zu ob ich sie nutzen kann. Was es garnicht gibt kann auch keiner benutzen, egal ob er will oder nicht.

Solange dem nicht so ist hört bitte auf das Autofahren zu verteufeln. Die derzeitigen Fakten sind für die Leute dort Freiheitsberaubung!

Vorstehend beschriebene Zustände findet man bei sehr vielen Sportveranstaltungen vor. Entweder führt überhaupt kein ÖPNV dort hin, oder Busse und Bahnen werden gar gezielt von dort weg geleitet.