MTB Rhein-Main-Cup Mühltal

„Arbeit ist bei Ihnen nicht nur das halbe Leben. Doch Vorsicht: Einseitige Bewegungen führen heute schnell zu Verspannungen im Nacken.“ So weit das Horoskop zum Tage. Viel Arbeit hatte das Wochenende gebracht, und viel Regen. Nach dem CX-Training am Samstag goss es am gestrigen Sonntag ungehemmt weiter, sodass die Rede vom Crosswetter eine glatte Untertreibung war. Noah, wo ist das Bauholz? Wir brauchen eine Arche!

So verlief die Sache denn auch etwas anders als geplant. Man sollte meinen, dass es unter einem Zelt, das unter einem Dach steht, trocken sein sollte? Weit gefehlt. Dort herrschte Überschwemmung, und der Wind wehte den Regen horizontal unter Dach, Zelt und Schirm.

Soviel zu den Wetterverhältnissen beim fünften Rennen des diesjährigen Riese und Müller MTB Rhein-Main-Cups. Ansonsten verlief die Veranstaltung so wie andere auch: kaum waren die Rennen von Schüler und Jugend vorbei und die Sieger geehrt leerte sich der Platz, und die Erwachsenen blieben weitgehend unter sich. Der „Fehler im System“ war dabei möglicherweise die lange Mittagspause, denn vom Ende der Schülerrennen bis zum Start der Erwachsenen-Hobbyklasse war rund 1,5 Stunden „tote Hose“! Dazu dieses Wetter!

Unter den beschriebenen Bedingungen muss ich vermutlich nicht allzu viel zu den Bodenverhältnnissen sagen? Die waren „mitteilsam“, wie man das nennt wenn man vom Sporttreiben an Gewicht zunimmt. Es bildete sich eine weitere Bekleidungsschicht, eine aus Matsch. Hinterher sahen die Leute alle ziemlich gleich aus, und es gab offiziell keine Duschen! Manche halfen sich mit dem Gartenschlauch, andere suchten ihr Heil in der Flucht nach Hause. So fehlte denn manch einer auf dem Treppchen.

Üblicherweise zählt ein Fernglas nicht unbedingt zur Grundausstattung für den Besuch eines Radrennens. Hier war das anders, konnte man doch von unerwarteter Stelle aus die Wiese mit dem vielen Flatterband aus der Entfernung einsehen ohne selbst im Morast zu versinken. Hinter dem Start war linker Hand ein Feldweg, der parallel zur Landstraße hinaus führte, und von da hatte man gute Sicht. Es war nur alles ein bisschen weit weg, und so war ein Fernglas eine gute Hilfe.

Niclas Zimmer hat das Hauptrennen dann gewonnen. Trotzdem zog er auf dem Podium ein Gesicht als wäre er gerade disqualifiziert worden. Einige der Titelaspiranten waren an dem Tag auch garnicht zugegen, fanden doch erneut mehrere ähnlich wichtige Rennen parallel statt, wie zum Beispiel die Deutschen Meisterschaften im Rahmen des Wäldercups im Schwarzwald oder das Zeitfahren mit den Hessenmeisterschaften in Neustadt. Da muss man sich entscheiden. Salamitaktik bringt hier nichts. Diese Terminaufstellung führt natürlich auch da hin dass mancher, der in der Serie gut lag und vielleicht hätte gewinnen können, dafür die DM hat sausen lassen müssen, oder hat den Cuperfolg gegen eine Teilnahme bei der DM getauscht. Betroffen waren hier vor allem die Marathonfahrer. Entweder, oder? Für das miese Wetter kann keiner was, aber für die Termine schon!

Fortsetzung folgt, hier nun demnächst beim Vulkanmarathon in Gedern bzw. Schotten, oder für die Crosser bald bei Cross im Park, der den Kurpark von Klosterreichenbach bei Baiersbronn umgraben wird. Vorsicht, Steinschlag! Die Wiese dort hatte es bislang alljährlich „in sich“!  Beides sind, je nach eigener Veranlagung, empfehlenswerte Veranstaltungen.

Meine Bilder vom Sonntag sind bei Flickr, die Ergebnisse an bekannte Stelle.

Kommen wir zum Abschluss noch kurz zu einem kleinen Exkurs, nämlich hier zur Antwort auf die beliebte Frage: „Wie machst du das?“

Gemeint sind die BIlder. Nun, Fotografie ist weder Hexenwerk noch Raketenwissenschaft, sondern schlicht und ergreifend angewandte Physik. Was für euch Sportler das Fahrrad ist für mich die Kamera. Hier war es eine „recht betagte“ Nikon D500, bestückt mit einem Kitobjektiv 18-300mm. Für etwas Vordergrundbeleuchtung sorgte ein Profoto A1. That’s it.

Das genügt! Auch bei vermeintlich schlechtem Wetter. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung, sprich ungeeignete Ausrüstung.

Wichtig ist, die Aufnahmen als Rohdaten zu machen, und sie dann zuhause am Rechner aufzubereiten. Durchsehen muss man sie sowieso. Wie eingangs erwähnt verursacht das Arbeit, führt aber durch mehr Datentiefe zu besseren Ergebnissen. Je nach System bringen Rohdatenbilder 12 bis 14 Bit Daten pro Farbkanal (Rot, Grün, Blau), während die klassischen JPEG per Default nur 8 Bit haben.

Natürlich kann es dadurch etwas dauern, bis die Bilder fertig sind. Ich erlaube mir, wichtigere Tätigkeiten vorzuziehen, wenn das nötig erscheint.

Ansonsten ist Fotografie dem Radsport sehr ähnlich. Die Technik muss man lernen, der Rest ist Übung. In eurem Wortschatz: Training, Training, Training!

Dabei ist die Kamera vom Prinzip her nichts weiter als Werkzeug. Egal ob einfaches Modell oder Profi-Equipment, am Ende kommen dabei Bilder heraus. Die Frage hinsichtlich des Werkzeugs ist nun, ob es sich für eine Aufgabe eignet oder nicht.