MTB Rhein-Main-Cup Wiesbaden

Man nehme ein altes Gemäuer, baue ein Glasdach drauf und habe einen idealen Ort für die Anmeldung? Genau das trifft schon seit Jahren auf das Jagdschloß Platte bei Wiesbaden zu. Auf dem Taunuskamm gelegen bietet es normalerweise einen herrlichen Ausblick auf die Rheinebene. Nicht so an diesem Tag.
Altbestand trifft auf Provisorium? Bekanntlich hält nichts länger als eben das, und die Grundstrukturen des Rennens bei Wiesbaden stammen noch aus alten Zeiten des Wiesbadener Bikemarathons.
Gott hab ihn selig!

Auch die Platte ist so ein Ort, den man im Prinzip auch mit dem Bus erreichen könnte. Es ist nur recht aufwändig. So parkte der Bus genau unter der Brücke, wo zwar eine Haltestelle ist, zugleich aber auch eine durchgezogene Linie auf der Straße, weshalb man eigentlich legal nicht dran vorbeifahren darf. Was aber hilft es? Der stand nicht nur fünf Minuten da, sondern machte da Pause! Auch Busse mögen es trocken. Man kann da lange warten. Die meisten kamen per Auto, was auch für den Radtransport empfehlenswert war, egal was andere dazu sagen. Die Parkplätze waren gut gefüllt.

Interessant waren dann verschiedene Aussagen rund um die Rennen. Im Bericht hieß es, es sei fast kein Regen gefallen. Aus meiner Perspektive muss ich dem ganz entschieden widersprechen. Es gab schon schönere Tage, blieben die Temperaturen doch bei rund 10°C stehen. Dazu böiger Wind und stetes Nieseln. Vielleicht war nicht allzu viel im Hellmann (Regenmesser), aber die Luftfeuchtigkeit an dem Tag lag eigentlich fortdauernd um die 100%. Sprühregen ist mengenmäßig nicht allzu ergiebig, naß wird es trotzdem, und in Verbindung mit Wind ekelhaft.

Die aus sportlicher Sicht auffälligste Szene ergab sich zur Zieleinfahrt des Hobbyrennens, als Dominik Dietzel aus dem Wald kam – und vor der Ziellinie anhielt. Er wartete. Genau gesagt wartete er auf seine Teamkollegin Iris Winsloe. Sie hatte eine Runde Rückstand auf ihn, und nach dem Motto „Ladies first“ wollte er sie über die Ziellinie schieben! Sowas sieht man auch nicht allzu oft.

Dass Radsport mitunter ein kompliziertes Geschäft ist erkannte man dann anschließend beim Hauptrennen, wo plötzlich Leute am Start standen, die laut Meldeliste eigentlich garnicht hätten da sein sollen. Nun war diese Meldeliste eigentlich für einen ganz anderen Termin gedacht gewesen und dementsprechend überholt. Durch Terminverschiebungen landete das Rennen in Wiesbaden ausgerechnet auf genau dem Sonntag, an dem auch der Dünsbergmarathon stattfand. Wiesbaden oder Biebertal. Das war nun für etliche Starter die große Frage. Marathon gewinnen oder auf Cupklassement fahren. Sascha Starker entschied sich traditionell für den Marathon, und gewann, wie Constantin Kolb bei der Serie blieb und hier Tageszweiter wurde. Er hatte Pech und wurde auf den letzten Runden von einem Eifelaner überholt. Malte Link aus Mayen wurde im Lauf der Zeit immer schneller, wobei wir Zuschauer nicht wissen können was da unterwegs sonst noch so passiert ist.

Auf der Karte sah die Strecke ziemlich harmlos aus, was auch daran lag dass Ortsunkundige nicht wissen konnten, wo welche Hindernisse lagen. Da gab es zwar verschiedene Kamelbuckel wie auch Abfahrten bei Start und Ziel, die später veröffentlichten Bilder zeigten aber dass unterwegs – am anderen Ende des Kurses – mehr Post abging. Das muss man aber auch erst mal wissen.

Das Wetter war jedenfalls geeignet, von Wanderungen abzuhalten. Wer konnte verkroch sich unter irgendwelchen Dächern. So kamen denn aus der Küche verdächtige Geräusche. Da fuhren sich zwischen Herdplatte und Spülstein einige Lokalmatadoren warm. Im Rennen wurden sie dann doch nass, und es begann das große Putzen.

Meine Bilder findet ihr nebenan bei Flickr, die Ergebnisse sind auf der Webseite des Veranstalters.