Orga-Fragen zu Pressearbeit

Foto: Symbolbild

Je mehr ich darüber nachdenke desto nebulöser wird die Situation! Ich rede von meinem geplanten Besuch bei den anstehenden Deutschen Meisterschaften im Radsport.

Am kommenden Wochenende findet in Bad Salzdetfurth die MTB-XCO-DM statt, und es gäbe sogar – auf dem Papier – eine Bahnverbindung da hin. Allerdings hat die zwei Haken. Die Anfahrt dauert bis nach dem Start der Junioren und man müsste abreisen bevor die Siegerehrung der Männer fertig wäre. Sollte das Wetter wie angekündigt nass werden wäre ich abends so dreckig dass ans Einsteigen in die Bahn nicht zu denken wäre. Mit dem Auto ist das aber nach derzeitigen Benzinpreisen und Kilometern gerechnet etwas sehr weit bis hinter Hildesheim.

Das rentiert sich also nicht wirklich. Ich habe mich daher entschieden, darauf zu verzichten und an dem Tag etwas sinnvolleres zu unternehmen. Es gibt da ja genug Auswahl.

Eine Woche später steigt dann im Sauerland mit der Straßen-DM ein dreitägiges Großereignis. Freitags die Zeitfahr-DM in Marsberg, Samstags der Bildchen-Sprint und am Sonntag das Straßenrennen von Neheim auf den Kahlen Asten.

So ein Rennen fotografisch zu begleiten kommt vom Aufwand her dem recht nahe was manche Teams zu besorgen haben. Er kam, sah und siegte? So einfach ist es nicht! Das ist ja kein Rundstreckenrennen, wo man irgendwo sitzt und auf die Jungs wartet, die an dir vorbei müssen egal was komme.
Für ein Straßenrennen braucht es detaillierte Angaben,

  • wann
  • was
  • wo ist,
  • wie man da hin kommt,
  • wie lange es dafür braucht,
  • wie man fahren kann und
  • welche Straßen gesperrt sind,
  • ob man dafür eine Erlaubnis braucht und
  • wie es da mit Parkplätzen ausschaut. Tausend Fragen und kaum eine Antwort!

Effektiv bräuchte man also die Marschtabelle bzw. das technische Handbuch, das wohl irgendwo existiert, aber nicht online zu finden ist. Was auf der Webseite zur Veranstaltung zu finden ist soll wohl eher die ortsansässige Bevölkerung ansprechen als solche Planungen zu unterstützen. Da es dabei aber auf jede Minute ankommt und Fehler zwangsläufig zu einem Fehlschlag des ganzen Projekts führen können darf man sich solche eben nicht erlauben. Ganz trivial ist das nicht, macht man solchen Aufwand doch am grünen Tisch ohne wirklich fundierte Angaben über die Realität. Aber von seinerzeit mit der 3-Etappen-Rundfahrt habe ich ja noch Erfahrungen. Davon kann man zehren. Das war das gleiche, nur erheblich kleiner.

Das Wichtigste dabei sind Start und Ziel. Wobei der Start wohl das einfachere davon sein dürfte. Uhrzeit und Ort sind bekannt, muss man halt hin kommen. Dann aber startet ein Rennen im Rennen, das darauf hinausläuft unterwegs die nötigen Bilder einzusammeln während die Sportler nicht auf dich als Fotograf warten, und schnell genug mit hinreichend Zeitvorlauf an der Ziellinie zu stehen, damit da nichts anbrennt. Somit fahren Fotografen nie in der Kolonne, wenn sie gute Arbeit machen wollen! Da kann die UCI sagen was sie will. Ein Fotograf in der Kolonne ist handlungsunfähig! Nummer hin, Nummer her.

Wie kommt man auf den Kahlen Asten? Es gibt genau eine Straße, und die dürfte an dem Tag gesperrt sein! Auf einen wie auch immer gearteten ÖPNV würde ich mich nicht verlassen. Die Fahrplantabellen lassen erahnen dass es solchen dort eh nicht wirklich gibt, und du musst hinterher ja auch wieder runter, wozu sich ein Anrufsammeltaxi kaum eignet, da man ja nicht eine Stunde vorher weiss wann man da fertig ist! Es ist eine typisch deutsche Unart, dass genau der Busverkehr vom Ort des Geschehens weg umgeleitet wird und garantiert nicht da hin fährt wo du hin willst. Es bleibt also nur dein Auto, wenn du nach dem Rennen auch wieder heim willst. Zeitfragen dürften die Überlegung ohnehin gegenstandslos machen. Das Ziel soll der Karte nach oben in der Wendeschleife liegen, und es ist zu erwarten dass die Parkharfe nebenan für die Fahrzeuge von Orga und Jury reserviert wird. Viel mehr ist da nicht.

Wie also soll das gehen? Eine DM unter Ausschluss der Öffentlichkeit wäre in Deutschland ja nicht wirklich neu!

Sofern ich dazu keine brauchbaren und belastbaren Antworten finde dürfte das also das nächste Projekt werden, das sich am Tag vorher sang- und klanglos in Wohlgefallen auflöst, weil die verlangte vorherige Anmeldung so kaum sinnvoll möglich ist. Ich kann nichts versprechen von dem ich weiss oder erwarten muss dass es mir mit verfügbaren Mitteln nicht möglich ist. Eine Zimmerbuchung über die drei Tage scheidet sowieso aus, zum einen weil man dort gewiss nicht auf mich wartet, die Hotels also mit Urlaubern ausgebucht sein dürften, und zum anderen weil die drei Orte des Geschehens so weit voneinander entfernt liegen dass eine „zentrale Operationsbasis“ kaum machbar sein wird. Ein Fotograf braucht heute ja nicht nur seine Kamera, sondern auch „etwas viel“ EDV hinten dran.

So weit nur mal die dazu angestellten Gedanken.