37. Wolfskehler Straßenlauf

WOLFSKEHLEN, 3.6.2022 – Es gab ihn wieder, den Wolfskehler Straßenlauf. Immer Freitag Abend vor Pfingsten. Ausser bei Corona. Das Titelbild zeigt die etwas ungewöhnlichen Siegerpreise bei dieser Veranstaltung. Medaillen und Pokale kann jeder. Hier gibt es Fresskörbe mit Zutaten der Saison.

Man könnte die Geschichte anfangen mit einem Zitat aus der Frankfurter Stadtgeschichte. „Es hatte seit Wochen nicht geregnet. Die Brunnen waren fast völlig versiegt …“

Da hatte Petrus ein Einsehen und schickte Wolken. Eine Erfrischung vor dem Lauf brachten diese drei Tropfen aber nicht an diesem 3. Juni 2022. Ganz im Gegenteil. Es wurde schwül. So richtig wie nach dem fünften Aufguss in der Sauna!

Als um 18 Uhr die Kinder mit ihren Läufen anfingen war es wieder staubtrocken, und das blieb auch so. Eine Wendepunktstrecke war zu bewältigen. Einmal raus aus dem Stadion, den nahen Weg runter, rum um das Schild und wieder zurück.

Der Hinweg war einfach. Der Rückweg für manche weniger. Im Ziel flossen Tränen. Kinder sind leicht unzufrieden wenn sie nicht gewonnen haben.

Gegen 18:50 Uhr kam man dann gut geplant zum Hauptteil. Erst „Jedermann“ mit Jugend über 5 KM. Was ein Drama! In den Jugendklassen U16 … ein Teilnehmer bzw. eine Teilnehmerin! Eine!

Zehn Minuten später startete der Hauptlauf über 10 Kilometer, und wenn man dem Sprecher folgte enthielten diese beiden Läufe auch noch eine Turnstunde. Limbo!

Es gäbe da ein Problem mit einer Schranke auf dem Weg. Drunter durch oder oben drüber?

Die Abfolge war so geplant dass der 5-Km-Lauf gerade dann von seiner Runde zurück ins Stadion kam wenn die zehn Kilometer dieses verlassen hatten. Verzug hätte eine Vermischung der Felder und damit Chaos verursacht. An den Startnummern konnte man sie nicht auseinander halten. Die Laufstrecke war für beide gleich. Nur einmal eine und das andere Mal zwei Runden.

In der jeweils ersten Startreihe standen die Verdächtigen, und wenn es nur nach dem Ergebnis gegangen wäre hätte man da aufhören können. Die machten das Ding unter sich aus. Nur nicht so wie es anfangs ausgesehen hat.
Alles eine Frage der Reihenfolge, oder eine des Wassers?

Nach der ersten Runde von zweien, also der Hälfte des Hauptlaufs, sah man vorne eine dreiköpfige Spitzengruppe, angeführt von Robin Schüßler aus Trebur. „Die 196 ist unser Problem!“ hörte man aus der zweiten Reihe an der Abzweigung eine Zuschauerin sagen. Da war richtig Zug drauf. Wie mir später berichtet wurde hielt der Zug aber nach sechseinhalb der zehn Kilometer an und hatte keinen Dampf mehr. Wassermangel. So wurde Robin „nur“ Dritter.

Gewonnen hat den 37. Wolfskehler Straßenlauf Christian Bock vom TV Alzey vor Thomas Arnold. Die 5 Km gingen an Andreas Gottwald aus Reinheim. Alle Ergebnisse hier.