Preis der RSG Buchenau

Breidenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Marburg-Biedenkopf, liegt in der Nähe von Dillenburg und sah heute im Industriegebiet den Auftakt zum diesjährigen Radsportkalender in Hessen. Der Preis der RSG Buchenau begann um 10 Uhr mit dem Rennen der Amateure. Das sind die, die man früher C-Klasse nannte.

Es ist wie mit dem Geld. Nach Einführung des Euro haben erst mal alle die neuen Preise in D-Mark umgerechnet. So rechnen heute manche die Klassen im Radsport um.

Das Jahr 1 „nach Corona“ sah ein erfreulich reichhaltiges Meldeergebnis. Leider erfuhr kein Zuschauer, wer da alles am Start stand, denn durch die Meldung via Meldeplattform Rad-Net blieb das Meldeergebnis geheim. Ohne Lizenz hat niemand Zugang zu diesem System.

Es mag manche gewundert haben, wieso ich nach dem Rennen der Amateure, dem ersten, wieder gegangen bin. Das hat im weiteren auch damit zu tun. Der Grund ist nicht dass die Rennen uninteressant gewesen wären, nein, der Grund ist eine einfache Güterabwägung. Man hat 2018 die DSGVO eingeführt, und die hat seitdem vieles auf den Kopf gestellt! Während alle mit Corona beschäftigt waren ist das vielleicht nicht weiter aufgefallen, aber es gibt da ein paar Sachen die man wissen muss, wenn man sich fotografisch mit seinen Mitmenschen beschäftigt. Die haben Rechte! Das meine ich nicht zynisch, natürlich habt ihr dieselben Rechte und Pflichten wie alle anderen auch, nur muss man sich auch fragen welche Folgen diese Dinge haben können. Die DSGVO, ausgeschrieben Datenschutz-Grundverordnung, bestimmt, dass wer keinen Presseausweis besitzt alle Menschen, die auf einem Bild erscheinen können, vorab schriftlich um Zustimmung zur Aufnahme befragen muss.

Man wende das in der Praxis eines Radrennens mal an, und erkenne die Unmöglichkeit des Ansinnens! Es läuft darauf hinaus, dass nichtgewerbliche Fotografen, die daran interessiert sind und nicht von vornherein das Thema beerdigen wollen, eine Risikobewertung machen ob bei diesem Rennen, oder anderen Sportveranstaltungen, ihnen möglicherweise durch Teilnehmer in diesem Sinne Gefahr droht. Gemeint sind solche, die an Wettkämpfen teilnehmen, und nicht fotografiert werden wollen. Diese Spezies verhindert erfolgreich die Bildberichterstattung durch uns Amateurfotografen, eben weil es nicht machbar ist was man da verlangt, ohne gegen die Sportordnung zu verstoßen.

Kurz und knapp, wenn man sich ans Gesetz hält kann man daheim bleiben! Ansonsten ist die Meldeliste der erste Anhaltspunkt, ob das Risiko durch Egoisten handhabbar ist oder ob da Namen drin stehen, die für ihre Wünsche schon bekannt sind.

Ist kein Meldeergebnis bekannt fallen damit umgehend alle „Kinderrennen“ weg, denn die Eltern sind hier oft die ersten Schreihälse. Gleiches gilt leider auch für Schüler, Jugend und teilweise Junioren, soweit die noch minderjährig sind. Streng nach Vorschrift darf die keiner mehr fotografieren! Als Nächste entfallen Jedermann- und Hobbyrennen, nicht weil die weniger fotogen wären, sondern weil keine Bindung an Vereine besteht und die Teilnehmer somit weniger angehalten sind auf den öffentlichen Ruf ihrer Teams Rücksicht zu nehmen. Was bleibt? Hier das Amateurrennen. Zwar wusste ich auch da nicht, ob darin „Knallerbsen“ stecken, aber es sind alles erwachsene Leute, von denen wenigstens nicht das Risiko droht dass sich hinterher wer beschwert. Das können die lieben Leute gerne sofort machen, dann wäre der Fall klar gewesen.

Ich hoffe dass er das nicht hinterher noch anderweitig wird! Man ist im Grunde genommen auf das stillschweigende Einverständnis der weiteren Beteiligten angewiesen, und das ist schlecht einzuschätzen. Solange es gut geht habt ihr Bilder, ansonsten der Fotograf ein existenzielles Problem! Es ist leicht einzusehen warum es im Zweifel nicht wert ist, es darauf ankommen zu lassen. Also fährt man wieder heim, oder garnicht erst hin.

Heute haben zeitgleich noch eine ganze Anzahl weiterer Veranstaltungen stattgefunden, wie da wäre der Kellerwald-Bikemarathon in Gilserberg, die Nachwuchssichtung in Hausach, der Straßenlauf mit Weltrekordversuch in Griesheim, und, und, und. Für alle gilt die gleiche Frage: kann man als Fotograf den Dingen noch trauen, oder nicht. Hausach ist wegen Bauarbeiten der Bahn derzeit nicht wirklich erreichbar, Gilserberg ist mir bekannt durch eine Aktion aus 2006, als man zugunsten des offiziellen Fotografen Start und Ziel mit Bettüchern zugehangen hat (siehe Bild links), damit sonst ja niemand hat Bilder machen können. Warum soll ich mich damit beschäftigen? Das ist im Zweifel rasch entschieden. Der Lauf in Griesheim als Fotothema? Sie liefen davon und kamen später wieder? Das ist ein Halbmarathon. Fotografisch bekommt man davon recht wenig mit, und ansonsten stellt sich auch da die gleiche Frage.

Ich bedauere das, bin aber nicht die wahre Ansprechstelle um die Folgen der DSGVO zu lindern. Ja, am liebsten würde ich sie alle besuchen, aber das ist physikalisch nicht möglich.

Berichte über den sportlichen Teil gibt es erneut meinerseits nicht. Solche findet ihr demnächst vermutlich bei Radsportnachrichten.com. Wer gewonnen hat seht ihr im Titelbild. Das Ergebnis findet ihr beim Veranstalter. Mir muss nach den Geschehnissen von Darmstadt im November niemand mehr nachsagen, Konkurrenz zu irgendjemandem zu sein! Das ist vorbei. Wenn euch andere angenehmer sind weil die nicht sagen was sie denken und fühlen, bitteschön. Dann müssen die aber auch den unangenehmen Teil erledigen, oder der erledigt sich selbst auf andere Art und Weise.

Meine Fotos werden jetzt aufgearbeitet. Teil 1 ist in der Bildersammlung erschienen. Mehr folgt.

Links seht Ihr zum Schluss noch Grund Nummer 2 für meine vorzeitige Abreise. Es wurde feucht … und das einzige „Dach“ weit und breit war mein etwas in die Jahre gekommener Regenschirm. Da war einfach kein Bedürfnis, es auf einen Wasserschaden ankommen zu lassen, wobei es mir bedarfsweise an Mitteln gefehlt hätte das kurzfristig zu ersetzen. Also habe ich die Sachen ins Trockene gebracht, fotografisch war wie vorstehend zu lesen nicht mehr viel zu erwarten, ohne ein unangemessenes Risiko einzugehen. Ihr könnt mich gerne überzeugen, dass die Besorgnis wegen der Vorschriften gegenstandslos ist. Das kann aber eigentlich nur die Politik, und zwar durch Klarstellung, dass die „Fragefreiheit“ nicht nur für die gewerbliche Presse gilt, sondern ebenso für Blogger und andere Fotografen. Dafür sehe ich derzeit jedoch keinen Anlass, da die Datenschutzbeauftragten sich dahingehend geäussert haben, dass sie am liebsten freie Fotografie verbieten würden! Sind wir wirklich noch eine Demokratie?